Das ist jedenfalls die Ansicht von BNP Paribas. Laut BNP haben bis jetzt rd. 150 Unternehmen aus dem S&P 500 mit ihren Q1-Zahlen überzeugt und damit wurden die ambitionierten Bewertungen von der bisher guten Berichtssaison untermauert. Die Gewinne des ersten Quartals liegen im Schnitt um rd. 13,6% über dem Vorjahreswert. Laut BNP hat es einen derart starken Gewinnanstieg der US-Blue-Chips seit 2011 nicht mehr gegeben. Selbst die Umsätze der Nicht-Finanzunternehmen sind bis jetzt besser ausgefallen als erhofft.
Der Link dazu:
www.finanzen.net/nachricht/zertifikate/...-kraeftig-an-5454163
Schaut man sich mal nur die nackten Apple Zahlen von gestern an dann muss man echt überlegen ob das wahr sein kann. Apple generierte im abgelaufenen Quartal einen Nettogewinn von sagenhafte 11 Mrd. $. Damit verdient Apple am Tag 122 Mio. $ !!! Mit lediglich 2 Quartalsgewinnen könnte Apple theoretisch Barrick Gold. Darüberhinaus verfügt Apple dann noch über eine fantastische Nettocashposition von 256 Mrd. $ und könnte Barrick Gold mit seiner Portokasse kaufen. Eigentlich fast unglaublich wie Apple in Cash schwimmt.
Apple ist schon mehr als hoch profitabel und mehr als Steinreich. Wobei aber diese 256 Mrd. $ an Cash großteils außerhalb der USA gebunkert sind. Man kann bei Apple nun gespannt sein ob sie diese 256 Mrd. $ nach der geplanten Steuerreform in die USA zurückholen werden, denn genau das ist ja mit ein Ziel der geplanten Steuerreform. Immerhin haben US Unternehmen außerhalb der USA 2,2 Billionen $ (!!!!) im Ausland an Gewinne gebunkert. Würde dieses Geld wieder in die USA fließen, dann könnte das alleine schon für ein gutes, zusätzliches Wachstum sorgen und über 200 Mrd. $ würden in die US Steuerkassen einmalig zusätzlich fließen.
Die LBBW gibt sich bezüglich Weltwirtschaft wie mittlerweile fast alle Volkswirte recht optimistisch, denn laut der LBBW passiert es nicht oft, dass sich beinahe in allen Weltregionen und Ländern die Konjunktur-Frühindikatoren in die gleiche Richtung entwickeln. Einzig Brasiliens Wirtschaft liegt von den bedeutenden Ländern unterhalb der Expansionsschwelle, weist aber einen positiven Trend auf. Darum sieht die LBBW nach wie vor die Börsenampeln auf Grün.
Die LBBW warnt aber auch, dass Italien ihre Schulden nicht in den Griff bekommen wird/könnte. Laut der LBBW müsste Italien ein Primärüberschuss ihrer öffentlichen Haushalte von mindestens drei Prozent erzielen, dass ihre Schulden tragfähig sind. Da aber das Wirtschaftswachstum in Italien immer noch sehr niedrig ist erwirtschaftete Italien im letzten Jahr lediglich einen Primärüberschuss von 1,6%. Für dieses Jahr wird ähnliches erwartet. Italien braucht unbedingt höheres Wirtschaftswachstum und insbesondere eine höhere Inflation und genau darum so die LBBW wird die EZB weiterhin eine expansive Geldpolitik verfolgen, um speziell Italien zu helfen. Ein weiteres Risiko sieht die LBBW in den USA, denn der dortige effiziente "Checks and Balances"-Mechanismus könnte dafür sorgen, dass Trump eventuell als "Lahme Ente" in die Geschichte eingehen könnte.
Hier die Einschätzungen der LBBW:
www.fondsprofessionell.at/news/maerkte/...ht-reagieren-133417/
Noch kurz zu Gold am Ende. Gold hat seine kurzfristige Trademarke, die 20 Tageslinie verloren und notiert nun genau an der 200 Tageslinie. War nach dem Unterschreiten der 20 Tageslinie auch genau so zu erwarten. Nun stehen vor einer ganz wichtigen Chartmarke.
Darüberhinaus liegt Gold aktuell inmitten einer Dreiecksformation und die wird dann wohl über das Wohl und Wehe von Gold auf Sicht von 2, 3 Monate entscheiden. Der obere Rand der Dreiecksformation liegt aktuell bei 1.275 $ und der untere Rand bei 1.235 $. So gesehen kann man von der Charttechnik her Gold momentan als neutral bis leicht negativ einstufen.
Mal sehen ob z.B. heute Abend durch die FED eine kleine Richtungsentscheidung kommen wird. Es könnte ja sein, dass die US-Notenbank andeutet, dass die möglichen Zinsschritte in diesem Jahr nun doch nicht bei 2 bis 3 liegen wie es erwartet wird, da die US Wirtschaft doch ein wenig langsamer läuft wie es noch vor 2 Monaten erwartet wurde. Wobei man aber Q1 nicht als Maßstab nehmen darf, denn das ist meist durch das extreme Wetter in den USA stark verzerrt und so kann man dann auch keine Rückschlüsse ziehen wie die US Wirtschaft wachsen wird/kann.
Vielleicht wird es aber bei Gold erst zu einer richtigen Entscheidung kommen nach der Frankreichwahl am Wochenende obs an die 1.200 oder an die 1.300 $ gehen wird. Zwar ist Macron immer noch klarer Favorit gegenüber der Le Pen (hat ja den 1. Wahlgang dann überraschend deutlich mit 2 Prozentpunkte gewonnen), aber die Nichtwähler vor allem aus dem linken Spektrum könnten der Le Pen in die Hände spielen, denn fast jeder Nichtwähler gibt eigentlich theoretisch der Le Pen seine Stimme. Dann ist in Frankreich noch ein verlängertes Wochenende (Montag ist dort Feiertag) was dazu noch für mehr Nichtwähler am Sonntag spricht. Nix ist fix, aber es ist dann doch recht unwahrscheinlich, dass die Le Pen gewinnt.