Hans Bernecker: Quittung für Aufgabe der Gedlpolit


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jack303:

Hans Bernecker: Quittung für Aufgabe der Gedlpolit

 
05.12.02 10:32
Quittung für Aufgabe der Gedlpolitik  

Hans Bernecker: Quittung für Aufgabe der Gedlpolitik
Mails/Nachrichten vom 05.12.2002, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
der Nervosität der europäischen und vor allem deutschen Börse steht die Gelassenheit der Amerikaner entgegen. Die Vorgaben aus New York von gestern abend passen nahtlos in das Bild der letzten Wochen. Der Dow nimmt einen neuen Anlauf, um die 9.000 zu überspringen. Stand derzeit 8.737. Er kann auch noch locker bis auf 8.500 zurückgehen, eher ein neuer Anlauf möglich ist. Das wäre eine ganz normale Atmung des Marktes. An der Nasdaq sieht es ähnlich aus: Mit 1430 kann der Index sogar nochmals in die Bandbreite 1350/1400 zurückfallen, ehe es weiter geht. Das bedarf eigentlich keiner weiteren Kommentierung, auch wenn die Presse aus jeder dieser Bewegungen gleich eine „deutliche Schwäche“ herausliest. Für Sie gilt:

Stellen sie wegen kurzfristiger Schwankungen bitte nicht gleich die ganze Tendenz in Frage. Genauer gesagt räumen Sie nicht Ihr ganzes Depot wegen 100 oder 200 Punkten im DAX! Die Zielvorgabe dieser Tendenz habe ich klar formuliert. Sie läuft bis ca. Ende Januar / Anfang Februar und hat an den Indizes gemessen ca. 15 % Spielraum nach oben. In einzelnen Aktien ist natürlich wesentlich mehr drin. Nutzen Sie also die Schwankungen des DAX bzw. der einzelnen Kurse, um ihre Positionen zu optimieren. Bitte versuchen Sie kein Trading mit dem gesamten Depot. Bestes Beispiel war dafür gestern die Münchener Rück. Erst Rückgang bis auf 133, dann zum Schluß doch noch im Plus bei 140 E. Rechnerisch ergibt sich aus solchen Schwankungen eine Chance. Praktisch ist sie fast nicht umzusetzen. Wirkliche Begründungen für solche Schwankungen gibt es nicht. Mithin sind sie auch nicht richtig einschätzbar oder nutzbar.

Die Zinsdiskussion wird mir in Europa viel zu heiß gespielt. Die Presse greift das Thema auf und stilisierte es zur kritischen Größe für die Tendenz der nächsten Wochen. Das sehe ich nicht so. Wirklichen Spielraum hat die EZB nicht, wenn sie sich strikt an der Geldmenge bzw. der Inflationsrate im Euro-Raum orientiert. Letztere liegt im Moment bei 2,2 %. In Deutschland sieht es natürlich anders aus, denn mit 1,1 % ist die Inflationsrate so niedrig, daß tatsächlich Spielraum bestünde, wenn die Deutschen noch ihre eigene Zinspolitik betreiben würden. Dem ist aber nicht so, und zum ersten Mal bekommen die Deutschen eine Quittung dafür, daß sie ihre Geldpolitik aus der Hand gegeben hat. Konjunkturell bringt eine Zinssenkung ohnehin in Europa nur wenig. Nicht die Zinsen sind das Problem, sondern die strukturellen Defizite. Bezogen auf die Börse gilt dasselbe. Die Börsentendenz bis Februar hat mit dem Zinsverlauf fast gar nichts zu tun. Bewerten Sie dementsprechend dieses Thema nicht zu hoch. Zurück in die USA:

Disney lieferte gestern eine erneute Ernüchterung. Der jüngste Zeichentrickfilm entpuppt sich als Flop, womit die Gewinnschätzung für das laufende Quartal nach unten revidiert werden muß. Der Kurs brach prompt um 8 % auf 17,30 $ ein. Denkbar ist hier ein erneuter Test des Bodens bei 15 $. Auch dies ist kein Drama, gleichwohl stelle ich Käufe zurück, bis 15 $ erreicht werden. Achten Sie auf Broadvision. Nach der Konsolidierung des Kurses legte er gestern um 8,3 % auf 4,32 $ zu. Das ist eine klare Nachkaufgelegenheit. Nächster Kandidat dafür ist auch Western Digital. Nach 8,50 $ inzwischen wieder 7,77 $. Selbst Kurse von knapp unter 7 $ halte ich in den nächsten Tagen für möglich. Das sind reine Gewinnmitnahmen nach über 150 % Kursgewinn seit Oktober. Auch hier ist keine Änderung der Tendenz zu sehen, sondern lediglich eine Konsolidierung im Aufwärtstrend. Philip Morris legte gestern im Dow kräftig auf 39 $ zu. Damit sich die Technik leicht verbessert. Unmittelbare Zielgröße bleibt 42 - 44 $. Für neue Käufe reicht das nicht. Aber für eine Reduzierung der Position kann dieses Niveau ins Auge gefaßt werden.

Im Großen und Ganzen erwarte ich diese Woche nicht mehr viel. Einen neuen Impuls wird es nicht geben. Nutzen Sie einzelne Kursschwächen, um Positionen zu festigen oder zu optimieren, setzen Sie aber nicht mehr große Dispositionen um.

In eigener Sache: Der Wegweiser für Kapitalanlagen 2003 liegt vor und ist fast ausverkauft. Wer noch keinen hat, aber einen möchte, bestellt ihn bitte unter www.bern-stein.de.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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anarch.:

"Wegweiser für Kapitalanlagen 2003 liegt vor und

 
05.12.02 11:18
ist fast ausverkauft. Wer noch keinen hat, aber einen möchte, bestellt ihn bitte unter www.bern-stein.de."

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