Harrods, dem berühmtesten Kaufhaus der Welt, brechen die Gewinne weg

Mohamed Fayed und Victoria Beckham beim Start des Winterschlussverkaufs bei Harrods
London - Rechnungspüfer und Führungskräfte werfen die Brocken hin. Harrods, das wohl berühmteste Kaufhaus der Welt, steckt in der Krise - und sein Besitzer Mohamed Al Fayed tief in der Klemme.
Denn dem 71-jährigen, als äußerst sprunghaft geltenden Al Fayed, brechen jetzt auch die Gewinne weg. Für die Ende Januar abgeschlossene Bilanz steht Schlimmes zu befürchten: Der hohe Pfundkurs, die Folgen der Maul- und Klauenseuche und die noch immer grassierende Furcht vor Terroranschlägen lassen Touristen einen riesigen Bogen um die Metropole machen. Doch kein anderes Londoner Kaufhaus ist so sehr auf dieses Geschäft angewiesen wie der Nobelschuppen. Nach Buckingham und Tower ist Harrods das drittwichtigste Touristenziel Londons.
Zudem: Vorbei die Zeiten, als Ronald Reagan noch Elefanten kaufen konnte. Vorbei die Zeiten, in denen Buckingham Palace Harrods als Hoflieferanten duldete.
Vorbei auch die Zeiten, in denen Al Fayed private Träume träumte: Harrods war 1985 im Rahmen einer 615-Millionen-Pfund-Transaktion als Bestandteil der wesentlich größeren, aber längst nicht so feinen Kaufhauskette "House of Fraser" an Al Fayed und dessen Bruder gegangen. Der Ägypter, der weltumspannende Geschäftsinteressen verfolgt, die von Goldbohrungen in der Wüste Gobi über das Pariser Hotel Ritz bis zum Fußballverein Fulham reichen, hatte ein Spielzeug gefunden, von dem er hoffte, dass es ihn in die gehobene englische Gesellschaft einführen und ihm helfen würde, einen britischen Pass zu erhalten.
Siebzehn Jahre später hat Al Fayed immer noch keinen britischen Pass, das Establishment schneidet den Ägypter, Fulham stagniert in der Fußballliga, und die britische Presse amüsiert sich gerne über den eigenwilligen "McFayed".
Denn eines haben die Briten ihm wohl nie verziehen: In seinen 17 Jahren als Chef nahm Al Fayed bei Harrods tief greifende Veränderungen vor - er machte aus der urbritischen Institution einen Konsum-Erlebnistempel mit 22 Restaurants, schottischen Dudelsackpfeifern und grün uniformierten Türstehern - alles Las-Vegas-Style.
Geholfen hat das offenbar wenig: Da Harrods keine Aktiengesellschaft ist, sind nur die beim britischen Handelsregister hinterlegten Bilanzen zugänglich. Diese sind nicht so appetitlich wie die berühmten Lebensmittelhallen: Für das Jahr, das am 31. Januar 2001 zu Ende ging, sind die Profite der Harrods-Gruppe von 31,5 Millionen Pfund auf 5,6 Millionen Pfund gefallen. Der Gewinn des Kaufhauses ist von 39 Millionen Pfund auf 20 Millionen Pfund gesunken. Hoffnungsanker: Schlussverkauf. Al Fayed engagierte keine geringere als Super-Pop-Sternchen und Beckham-Angetraute Victoria zur Eröffnung. Mehr als zehn Prozent über dem Vorjahr, so heißt es im Management, habe der Umsatz gelegen.
In der Chefetage herrscht trotzdem das große Gehen. Acht geschäftsführende Direktoren haben den Laden von heute auf morgen verlassen. Nicht wenige nach nur wenigen Monaten an Bord.
Länger dagegen hat die Liaison mit den Wirtschaftsprüfern von PricewaterhouseCoopers gehalten - fünfzehn Jahre. Dass die Prüfer ausgerechnet zwei Wochen vor Abschluss der Jahresbilanz desertierten, "muss mit massiven Meinungsverschiedenheiten zusammenhängen", sagt der Chef eines Londoner Wirtschaftsprüfungsunternehmens.
Stillschweigen herrscht, Gerüchte blühen: Kredite soll Al Fayed aufgenommen haben, der Gang an die New Yorker Börse sei geplant, in Chicago soll eine Filiale eröffnet werden.
