Das Kursfeuerwerk nach Greenspans-Entscheidung fällt aus
US-Notenbak senkt Leitzins um 25 Basispunkte
Alan Greenspan hat sich entschieden. Der oberste Währungshüter der USA senkt die Zinsen um 25 Basispunkte auf nun 3,75%. Damit lässt sich der Chef der US-Notenbank ein Hintertürchen für einen weiteren Zinsschritt offen. Greenspans Kommentare klingen eher negativ.
Jetzt ist sie da, die lang erwartete Entscheidung des Währungsgurus Greenspan – und die Märkte wissen offenbar nicht genau was sie davon halten sollen. Sowohl Nasdaq als auch Dow Jones weisen in kurzer Abfolge starke Ausschläge nach unten und oben aus. Dabei entspricht die Aktion durchaus den Erwartungen. Im Vorfeld schätzte z.B. die Mehrzahl der vom Nachrichtendienst Bloomberg befragten Ökonomen Greenspans Gedankenweg richtig ein und setzte auf den kleineren Zinsschritt.
Den Spielraum für weitere Schritte, den Greenspan sich mit der Zinssenkung um „lediglich“ 25 Basispunkte geschaffen hat, Wirtschaftsexperten sehen wenig Potenzial für weitere große Zinsschritte, untermauert er mit dem Kommentar, die Inflation sei weiterhin unter Kontrolle. Als Grund dafür gibt Greenspan aber an, dass sich die Mischung aus zurückgehender Rentabilität der US-Firmen, geringerer Investitionsbereitschaft und einem sinkenden Wirtschaftswachstum außerhalb der USA auch in absehbarer Zukunft negativ auf die US-Wirtschaft auswirken wird.
Zwar ließen sich Trends erkennen, die auf eine langfristig günstige Entwicklung hindeuteten, doch überwögen derzeit Informationen, die für eine andauernde Schwäche der US-Konjunktur sprächen. Die ersehnte Erholung der US-Wirtschaft scheint wieder einmal nach hinten verschoben – und die Märkte fallen. Derzeit verliert die Nasdaq 0,2% auf 2.060 Punkte und der Dow Jones gibt 0,2% auf 10.451 Zähler ab.
Autor: Björn Junker, 20:52 27.06.01