auf den WallStreet Journal Artikel zurückkommend, geht es im Kern ja darum, ob Toshiba für Verpflichtungen von Westinghouse z.B. resultierend aus Vertragsstrafen für die Nichtfertigstellung von Atomkraftwerken in USA, vorhandenen Schulden etc. einspringen muss.
Wäre dies der Fall, würde Toshiba wohl nicht um ein Insolvenzverfahren in Japan
herumkommen (es gibt dort scheinbar drei Verfahren, für Toshiba würde wohl am ehesten das "Company Reorganization" Verfahren in Frage kommen) was die Shares fast wertlos machen könnte wie im Wallstreet Artikel gesagt.
Allerdings scheint es so zu sein, als dass eine Muttergesellschaft nicht so einfach haftbargemacht werden kann:
www.invigorlaw.com/...ry-create-liability-for-a-parent-entity/
Dies scheint nach obigem Artikel nur der Fall zu sein, falls versucht wurde durch die Strukturierung des Unternehmens die Kreditgeber zu benachteiligen (auf der gelinkten Seite gibt es das Beispiel einer hochkapitalisierten Kanalunternehmung und eines niedrigkapitalisierten Betreiberunternehmens als Tochterfirma). In diesem Fall könnte ein Gericht die Muttergesellschaft haftbar machen.
Dies dürfte auf Toshiba-Westinhouse wohl eher nicht zutreffen, da Westinghouse scheinbar unabhängig Geschäfte in USA machte.
Ein anderer Fall die Mutterfirma haftbar zu machen wäre, wenn man unter einem gemeinsamen Namen firmiert hätte (Westinghouse in den USA also als Toshiba aufgetreten wäre, was wohl nicht der Fall war).
Als dritte Möglichkeit wird der Fall genannt, dass die Tochter im Fall der drohenden Zahlungsunfähigkeit vorsätzlich Kapital zur Muttergesellschaft verschob. Ich gehe mal davon aus, dass hier alles korrekt ablief und man nur den Ueberblick über die Projekte / Finanzen verloren hat.
Weiterhin denke ich, dürfte es für ein ausländisches Gericht schwierig werden, etwas gegen Toshiba in Japan zu erwirken. Ein Insolvenzverfahren in Japan selbst (ähnlich Japan Airlines) erscheint mir vor diesem Hintergund als eher unwahrscheinlich, alleine schon weil Toshiba selbst seine Strukturen dahin optimiert haben dürfte, dass rechtlich alles Hieb - und Stichfest ist. Ausserdem hat Toshiba selbst solche Erwägungen ja dementiert was jede Menge Klagen nach sich ziehen würde, falls sie es jetzt doch durchziehen würden.
Das grösste Risiko das ich im kurz bis mittelfristig für die Aktie sehe ist ein downgrading (an den worst case Delisting glaube ich eher nicht). Was denkt ihr darüber?