Energie: Mehr Jobs als in der Kohle-und Atombranche
VDI nachrichten, 13.12.2002
Erneuerbare Energien sind nicht nur umweltfreundlich, sie mausern sich zu Wirtschaftsfaktoren. Die Branche investiert beträchtlich in moderne Produktionsstätten, schafft neue Arbeitsplätze.
Freunde der erneuerbaren Energien können sich zum Jahresende über einen Meilenstein freuen. „Dann werden voraussichtlich erstmals mehr als 30 000 MW Windkraftleistung rund um den Globus installiert sein“, sagt Norbert Allnoch, Leiter des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) in Münster. Rund 40 % der weltweiten Anlagenleistung entfalle allein auf Deutschland.
Nach den Berechnungen des IWR erreicht die heimische Windstromproduktion im laufenden Jahr einen Anteil von über 3 % am gesamten bundesdeutschen Stromverbrauch. Dank des anhaltenden Booms der Branche sollen in Deutschland bereits im Jahr 2003 über 20 Mrd. kWh Strom aus Windkraft erzeugt werden. „Sie wird damit die Wasserkraft als derzeit noch wichtigste regenerative Energiequelle in Deutschland von Platz 1 verdrängen“, erklärt Allnoch. Naturschützer fürchten allerdings, die Landschaft werde durch die Vielzahl der Masten immer mehr „zugespargelt“. Ökonomen kritisieren, Strom aus Windkraft sei unwirtschaftlich, er werde durch die gesetzlich geregelte hohe Vergütung zu stark subventioniert. „Erneuerbare Energien nutzen auch der Wirtschaft“, hält Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW, dagegen. Allein die deutsche Windbranche habe 2001 einen Umsatz von rund 3,3 Mrd. $ erzielt.
Auch die Solarstrombranche hat sich zu einem beträchtlichen Wirtschaftsfaktor gemausert. Sie hat von 1999 bis 2002 über 1 Mrd. $ in Solarfabriken investiert, wie aus dem neuen Photovoltaik-Branchenreport des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) hervorgeht.
Nach Angaben der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) in Berlin reichen die Produktionskapazitäten inzwischen aus, um den Inlandsbedarf an Solarstromanlagen vollständig zu decken. „In der Solarbranche vollzieht sich derzeit ein Wandel von der Importabhängigkeit zur Exportindustrie“, sagt UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig.
Er erwartet einen ebenso großen Boom wie in der Windkraftbranche. Nach Einschätzung der Vereinigung sind in der Erneuerbaren-Energien-Branche, also Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, bereits über 130 000 Menschen beschäftigt. Das seien mehr als in der Kohle- und Atomindustrie zusammen.
www.vdi-nachrichten.com
VDI nachrichten, 13.12.2002
Erneuerbare Energien sind nicht nur umweltfreundlich, sie mausern sich zu Wirtschaftsfaktoren. Die Branche investiert beträchtlich in moderne Produktionsstätten, schafft neue Arbeitsplätze.
Freunde der erneuerbaren Energien können sich zum Jahresende über einen Meilenstein freuen. „Dann werden voraussichtlich erstmals mehr als 30 000 MW Windkraftleistung rund um den Globus installiert sein“, sagt Norbert Allnoch, Leiter des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) in Münster. Rund 40 % der weltweiten Anlagenleistung entfalle allein auf Deutschland.
Nach den Berechnungen des IWR erreicht die heimische Windstromproduktion im laufenden Jahr einen Anteil von über 3 % am gesamten bundesdeutschen Stromverbrauch. Dank des anhaltenden Booms der Branche sollen in Deutschland bereits im Jahr 2003 über 20 Mrd. kWh Strom aus Windkraft erzeugt werden. „Sie wird damit die Wasserkraft als derzeit noch wichtigste regenerative Energiequelle in Deutschland von Platz 1 verdrängen“, erklärt Allnoch. Naturschützer fürchten allerdings, die Landschaft werde durch die Vielzahl der Masten immer mehr „zugespargelt“. Ökonomen kritisieren, Strom aus Windkraft sei unwirtschaftlich, er werde durch die gesetzlich geregelte hohe Vergütung zu stark subventioniert. „Erneuerbare Energien nutzen auch der Wirtschaft“, hält Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW, dagegen. Allein die deutsche Windbranche habe 2001 einen Umsatz von rund 3,3 Mrd. $ erzielt.
Auch die Solarstrombranche hat sich zu einem beträchtlichen Wirtschaftsfaktor gemausert. Sie hat von 1999 bis 2002 über 1 Mrd. $ in Solarfabriken investiert, wie aus dem neuen Photovoltaik-Branchenreport des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) hervorgeht.
Nach Angaben der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) in Berlin reichen die Produktionskapazitäten inzwischen aus, um den Inlandsbedarf an Solarstromanlagen vollständig zu decken. „In der Solarbranche vollzieht sich derzeit ein Wandel von der Importabhängigkeit zur Exportindustrie“, sagt UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig.
Er erwartet einen ebenso großen Boom wie in der Windkraftbranche. Nach Einschätzung der Vereinigung sind in der Erneuerbaren-Energien-Branche, also Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, bereits über 130 000 Menschen beschäftigt. Das seien mehr als in der Kohle- und Atomindustrie zusammen.
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