Gesco, Substanz und Phantasie


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Gesco, Substanz und Phantasie

 
11.12.02 17:33
Gesco – Beteiligungen mit Substanz und Fantasie

11. Dezember 2002, 17:22

Die Gesco AG vereint als Holdinggesellschaft Unternehmen für Basis-Technologien und Neue Technologien. Dabei hat sich Gesco der Aufgabe verschrieben, profitable und strategisch interessante Unternehmen des industriellen Mittelstands zu erwerben, sie weiterzuentwickeln und damit den Wert der einzelnen Unternehmen wie auch der gesamten Gruppe zu steigern. Dabei steht immer die Steigerung der Ertragskraft und nicht das Umsatzwachstum im Vordergrund. Mit der Konzentration auf Unternehmen des produzierenden industriellen Mittelstandes gelang es dem Unternehmen sich dem Verfall der neuen Technologien weitestgehend zu entziehen. Hätte Gesco voll auf Neue Technologien gesetzt, wären Dividendenzahlungen undenkbar.

Im Geschäftsfeld Basis-Technologien übernimmt Gesco mittelständische Nischenanbieter der Segmente Werkzeug-/Maschinenbau und Kunststoff-Technik zu 100 Prozent der Anteile und auf lange Sicht. Dabei stehen auch meist Nachfolgeregelungen im Vordergrund. Bei den Aktivitäten wird großer Wert auf eine Balance von Solidität und Dynamik gelegt. Damit konnte die Gesellschaft in den vergangenen Jahren hervorragende Erfahrungen machen. Qualifizierte Branchen-Experten führen die Tochtergesellschaften, an denen sie in der Regel als Gesellschafter mitbeteiligt sind. Gesco sichert dabei als Führungsgesellschaft zeitgemäße Management-Standards und leistet Coaching, Consulting und Controlling. Die Zugehörigkeit zur Gruppe verschafft den Tochtergesellschaften ein exzellentes Standing bei Banken, Kunden und Lieferanten. Als strategische Ergänzung beteiligt sich das Unternehmen zudem über ihre 100prozentige Tochtergesellschaft Gesco Technology AG mit Minderheitsbeteiligungen an einigen ausgesuchten, aufstrebenden Unternehmen der Neuen Technologien, in der Regel mit Co-Investoren aus den jeweils relevanten Branchen. Die Neuen Technologien umfassen sechs Minderheitsbeteiligungen, deren künftiger Ertrag ausschließlich aus dem Anteilsverkauf stammen dürfte, da auf Börsengänge kaum gehofft werden kann. Dabei soll das Portfolio nicht ausgeweitet, aber auch nicht überstürzt liquidiert werden. In den kommenden Jahren ist hier eine vollständige Trennung von diesem Geschäftsfeld geplant.
Der Konzernumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 stieg einschließlich des zeitanteiligen Umsatzes der Anfang 2002 neu hinzugekommenen SVT GmbH um 6,8 Prozent von 146,5 Mio Euro auf 156,4 Mio Euro. Das Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich von 14,7 Mio Euro auf 15,4 Mio Euro. Durch einen Anstieg der Verbindlichkeiten aufgrund des hohen Kurses des Schweizer Franken gegenüber dem Euro sowie auch steuerlich motivierte Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens sank der Konzernjahresüberschuss von 4,1 Mio Euro auf 2,8 Mio Euro. Die operative Ertragskraft der Unternehmen im Geschäftsfeld Basis-Technologien war trotz erschwerter Bedingungen ungebrochen. Die Beteiligungen im Geschäftsfeld Neue Technologien haben, sofern sie bereits operativ tätig waren, deutlich unter der Investitionszurückhaltung potenzieller Industriekunden gelitten. Während sich die Unternehmen im Geschäftsfeld Basis-Technologien in einem schwachen konjunkturellen Umfeld zufriedenstellend behaupten konnten, musste im Geschäftsfeld Neue Technologien im zweiten Quartal 2002/2003 eine außerplanmäßige Abschreibung auf die Silicon Vision AG vorgenommen werden. Der Auftragseingang im Konzern erhöhte sich im ersten Halbjahr um 1,6 Prozent von 76,4 Mio Euro auf 77,7 Mio Euro. Der Umsatz konnte um 2,7 Prozent von 74,7 Mio Euro auf 76,7 Mio Euro zulegen. Das EBITDA wuchs dabei überproportional um 12,7 Prozent von 6,6 Mio Euro auf 7,7 Mio Euro. Aufgrund der außerplanmäßigen Abschreibung auf Silicon Vision belief sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im ersten Halbjahr auf –0,487 Mio Euro nach einem Plus von 2,8 Mio Euro. Der Konzernüberschuss sank von 1,7 Mio Euro auf –0,603 Mio Euro.
Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind jedoch weiter verhalten. So geht der Vorstand von einer leichten Verfehlung der bisherigen Umsatz- und Ergebnisplanungen aus. Dennoch will das Unternehmen an seiner aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik festhalten. Mit dem klaren Bekenntnis des Vorstands zum operativ ertragreichen Kerngeschäft und der Beendigung des Engagements bei den Neuen Technologien sollte das Unternehmen wieder zu alter Wachstumsstärke zurückfinden. Nicht zuletzt sorgt die gute Dividendenrendite von 6 Prozent für ein interessantes Investment. Auch die soliden Bilanzrelationen bei einem Börsenwert von etwa zwei Drittel des Buchwertes und das niedrige KGV von 8 auf Basis der 2003er Gewinnerwartung bieten dem langfristig orientierten Anleger günstige Perspektiven. Aufgrund des geringen Handelsvolumens sollten Limite eingesetzt werden. [WKN 587 590]



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