Doch das Kaufhaus dementiert.

Mohamed Fayed und Victoria Beckham beim Start des Winterschlussverkaufs bei Harrods
London - Rechnungspüfer und Führungskräfte werfen die Brocken hin. Harrods, das wohl berühmteste Kaufhaus der Welt, steckt in der Krise - und sein Besitzer Mohamed Al Fayed tief in der Klemme.
Denn dem 71-jährigen, als äußerst sprunghaft geltenden Al Fayed, brechen jetzt auch die Gewinne weg. Für die Ende Januar abgeschlossene Bilanz steht Schlimmes zu befürchten: Der hohe Pfundkurs, die Folgen der Maul- und Klauenseuche und die noch immer grassierende Furcht vor Terroranschlägen lassen Touristen einen riesigen Bogen um die Metropole machen. Doch kein anderes Londoner Kaufhaus ist so sehr auf dieses Geschäft angewiesen wie der Nobelschuppen. Nach Buckingham und Tower ist Harrods das drittwichtigste Touristenziel Londons.
Zudem: Vorbei die Zeiten, als Ronald Reagan noch Elefanten kaufen konnte. Vorbei die Zeiten, in denen Buckingham Palace Harrods als Hoflieferanten duldete.
Vorbei auch die Zeiten, in denen Al Fayed private Träume träumte: Harrods war 1985 im Rahmen einer 615-Millionen-Pfund-Transaktion als Bestandteil der wesentlich größeren, aber längst nicht so feinen Kaufhauskette "House of Fraser" an Al Fayed und dessen Bruder gegangen. Der Ägypter, der weltumspannende Geschäftsinteressen verfolgt, die von Goldbohrungen in der Wüste Gobi über das Pariser Hotel Ritz bis zum Fußballverein Fulham reichen, hatte ein Spielzeug gefunden, von dem er hoffte, dass es ihn in die gehobene englische Gesellschaft einführen und ihm helfen würde, einen britischen Pass zu erhalten.
Siebzehn Jahre später hat Al Fayed immer noch keinen britischen Pass, das Establishment schneidet den Ägypter, Fulham stagniert in der Fußballliga, und die britische Presse amüsiert sich gerne über den eigenwilligen "McFayed".
Denn eines haben die Briten ihm wohl nie verziehen: In seinen 17 Jahren als Chef nahm Al Fayed bei Harrods tief greifende Veränderungen vor - er machte aus der urbritischen Institution einen Konsum-Erlebnistempel mit 22 Restaurants, schottischen Dudelsackpfeifern und grün uniformierten Türstehern - alles Las-Vegas-Style.
Geholfen hat das offenbar wenig: Da Harrods keine Aktiengesellschaft ist, sind nur die beim britischen Handelsregister hinterlegten Bilanzen zugänglich. Diese sind nicht so appetitlich wie die berühmten Lebensmittelhallen: Für das Jahr, das am 31. Januar 2001 zu Ende ging, sind die Profite der Harrods-Gruppe von 31,5 Millionen Pfund auf 5,6 Millionen Pfund gefallen. Der Gewinn des Kaufhauses ist von 39 Millionen Pfund auf 20 Millionen Pfund gesunken. Hoffnungsanker: Schlussverkauf. Al Fayed engagierte keine geringere als Super-Pop-Sternchen und Beckham-Angetraute Victoria zur Eröffnung. Mehr als zehn Prozent über dem Vorjahr, so heißt es im Management, habe der Umsatz gelegen.
In der Chefetage herrscht trotzdem das große Gehen. Acht geschäftsführende Direktoren haben den Laden von heute auf morgen verlassen. Nicht wenige nach nur wenigen Monaten an Bord.
Länger dagegen hat die Liaison mit den Wirtschaftsprüfern von PricewaterhouseCoopers gehalten - fünfzehn Jahre. Dass die Prüfer ausgerechnet zwei Wochen vor Abschluss der Jahresbilanz desertierten, "muss mit massiven Meinungsverschiedenheiten zusammenhängen", sagt der Chef eines Londoner Wirtschaftsprüfungsunternehmens.
Stillschweigen herrscht, Gerüchte blühen: Kredite soll Al Fayed aufgenommen haben, der Gang an die New Yorker Börse sei geplant, in Chicago soll eine Filiale eröffnet werden.
Doch das Kaufhaus dementiert.