Wall Street lächelt wieder
New York - "Es ist zu früh, um den Bären-Markt für beendet zu erklären," erklärt ein Händler an der Wall Street. Besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten, die Bekräftigung der Gewinnprognose von Cisco und das geplante US-Konjunkturprogramm haben die Kurse an den New Yorker Aktienmärkten am Mittwoch beflügelt. Dennoch kehre das Vertrauen erst langsam wieder in den Markt zurück.
Debut für Deutsche Bank
Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, sagte anlässlich der Erstnotiz in New York, sein Institut plane derzeit keine Zukäufe in den USA. Die Deutsche Bank verspricht sich mit dem US-Listing außer einem höheren Bekanntheitsgrad am größten Kapitalmarkt der Welt vor allem mehr Spielraum für künftige Übernahmen, bei denen die Aktien als Akquisitionswährung dienen können. Die Aktie der Deutschen Bank schloss bei ihrem Börsendebüt in den USA mit 54,90 Dollar nach einer Erstnotiz mit 52,70 Dollar.
Konjunkturprogramm
Nach der Bekanntgabe des Service-Indexes der US-Einkaufsmanger (NAPM) drehte der Markt, der zunächst schwach eröffnet hatte, nach Händlerangaben ins Plus. Positiv aufgenommen worden seien außerdem die Details zum geplanten Konjunkturprogramm in den USA, sagten Börsianer. Das von Finanzminister Paul O'Neill auf ein Volumen von 60 bis 75 Milliarden Dollar bezifferte Paket beinhalte Steuervergünstigungen für private Verbraucher und Geschäftsleute.
Cisco übt sich wieder im Klettern
Schließlich habe auch die Bestätigung der Finanzprognosen von Cisco zur guten Stimmung auf dem Parkett beigetragen, hieß es weiter. Der weltgrößte Netzwerkausrüster ist nach den Worten seines Chefs John Chambers mit den Gewinn- und Umsatzschätzungen der Analysten für das erste Quartal 2001/2002 zufrieden. Chambers sagte, dass der Konzern mit den Prognosen der Analysten von durchschnittlich zwei Cents je Aktie für das Auftaktquartal gut leben könne. Die Aktien des Unternehmens kletterten zum Schluss kräftige 21,5 Prozent auf 13,95 Dollar.
Tech-Titel
Die Gewinne bei den Technologieaktien trieben den Philadelphia Semiconductor rund 9,6 Prozent höher. Die Aktien des Chipgiganten Intel gewannen 8,65 Prozent auf 21,23 Dollar, die Titel des Softwarekonzerns Microsoft sprangen rund sechs Prozent auf 56,25 Dollar. Priceline.com teilte mit, die Nachfrage nach den Online-Reisediensten des Unternehmens erhole sich nach den Anschlägen rascher als erwartet.
Nortel zog Markt anfänglich in die Tiefe
Nortel konnten ihre Verluste im Verlauf aufholen und notierten zum Schluss 4,73 Prozent im Plus auf 5,54 Dollar. Der Konzern hatte den Abbau von weiteren 10.000 Arbeitsplätzen angekündigt und für das abgelaufene Quartal mit 3,6 Milliarden Dollar einen höheren Nettoverlust als erwartet ausgewiesen. Die Aktie des Pharmakonzerns Eli Lilly verlor gegen den Trend kräftige 4,37 Prozent auf 79,25 Dollar.