Goldpreis-Bewegungen deuten zur Vorsicht


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Spitfire33:

Goldpreis-Bewegungen deuten zur Vorsicht

 
24.01.03 03:47
Goldpreis-Bewegungen deuten zur Vorsicht

Gold ist für "Otto-Normal-Geldanleger" nach Einschätzung von Experten derzeit keine risikolose Alternative mehr. Zwar ist der Goldpreis in den vergangenen Wochen kontinuierlich gestiegen. Dennoch sollte sich niemand unüberlegt auf das Edelmetall stürzen: "Gold zu kaufen ist nicht sicherer als in Aktien zu investieren", warnt Peter Grieble, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.
Sicherer Hafen?
Die Nachfrage nach Gold ist in jüngster Zeit spürbar gestiegen - und entsprechend auch der Preis. Im Frühjahr 2002 notierte eine Feinunze Gold noch unter 300 Dollar, am heutigen Donnerstag kratzte der Preis vorübergehend an der Marke von 368 Dollar - der höchste Stand seit Anfang 1997 (vgl. Chart). Für die Hauptursachen dieser Entwicklung halten Experten die Verunsicherung der Anleger am Aktienmarkt und den Irak-Konflikt: "Ein Krieg würde nicht ohne Auswirkungen auf die Börsen sein." Wer Geld investieren möchte, sei daher jetzt in der Regel auf der Suche nach sicheren Alternativen - dem sogenannten sicheren Hafen.

Panik-Reaktionen unangebracht
Gold sei das allerdings nicht, jedenfalls nicht uneingeschränkt: "Vor Jahrzehnten galt die Faustregel, bis zu einem Drittel seines Vermögens in das Edelmetall zu investieren. Aber das ist längst veraltet", warnt Verbraucherschützer Grieble. In den Köpfen vieler Anleger stecke zwar noch immer drin, dass Gold angeblich sicher ist - "aber der Preis für Gold schwankt deutlich. Und niemand weiß, ob er nicht bald wieder fällt." Panik-Reaktionen nach dem Motto "raus aus Aktien, rein ins Gold" seien verkehrt.

Kriegs-Aufschlag beim Goldpreis

Zum einen beruhe die gestiegene Nachfrage nicht zuletzt auf dem Kaufverhalten der professionellen Anleger. "Es ist durchaus denkbar, dass die Gold kurzfristig wieder verkaufen, beispielsweise wenn es nicht zu einem Irak-Krieg kommt." Derzeit treiben Angst und Unsicherheit die Anleger zum Gold. Das könne sich schnell wieder ändern und zu großen Gold-Verkäufen führen, die den Preis wieder drücken. Hinzu kommt, dass Gold weder Zinsen noch eine Dividende bringt, gibt Grieble zu bedenken.

Gebühren berücksichtigen
Wer zum Beispiel Goldmünzen oder Goldbarren ersteht, muss damit rechnen, dass es erhebliche Unterschiede zwischen dem Kauf- und dem Verkaufspreis geben kann. Physisches Gold zu kaufen lohnt also kaum - schon gar nicht jetzt nach dem kräftigen Preisanstieg. Aber auch bei Goldminen-Aktien ist laut Grieble Vorsicht geboten: "Sie sind allenfalls für sehr risikobereite Aktionäre geeignet, die den Markt genau beobachten." Durchschnittliche Geldanleger sollten sich nicht blenden lassen, ist Griebles Fazit - es ist eben nicht alles glänzend, was aus Gold ist.


Erste Gewinnmitnahmen von Profis zu beobachten

Im Zuge der weiter anziehenden Gold-Notierungen kommt es bereits zu ersten Gewinnmitnahmen. Darauf deuten auch die heftigen Preisschwankungen um bis zu zehn Dollar innerhalb weniger Stunden - in beide Richtungen. Gewinne aus Goldminen-Aktien, -Fonds und -Zertifikaten jetzt zu sichern ist sicher keine unkluge Entscheidung der professionellen Investoren, setzen doch derzeit wirklich alle so genannten Spezialisten auf weiter steigende Notierungen des Edelmetalls. Und die Dollar-Schwäche bringt Investoren aus Euroland zudem noch nette Währungsgewinne. Die Erfahrung lehrt: Hier kann es ganz schnell auch wieder in die andere Richtung gehen.

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