Dreifacher Hexensabbat
Mails/Nachrichten vom 21.06.2002, Bernecker & Cie.
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Guten Tag meine Damen und Herren,
heute ist Mut gefragt. Auf die Eventualitäten hatte ich Sie bereits vorbereitet. Der Verlauf des Tages müßte nach Lage der Dinge aufregend sein. Der VDAX bleibt eine Art Meßlatte, wie gestern beschrieben. Steigt er über 40 oder 45, was sehr schnell passieren kann, erfordert dies Mut zum Einstieg. Dabei ist klar:
Es geht noch nicht um neue Trends, sondern um die Nutzung der techn. Gegebenheiten. Nehmen Sie dazu die heutige AB zur Hand und vollziehen Sie das nach, was ich dort an Beispielen aufgeführt habe. Das gilt für sämtliche Aktien Ihres Portfolios, egal ob USA oder Europa/Deutschland. Kollabieren die Märkte, ob heute oder auch noch Montag, so müssen Sie tätig werden. Ich sehe darin eine ganz wichtige Chance, wenigstens Zwischengewinne zu erzielen, die Sie bitte in Relation zu den bisherigen Verlusten setzen. Ihre bisherigen Schieflagen in Technologie-Aktien werden sich nicht ganz kurzfristig, aber in solchen techn. Erholungen Schritt für Schritt überwinden lassen.
Ich hatte gestern über Hedge Funds und deren Strategie beschrieben. Die Ergänzung lesen Sie heute in der FAZ in ausführlicher Form. Dazu noch ein ergänzendes Wort: Nichts gegen Hedge Funds und deren Überlegungen. Es kommt auf die Transparenz an, also die Erfassung und Veröffentlichung der eingegangenen Leerpositionen, wie dies in New York selbstverständlich ist. Es ist unverständlich, warum sich diesbezüglich bei uns nichts rührt. Folge:
Ich hatte Ihnen gestern den kritischen Kurs bzgl. SAP genannt. Ein paar Stunden später war es so weit und sofort geht die Baisse-Spekulation voll drauf. Wo diese Aktie landet, weiß ich nicht. Die Zielgröße hatte ich Ihnen genannt. Für mich ist dieses Ende noch offen. Das berührt auch die anderen Titel dieser Art. Ich bleibe weiterhin sehr, sehr zurückhaltend. Andererseits gilt aber auch hier: Wird massiv übertrieben, ist das natürlich eine Chance für eine Gegenspekulation. Darüber wird später zu entscheiden sein. Ergo:
Die Wall Street zeigt den gleichen techn. Ansatz wie dies auch für die anderen Märkte gilt. Der Verlauf des heutigen Tages ergibt das gleiche Muster wie für Frankfurt. Deshalb beschränke ich mich auf nur wenige Hinweise.
1. Titel wie AMD, Apple, Intel und andere sind nahe dem September-Tief und deshalb an einem solchen Tag schon ein Kauf. Mag sein, daß die September-Kurse um ½ oder 1 Dollar unterboten werden. So etwas ist im Tohuwabohu eines kollabierenden Marktes jederzeit möglich. Technologie-Aktien, die noch immer zu teuer sind, haben aber nach wie vor ein größeres Risiko. Titel wie Oracle fasse ich deshalb nicht an. Bedingt gilt dies allerdings auch für Intel. Ich hatte Ihnen die Zahlenrelationen kürzlich schon erläutert.
Meine zyklischen Titel inkl. Rüstung marschieren dagegen weiter. Hier ändert sich nichts und ich hoffe, Sie sind wenigstens mit einem Teil Ihres Portfolios dort engagiert. Warum ist das wichtig?
