Happy Birthday, Privatfernsehen!


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Happy End:

Happy Birthday, Privatfernsehen!

 
02.10.02 10:05
Der so genannte Urknall des deutschen Privatfernsehens fand in Ludwigshafen statt. Vor 20 Jahren, am 1. Oktober 1982, ist die Anstalt für Kabelkommunikation (AKK) mit dem ersten Kabelpilotprojekt in Rheinland-Pfalz in Betrieb gegangen. Eineinhalb Jahre brauchte die AKK, bis die technischen Voraussetzungen für das Kabelfernsehen geschaffen wurden. Ab Januar 1984 wurde der Sendebetrieb aufgenommen.

Erste Kabelprogramme kamen von Amateuren

Das Kabelpilotprojekt in den Städten Berlin, Dortmund, Ludwigshafen und München war 1978 von den Ministerpräsidenten beschlossen worden. Die AKK wurde als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet. Sie vergab die ersten Lizenzen für private TV- und Radio-Veranstalter. 37 waren es in der Anfangszeit. Die ersten im Kabel verbreiteten Programme privater Veranstalter kamen nicht von RTL oder Sat1, sondern von Amateuren aus dem offenen Kanal.

»Insgesamt war das Programm ziemlich fürchterlich und sehr unterhaltungsorientiert«, meint die Kommunikationswissenschaftlerin Marianne Ravenstein von der Universität Münster. Es reichte vom Videoclip-Programm »Musicbox« über den »schlauen Kanal« bis zur »Telezeitung«. Das Privatfernsehen habe zudem seine ersten Gehversuche im Infotainment-Bereich gemacht.

Helmut Schmidt stoppte Ausbau der Netze

In den 70er Jahren hatte es unter der SPD/FDP-Bundesregierung noch Vorbehalte gegen das Kabelfernsehen und den Kabelnetzausbau gegeben. So wurden Zweifel geäußert, ob es für das Kabelfernsehen überhaupt einen Markt gibt. Auch Qualitätseinbußen mit der Einführung des Privatfernsehens wurden laut Ravenstein befürchtet. Ferner wurde vermutet, dass der Zuschauer nur noch vor der Glotze säße. Der Kabelnetzausbau wurde daher 1979 vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt vorerst gestoppt.

»Man hatte mit dem zukunftsträchtigen Kabelnetz und dem Kabelfernsehen allerdings auch die Hoffnung, dass sich das Medienangebot und die Auswahl für den Zuschauer drastisch erhöhen kann«, sagt Wolfgang Thaenert, Direktor der Landesanstalt für Privaten Rundfunk Hessen in Kassel. Mehrere hundert TV-Programme sowie Arbeitsplätze in Filmproduktionen und TV-Sendern seien in Aussicht gestellt worden.

Unter Bundeskanzler Helmut Kohl trieb Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling den Kabelnetzausbau voran. »Es ging nicht um die Frage, ob, sondern wie das Kabelfernsehen eingeführt wird«, erklärt Ravenstein. Teile der CDU hätten auch gehofft, dass mit den im Kabel eingespeisten privaten TV-Programmen ein Gegengewicht zu dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk geschaffen und konservative Politik dort mehr berücksichtigt würde. »Das war dann doch etwas blauäugig«, meint die Medienexpertin.

Viel Unterhaltung, wenig Information?

Die hohen Erwartungen, aber auch viele Befürchtungen über das Kabelfernsehen haben sich letztendlich nicht erfüllt. »Es ist zwar einerseits alles etwas unterhaltungsorientierter geworden«, bilanziert Thaenert. Andererseits gebe es aber auch mit N-TV und N24 zwei private reine Informationskanäle. Als positiv seien die vielen entstandenen Arbeitsplätze bei den Sendern und Filmproduktionen zu sehen.

Allerdings hat sich mit der Vielzahl an Programmen auch die Mediennutzung geändert. »Fernsehen ist nicht mehr das gemeinsame Familienerlebnis«, sagt Thaenert. Jeder sehe sein eigenes Programm. Die vielen Werbeunterbrechungen führen laut Ravenstein dazu, dass häufig von einem Sender zum nächsten gezappt wird.

Trend: Fernseher läuft, hingeschaut wird nur manchmal

Längere Sendungen würden daher trotz eines durchschnittlichen TV-Konsums von täglich 185 Minuten nicht unbedingt an einem Stück gesehen. »Fernsehen wird immer mehr zur Nebensache«, sagt Thaenert. Es bleibe zwar eingeschaltet, man schaue aber nur gelegentlich mal hin. »Dieser Trend wird sich in Zukunft noch mit der Digitalisierung des Fernsehens verschärfen«, sagt der Medienanstaltschef voraus.

Stefan Kühler, Pressesprecher des Verbands Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), rechnet mit der geplanten Digitalisierung in Zukunft fest mit einer schönen, neuen Kabelwelt. Haushalte könnten dann ähnlich wie in den USA mehrere Hundert TV-Programme empfangen. »Insbesondere zahlreiche Spartensender, angefangen vom Angler-Fernsehen bis hin zu Kochsendern sind möglich«, sagt Kühler. Allerdings gibt es noch einen Haken. »Bislang ist unklar, wie der digitale milliardenschwere Kabelnetzausbau finanziert werden soll und ob die einzelnen Zuschauer überhaupt so viele Programme sehen und dafür bezahlen wollen«, sagt Thaenert.

Happy Birthday, Privatfernsehen! 803935
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estrich:

Ich dachte dein Gratulationswahn

 
02.10.02 10:29
hätte sich gelindert. Hast Du die verordneten Medikamente abgesetzt?

Happy Birthday, Privatfernsehen! 803969

MfG

© Eastrich


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Happy End:

Dann starte doch ´ne Umfrage

 
02.10.02 10:32
ob ich noch ARIVA-Posting-Gratulationen starten soll

MfG
Empfindlich  Happy Birthday, Privatfernsehen! 803978
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auf geht´s:

bitte, bitte keine Umfragen mehr !!!!!!!!!!! o.T.

 
02.10.02 10:44
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estrich:

Schmollnase!

 
02.10.02 10:45
meinetwegen kannst Du gratulieren bis die Sanitäter kommen!

:-)

MfG

© Eastrich


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