Die PB ist von der Ungewissheit am meisten betroffen.
Sie hat den geringsten Kapitalpuffer und der Schaden durch IRFS9 und Stresstest wird hier am höchsten sein. Sie wird aber nach meinen Berechnung die Stresstests auch überstehen.
Ich erinnere gerne nochmal daran was das bedeutet, für diejenigen die nicht so viel über Banken wissen. Die EZB setzt ein Minimum an CET1 voraus, also einfach ausgedrückt an Eigenkapital. Eine Unterschreitung des CET1 führt zu einer Kapitalerhöhung sofern keine andere Mittel gefunden werden. Alles was über diesem Minimum CET1 liegt bilden den Kapitalpuffer.
Damit wir wissen wie viel Kapitalpuffer die Banken ungefähr haben werden, müssen wir die Stresstests und den IFRS 9 abwarten.
Die PB wird aber wahrscheinlich den geringsten haben.
Die PB hat gleichzeitig auch die meisten NPEs und den geringsten Deckungsgrad. Die AB folgt zwar, dafür ist hier der Kapitalpuffer viel größer und auch andere Faktor bringen sie in eine bessere Lage.
Mit dem derzeitigen Plan wird die PB Ende 2019 ca. 20 Milliarden Euro an NPEs haben.
Die anderen Banken 12 Mrd. (EB), 13 Mrd.(NBG) und 16 Mrd. (AB).
Nehmen wir nun an wir sind an diesem Punkt angelangt, wir sind also im Dezember 2019 und haben genau diese Zahlen vor uns.
Wie geht es nun weiter?
Und genau das will die EZB beantwortet haben.
Eine Variante wäre die Kapitalerhöhung, allerdings keine gute Maßnahme um echte Investoren anzulocken.
Eine andere Variante wäre die Bad Bank über die nun angeblich diskutiert wird und die 1/3 aller NPEs aufnehmen soll. Die Frage wäre dan allerdings, wer zahlt?
Meiner Meinung nach ist folgendes die beste Lösung:
Die Bad Bank wird mit dem übrig gebliebenen Geld des Hilfsprogramm gegründet. Damit es nicht wieder heißt: "man rettet die Banken" kauft die Bad Banks nur die NPEs der Arbeitslosen und der "ärmeren Schuldnern". Das wäre auch politisch gut vertretbar.
Die Hoffnung wäre dan, dass die Wirtschaft wie geplant wächst, dass in einigen Jahren die Arbeitslosigkeit weiter fällt und die Rückzahlungen zum Großteil wieder aufgenommen werden.
Für die verbliebenen NPEs können unsere Banken dan gezielt hart vorgehen und keiner wird was dagegen haben. Gleichzeitig können sie auch wieder ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen, nämlich wieder mehr Kredite vergeben und damit auch die Wirtschaft weiter ankurbeln.
Wenn ihr Kapitalpuffer der gleiche ist wie heute, könnten sie mit den restlichen NPEs definitiv ohne Probleme umgehen und sie bis Ende 2021 auf 2 bis 8 Milliarden Euro reduzieren und bis Ende 2023 endgültig damit abschließen.
Solange die EZB aber nicht ihre Karten öffnet, besteht eine Ungewissheit. Und wenn es eine Sache gibt die alle Investoren hassen, dan ist dass definitiv die Ungewissheit.
Der Mai rückt aber immer näher, dan wissen wir mehr.