GoingPublic Kolumne: Das war's dann wohl

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GoingPublic Kolumne: Das war's dann wohl daxbunny

GoingPublic Kolumne: Das war's dann wohl

 
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GoingPublic Kolumne: Das war's dann wohl





WOLFRATSHAUSEN (GoingPublic.de) - Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) legt in drei Tagen 700 Punkten zu, Brasilien wird mit IWF-Milliarden überflutet und "gerettet" und auch sonst ist alles plötzlich wunderbar. So nicht.
Seit Monaten drückt sich US-Finanzminister Paul O'Neill, dem Reich der untergehenden Sonne und Gelder die notwendigen IWF-Milliarden auszuloben; kein Wunder, sitzt doch auch beim US-dominierten IWF das Geld nicht mehr locker. Sollte man meinen. Uruguay, die ehemalige Schweiz Südamerikas, muss vier Tage lang die Banken dichtmachen, um den Kollaps aufzuschieben. Argentinien ist bereits kaputt, doch in Brasilien gibt es offenbar für alle am meisten zu verlieren.

Eine der größeren US-Banken ließ in Argentinien über 2 Mrd. US-$ verdampfen, doch in Brasilien stehen 13 Mrd. US-$ "at risk". Europas Exposition ist noch größer, vor allem Spanien hängt tief drin. Zwei Länder in Lateinamerika haben bereits jetzt kein Bankensystem mehr, Argentinien und Uruguay. Eine Infizierung der Nachbarländer, wie oft verharmlosend gesagt wurde, war unumgänglich. Die Urus hatten zu Beginn des Jahres noch ein lachhaft geringes Länderrisiko, galten sie doch als das Vorzeigeprojekt des IWF, neben Chile. Doch ein 0,5 Mrd. US-$-Kredit im Juni verpuffte innerhalb von nur zwei Wochen beim vergeblichen Versuch, den Peso in seinem Fall zu stützen.

Brasilien wird jetzt mit 30 Mrd. US-$ bedacht, um den Zusammenbruch zu verschieben. Das rettet das Land gerade lange genug, damit ausländische Investoren noch fix ihre Gelder abziehen können, bevor auch Brasiliens Finanzsystem endgültig implodiert. Allein an dem einen Tag, als der brasilianische Real um 5 % abtauchte, hat sich der Schuldenstand durch die Dollarisierung mal eben um 7,5 Mrd. US-$ erhöht, ohne jegliche Gegenleistung für das Land.

Wie es hieß, soll es eine eiligst einberufene Krisensitzung gegeben haben, um die brasilianische Implosion zu verhindern, zumindest solange, bis alle ausländischen Investoren ihre noch rettbaren Gelder abgezogen haben. Und eine Krisensitzung scheint auch für den unvermittelten Blow-out der US-Märkte seit Ende Juli verantwortlich zu sein. Just am Tag der GoingPublic Kolumne "ACT der Verzweiflung - wer steht dem Markt noch bei?" am 24. Juli schoss der Dow (^DJI - Nachrichten) mal eben um fast 500 Punkte rekordebrechend nach oben. Der nächste singuläre Pop-off ging gleich fünf Tage später am 29. über die Bühne, doch in dieser Woche hatten wir gleich drei Tage in Folge mit dreistelligen Punktegewinnen, sechs Tage mit dreistelligen Kursveränderungen in Folge. Es werden offensichtlich alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um eine Kernschmelze vor den US-Kongress-Wahlen im November verhindert zu wissen.

Wer auf die hohen Volumina an diesen Tagen verweist und damit den oder einen Boden des 2 ½-jährigen Crashs ausruft, läßt sich selbst lauwarmes Wasser den Rücken runterrieseln und stellt fest: "Es regnet". Es ist natürlich kein bisschen verdächtig, dass im Juli/August, der Haupturlaubszeit und bekannt für ausgetrocknete Märkte, Rekordvolumina verzeichnet werden. Wenn wir einen Boden haben, dann deshalb, weil der US-Markt manipuliert wird, und nicht, weil Linien dies sagen und auch nicht, weil die Wirtschaftsdaten auf ein Ende der Malaise deuten würden. Die offenbar Andersen-mäßig geprüften US-Statistiken brechen nun leider auch gerade weg. Man darf jedoch dem Beobachteten auch was Positives abgewinnen: Vor November wird nichts in sich zusammenfallen, weder der US-Markt noch Brasilien. Und danach wird man dann weitersehen. Alles wird gut werden.

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