Chaplin hat ja schon gezeigt, dass es nicht immer gut ist, wenn alles immer schneller und schneller wird. Auf der einen Seite sind wir in zwei Stunden zur Besprechung (heißt ja heute Meeting) in Lisboa & können am selben Abend wieder zu Hause im eigenen Bettchen schnurcheln. Auf der anderen Seite sind diese Meetings nicht immer fruchtbar - Ich bin eigentlich zum Schaffen hier, nicht zum Reden.
Auch war die Reise als solche "früher" ein Erlebnis. Auf der Strecke hat man interessante Menschen kennen gelernt. Die E70 zwischen Budapest und Belgrad etwa war früher ne Landstraße. Ne abenteuerliche Landstraße - da gab es von Ochsenkarren über LKW mit einer fehelndem Reifen auf einer Seite bis hin zum total Besoffenen, der sich Mitten auf die Straße zum Pennen legt alles. An dieser waren Restaurants, Büdchen, Verkaufsstände mit allem, was das Herz begehrt - heute isses ne Autobahn mit McDonalds, die Menschen, die an den großen Tanken sind, sind zwar real aber nicht "da"!
Früher war ne Aktie ein Anteil an einer Firma. Der Aktionär hat der Klitsche Eigenkapital zur Verfügung gestellt und dafür ne Verzinsung gefordert. Das ganze nennt sich Dividende, was grundsätzlich aus der Verzinsung auf das Eigenkapital resultiert. Heute hat ma EK-Quoten von jenseits der 30%, weil man ne Eigenkapitalquote hat, bei der früher jeder ungelernte Handewrksgesellengehilfe gesagt hätte, dass es nicht reicht, ne Firma zu gründen. Also gut, man hebelt heute, m schneller ans Ziel zu kommen. Aber der Hebel soll sich auch schnell auszahlen - darum schaut man als Aktionär heute komischerweise nur noch auf den Kurs - Dividende? Baaaahhhh! Verstaubt...
Die Frage, die sich stellt: Warum Aktie kaufen, wenn man eigentlich Zertis haben möchte? Tolle Hebel, tolle Bewegung, tolle Geschwindigkeiten.
Doppel-ID, Doppel-D, alles eine Baustelle!