Diese Aktien, deren Performance Sie auch in der Grafik der heutigen AB nachvollziehen können, sind das Spiegelbild der tatsächlichen Konjunkturverhältnisse. Hier bleibe ich sehr gelassen. Die Diskussionen um die Konjunkturerholung erscheinen mir weiterhin völlig unverständlich. Sämtliche Daten, die heute als Monatszahlen herumgereicht werden, sind ohne Aussagewert. Allein entscheidend ist nur, wie sich die jeweilige Jahresrate verändern kann. Daraus ergibt sich nach wie vor zwangläufig: Die Konjunkturerholung läuft in kleineren Zuwachsraten, als vielfach angenommen wird. Es ist unsinnig, davon auszugehen, daß es eine rasante Erholung gibt. Darüber kann man sich im kommenden Jahr oder 2004 unterhalten. Weil das aber so ist, zeigen die Konjunkturtitel den Trend an, sagen aber noch nichts über das Konjunkturtempo. Mir ist das erstere wichtig und Maßstab. Gleiches gilt übrigens auch für Europa. Apropos AB von heute Seite 1: Die dortige Grafik zeigt Ihnen exakt die beschriebenen Verhältnisse am Markt und damit wissen Sie auch, wo Sie Ihre Schwergewichte haben sollten. Diese Grafik ist übrigens Weltmaßstab und nicht Amerika allein.
Mein Rat: Konzentrieren Sie sich heute im beschriebenen Umfeld nur auf die wenigen Aktien, bei denen die Markttechnik jetzt am günstigsten aussieht. Rufen Sie diese Titel über BernSTEIN auf und verfolgen Sie diese über den ganzen Tag hinweg.
Der Dollar hat seine drei techn. Marken erreicht. Die erste lag bei 93 Cents, die zweite bei 95 Cents und die letzte bei 97 Cents. Damit ist das techn. Potential eigentlich ausgeschöpft. Er ist deutlich überverkauft und ich bezweifle, ob noch sehr viel drin ist. Der heutige Tag wird es zeigen. Allerdings gilt auch hier, wie ich Ihnen zuverlässig signalisieren darf: Die Devisenspekulation rechnet mit einem 1:1. Entsprechend sind die Engagements im Markt verteilt. Ausschließen kann ich also für ganz kurze Zeit ein 1:1 für den Euro nicht. Mal sehen, welche Partei stärker ist.
Am wichtigsten ist mir deshalb heute, daß Sie bitte diesen Beispielen in der heutigen AB für die Verbilligung folgen und entsprechend die Limits im Markt plazieren. Denn Sie wissen ja:
„Die Summe aller Fehler nennt man am Ende Erfahrung“. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Herzlichst
Hans A. Bernecker
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Guten Tag meine Damen und Herren,
heute ist Mut gefragt. Auf die Eventualitäten hatte ich Sie bereits vorbereitet. Der Verlauf des Tages müßte nach Lage der Dinge aufregend sein. Der VDAX bleibt eine Art Meßlatte, wie gestern beschrieben. Steigt er über 40 oder 45, was sehr schnell passieren kann, erfordert dies Mut zum Einstieg. Dabei ist klar:
Es geht noch nicht um neue Trends, sondern um die Nutzung der techn. Gegebenheiten. Nehmen Sie dazu die heutige AB zur Hand und vollziehen Sie das nach, was ich dort an Beispielen aufgeführt habe. Das gilt für sämtliche Aktien Ihres Portfolios, egal ob USA oder Europa/Deutschland. Kollabieren die Märkte, ob heute oder auch noch Montag, so müssen Sie tätig werden. Ich sehe darin eine ganz wichtige Chance, wenigstens Zwischengewinne zu erzielen, die Sie bitte in Relation zu den bisherigen Verlusten setzen. Ihre bisherigen Schieflagen in Technologie-Aktien werden sich nicht ganz kurzfristig, aber in solchen techn. Erholungen Schritt für Schritt überwinden lassen.
Ich hatte gestern über Hedge Funds und deren Strategie beschrieben. Die Ergänzung lesen Sie heute in der FAZ in ausführlicher Form. Dazu noch ein ergänzendes Wort: Nichts gegen Hedge Funds und deren Überlegungen. Es kommt auf die Transparenz an, also die Erfassung und Veröffentlichung der eingegangenen Leerpositionen, wie dies in New York selbstverständlich ist. Es ist unverständlich, warum sich diesbezüglich bei uns nichts rührt. Folge:
Ich hatte Ihnen gestern den kritischen Kurs bzgl. SAP genannt. Ein paar Stunden später war es so weit und sofort geht die Baisse-Spekulation voll drauf. Wo diese Aktie landet, weiß ich nicht. Die Zielgröße hatte ich Ihnen genannt. Für mich ist dieses Ende noch offen. Das berührt auch die anderen Titel dieser Art. Ich bleibe weiterhin sehr, sehr zurückhaltend. Andererseits gilt aber auch hier: Wird massiv übertrieben, ist das natürlich eine Chance für eine Gegenspekulation. Darüber wird später zu entscheiden sein. Ergo:
Die Wall Street zeigt den gleichen techn. Ansatz wie dies auch für die anderen Märkte gilt. Der Verlauf des heutigen Tages ergibt das gleiche Muster wie für Frankfurt. Deshalb beschränke ich mich auf nur wenige Hinweise.
