Wall Street Schlussbericht: Deutliches Minus, AMD warnt
Nach einem bewegten Handelstag mussten die Börsen in den USA doch mit einem deutlichen Minus schließen. Die gestrige positive Stimmung, welche zu einem starken Kursanstieg geführt hatte, konnte damit nicht aufrecht erhalten werden. Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung und die anstehende Quartalszahlen-Saison wirkten sich erneut auf die Entwicklung an den Börsen aus. Zudem kam der Nerzwerkhersteller Cisco nach einem negativen Kommentar bei UBS Warburg unter Druck. Der Dow Jones verlor insgesamt 2,3 Prozent auf 7.755 Punkte, die NASDAQ verlor 2,1 Prozent auf 1.187 Punkte.
Dann kam noch eine Meldung vom Chiphersteller AMD. Das Unternehmen musste eine Umsatzwarnung für das dritte Quartal aussprechen. Bislang hatte AMD einen Umsatz von 600 Mio. Dollar erwartet. Nun rechnet der Konzern nur noch mit einem Wert von 500 Mio. Dollar.
Handelsstärkste Aktien waren Cisco vor Intel, Microsoft, Sun Microsystems, GE und Schering-Plough. 35 Prozent aller NASDAQ-Aktien legten zu, 63 Prozent gaben an Wert ab. An der NYSE lag dieses Verhältnis bei 30 zu 64 Prozent.
Gestern nach Börsenschluss hatte der Computerhersteller Dell die Prognosen für das aktuelle Quartal angehoben und kurzfristig für gute Stimmung gesorgt. Demnach erwartet das Unternehmen jetzt einen Umsatz in Höhe von 9,1 Mrd. Dollar und einen Gewinn von 21 Cents je Aktie. Bisher ging das Management lediglich von einem Umsatz in Höhe von 8,9 Mrd. Dollar und einem Gewinn von 20-21 Cents je Aktie aus. Im Vorjahreszeitraum lag der Umsatz bei 7,47 Mrd. Dollar, der Gewinn bei 16 Cents je Aktie.
Der amerikanische Krankenhaus-Betreiber Tenet Healthcare Corp. gab bekannt, dass seine Umsätze im abgelaufenen Quartal angestiegen sind. Das Unternehmen bezieht diese positive Entwicklung hauptsächlich auf durchgeführte Restrukturierungsmaßnahmen und Kostensenkungen. Der Jahresüberschuss wurde mit 338 Mio. Dollar oder 68 Cents je Aktie ausgewiesen nach 155 Mio. Dollar oder 45 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Die Konsensschätzungen der Analysten lagen bei 66 Cents je Aktie.
Barnes & Noble, einer der weltweit größten Buchhändler, wird seine Beteiligung an BarnesandNoble.com aufstocken. Wie das Unternehmen gestern bekannt gab, sollen demnächst Aktien im Wert von 10 Mio. Dollar über die Börse gekauft werden. Dies entspricht ca. 12 Prozent des Gesamtwerts von BarnesandNoble.com. Bisher waren sowohl Barnes & Noble, als auch der deutsche Medienkonzern Bertelsmann mit jeweils 36 Prozent an BarnesandNoble.com beteiligt. Durch den Zukauf wird der Anteil von Barnes & Noble auf ca. 48 Prozent steigen.
Einen gemeinsamen Auftrag aus den Golf Staaten haben Motorola und der französische Mitbewerber Alcatel von Qatar erhalten. Qatar will durch 99 neue Basisstationen und zwei weitere GSM Switches seine Kapazität vergrößern um mehr Kunden bedienen zu können. So sollen zukünftig rund 400.000 Kunden erreicht werden können. Den Angaben zufolge hat der Auftrag ein Volumen von 60 Mio. Dollar und soll innerhalb der kommenden sechs Monate fertig gestellt werden.
Die Durchführung eines geplanten Reverse-Splits haben die Aktionäre des Handheld-Herstellers Palm auf der gestrigen Hauptversammlung genehmigt. Über das genaue Verhältnis wurden allerdings noch keine Angaben gemacht. Der Palm-Vorstand ist jetzt jedenfalls ermächtigt, bis zum 1. April 2003 einen Reverse-Split im Verhältnis 1:10-1:20 durchzuführen. Durch diesen umgekehrten Aktiensplit will das Palm-Management Vorbereitungen für die Aufteilung der Hardware- und Softwaresparte in zwei Unternehmen treffen und gleichzeitig verhindern, vom Handel an der NASDAQ ausgeschlossen zu werden.
Computerhersteller IBM gab wiederum bekannt, dass er die 3,5 Mrd. Dollar-Übernahme des Consulting-Bereichs von PricewaterhouseCoopers (PwC) abgeschlossen hat. Ende Juli hat IBM angekündigt, PwC Consulting zu übernehmen, um seine Service-Sparte zu stärken.Kürzlich gab IBM bekannt, dass man voraussichtlich Arbeitsplätze beim PwC-Bereich, der 30.000 Mitarbeiter beschäftigt, abbauen wird. Bei der Service-Sparte von IBM arbeiten rund 150.000 Menschen, womit sie größer ist als der IBM-Bereich Computer Hardware.
Quelle: Finanzen.net