Published: 10:00 22.11.2004 GMT+1 /HUGIN /Source: GPC Biotech AG /GER: GPC /ISIN:
DE0005851505 GPC Biotech präsentiert In-vitro-Daten zu Satraplatin auf der AACR Prostatakrebs-Konferenz
Martinsried/München und U.S.-Forschungsstandorte in Waltham/Boston, Mass., und Princeton, N.J., 22. November 2004 - Die GPC Biotech AG (Frankfurt: GPC; TecDAX 30; NASDAQ: GPCB) gab heute bekannt, dass sie auf der Konferenz "Basic, Translational, and Clinical Advances in Prostate Cancer" der American Association for Cancer Research (AACR), die vom 17. bis 21. November 2004 in Bonita Springs in Florida statt fand, ein Poster mit dem Titel "Treatment of Prostate Cancer Cells with Satraplatin and its Active Metabolite JM118 Results in Tumor Cell Kill Accompanied by a Concomitant Reduction in the Amount of Secreted Prostate Specific Antigen Without Affecting Transcription Level of Prostate Specific Antigen" präsentiert hat.
Diese AACR Sonderkonferenz soll einen Überblick geben über verschiedenste Studien im Bereich Prostatakrebs, mit dem Ziel, die Vorzüge unterschiedlicher Ansätze in der Medikamentenentdeckung sowie die Herausforderungen in der Medikamentenentwicklung und im Aufbau der klinischen Studien bei Prostatakrebs aufzuzeigen. Führende Unternehmen im Bereich der Prostatakrebs-Forschung berichten über innovative Schlüsseltechnologien, In-vivo-Modelle und Ansätze in der Medikamentenentwicklung und diskutieren, wie diese die Prostatakrebs-Forschung und -behandlung vorantreiben.
Die auf der Konferenz vorgestellte Satraplatin-Studie sollte experimentell untersuchen, ob Satraplatin eine direkte pharmakologische Auswirkung auf die Expression oder Sekretion des prostataspezifischen Antigens (PSA) aufweist, die unabhängig von seiner bekannten zelltötenden Wirkung auf PSA-produzierende Tumorzellen ist. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Behandlung der Prostatakrebszellen mit Satraplatin oder seinem aktiven Metaboliten zu einem Absterben der Tumorzellen und gleichzeitiger Reduzierung des sekretierten PSA führte. Zudem wurde gezeigt, dass die Verminderung des PSA-Spiegels in der Zellkultur nicht aufgrund der Hemmung der PSA mRNA Transkription statt fand. Daher deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass die Reduzierung des sekretierten PSA eine direkte Folge der zelltötenden Wirkung von Satraplatin oder des aktiven Metaboliten ist.
"Diese Daten zeigen, dass Satraplatin ein hochwirksames Mittel gegen Prostatakrebszellen ist und erweitern den bereits umfangreichen Datenbestand über diesen Wirkstoff", sagte Dr. Marcel Rozencweig, Senior Vice President der Medikamentenentwicklung. "Wir führen unsere Phase-3-Zulassungsstudie für Satraplatin als Zweitbehandlung von hormonresistentem Prostatakrebs systematisch fort und sind weiterhin im Zeitplan, den NDA-Zulassungsantrag bei der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA im zweiten Halbjahr 2006 abzuschließen. Des Weiteren haben wir damit begonnen das breitere klinische Potenzial von Satraplatin zu untersuchen und haben vor kurzem eine Phase 1/2 Studie eröffnet, welche den Wirkstoff als Verstärker der Antikrebs-Wirkung der Bestrahlungstherapie prüft."
Satraplatin
Satraplatin gehört zur Medikamentenklasse der Platin-Derivate, welche einen entscheidenden Bestandteil moderner Chemotherapien zur Behandlung vieler Krebserkrankungen bilden. Im Jahr 2003 erzielten sie weltweit Umsätze von mehr als $ 1,7 Milliarden. Im Gegensatz zu den derzeit verfügbaren Vertretern dieser Wirkstoffklasse, die alle intravenös gespritzt oder mittels einer Infusion zugeführt werden müssen, wird Satraplatin oral als Kapsel eingenommen. Dies bietet entscheidende Vorteile, wie etwa eine einfachere Verabreichung sowie erhöhte Patientenfreundlichkeit bei unterschiedlichen Behandlungsformen. Außerdem hat Satraplatin als einziges Platin-Derivat Aktivität in einer randomisierten klinischen Studie für Prostatakrebs gezeigt.
Prostatakrebs ist die am häufigsten auftretende Krebsart bei Männern in den USA und Europa. Da die Bevölkerung immer älter wird, ist mit weiter steigenden Patientenzahlen zu rechnen. Im fortgeschrittenen Stadium werden Patienten häufig mit Hormonen behandelt. Stellt sich eine Hormon-Resistenz ein, gibt es nur wenige weiterführende Behandlungsoptionen, darunter Chemotherapie. Für Patienten, bei denen bereits eine erste Chemotherapie versagt hat, gibt es zurzeit keine zugelassene Nachfolgebehandlung. Satraplatin befindet sich in einer Phase-3-Zulassungstudie (SPARC) als Nachfolgebehandlung für Hormon-resistenten Prostatakrebs (HRPC). GPC Biotech hat eine Begutachtung des Protokolls durch die U.S.-Zulassungsbehörde FDA erfolgreich durchlaufen und eine wissenschaftliche Beurteilung ("Scientific Advice") durch die zentrale europäische Zulassungsbehörde EMEA erhalten. Außerdem hat die FDA Satraplatin in dieser Indikation den so genannten "Fast-Track-Status" erteilt.
Bei HRPC und auch bei anderen Tumorarten, wie dem kleinzelligen Lungenkarzinom und Eierstockkrebs, wurden die klinischen Studien der Phase 2 erfolgreich abgeschlossen. Andere Studien zeigen, dass Satraplatin die tumorbekämpfende Wirkung einer Bestrahlungstherapie möglicherweise weiter erhöht. Eine Phase 1/2 Kombinationsstudie von Satraplatin mit Bestrahlungstherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom wurde im Herbst 2004 für die Patientenaufnahme geöffnet. Weitere Studien sind geplant, die Satraplatin in Kombination mit anderen Therapieformen in verschiedenen Krebsarten untersuchen sollen. Weiterführende Informationen zu Satraplatin sind in der Rubrik "Anti-Krebs Programme" auf der Webseite des Unternehmens unter www.gpc-biotech.com abrufbar.