1. Titel wie AMD, Apple, Intel und andere sind nahe dem September-Tief und deshalb an einem solchen Tag schon ein Kauf. Mag sein, daß die September-Kurse um ½ oder 1 Dollar unterboten werden. So etwas ist im Tohuwabohu eines kollabierenden Marktes jederzeit möglich. Technologie-Aktien, die noch immer zu teuer sind, haben aber nach wie vor ein größeres Risiko. Titel wie Oracle fasse ich deshalb nicht an. Bedingt gilt dies allerdings auch für Intel. Ich hatte Ihnen die Zahlenrelationen kürzlich schon erläutert.
Meine zyklischen Titel inkl. Rüstung marschieren dagegen weiter. Hier ändert sich nichts und ich hoffe, Sie sind wenigstens mit einem Teil Ihres Portfolios dort engagiert. Warum ist das wichtig?
Diese Aktien, deren Performance Sie auch in der Grafik der heutigen AB nachvollziehen können, sind das Spiegelbild der tatsächlichen Konjunkturverhältnisse. Hier bleibe ich sehr gelassen. Die Diskussionen um die Konjunkturerholung erscheinen mir weiterhin völlig unverständlich. Sämtliche Daten, die heute als Monatszahlen herumgereicht werden, sind ohne Aussagewert. Allein entscheidend ist nur, wie sich die jeweilige Jahresrate verändern kann. Daraus ergibt sich nach wie vor zwangläufig: Die Konjunkturerholung läuft in kleineren Zuwachsraten, als vielfach angenommen wird. Es ist unsinnig, davon auszugehen, daß es eine rasante Erholung gibt. Darüber kann man sich im kommenden Jahr oder 2004 unterhalten. Weil das aber so ist, zeigen die Konjunkturtitel den Trend an, sagen aber noch nichts über das Konjunkturtempo. Mir ist das erstere wichtig und Maßstab. Gleiches gilt übrigens auch für Europa. Apropos AB von heute Seite 1: Die dortige Grafik zeigt Ihnen exakt die beschriebenen Verhältnisse am Markt und damit wissen Sie auch, wo Sie Ihre Schwergewichte haben sollten. Diese Grafik ist übrigens Weltmaßstab und nicht Amerika allein.
Mein Rat: Konzentrieren Sie sich heute im beschriebenen Umfeld nur auf die wenigen Aktien, bei denen die Markttechnik jetzt am günstigsten aussieht. Rufen Sie diese Titel über BernSTEIN auf und verfolgen Sie diese über den ganzen Tag hinweg.
Der Dollar hat seine drei techn. Marken erreicht. Die erste lag bei 93 Cents, die zweite bei 95 Cents und die letzte bei 97 Cents. Damit ist das techn. Potential eigentlich ausgeschöpft. Er ist deutlich überverkauft und ich bezweifle, ob noch sehr viel drin ist. Der heutige Tag wird es zeigen. Allerdings gilt auch hier, wie ich Ihnen zuverlässig signalisieren darf: Die Devisenspekulation rechnet mit einem 1:1. Entsprechend sind die Engagements im Markt verteilt. Ausschließen kann ich also für ganz kurze Zeit ein 1:1 für den Euro nicht. Mal sehen, welche Partei stärker ist.
Am wichtigsten ist mir deshalb heute, daß Sie bitte diesen Beispielen in der heutigen AB für die Verbilligung folgen und entsprechend die Limits im Markt plazieren. Denn Sie wissen ja:
„Die Summe aller Fehler nennt man am Ende Erfahrung“. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Herzlichst
Hans A. Bernecker
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