New York - Lehman Brotherrs braucht dringend Geld. Zuletzt hatte das über 150 Jahre alte Traditionshaus vergeblich neue Investoren etwa in Asien gesucht. Der Verkauf von Konzernteilen soll nun frisches Kapital in die Kassen spülen und die Bank zudem von riskanten Immobiliengeschäften befreien.
Allein in dem Ende August abgelaufenen Geschäftsquartal musste Lehman überwiegend im Zuge der Kreditkrise weitere 7,8 Milliarden Dollar abschreiben - so häufte das Finanzhaus ein Minus von 3,9 Milliarden Dollar an. Lehman-Aktien waren am Dienstag durch panikartige Verkäufe um fast die Hälfte auf ein Zehn-Jahres-Tief von 7,79 Dollar eingebrochen. Die Bank hatte als Reaktion die Veröffentlichung ihrer vorläufigen Zahlen überraschend um gut eine Woche vorgezogen. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse verlor die Aktie am Mittwoch vorbörslich zunächst weiter, drehte dann aber ins Plus. Fuld kritisierte, Spekulanten hätten den Kurs zuletzt nach unten getrieben.
Die gigantischen Verluste sind dennoch ein Schock für die Wall Street. Analysten hatten für das abgelaufene Quartal einen weit geringeren Verlust erwartet. Ein Jahr zuvor hatte die Bank noch 887 Millionen Dollar Gewinn erzielt. Bereits im zweiten Geschäftsquartal hatte die Bank ein Minus von 2,8 Milliarden Dollar eingefahren und sich sechs Milliarden Dollar neues Kapital besorgt.
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