Guten Morgen!
Mir scheint eine Trennung der Punkte nötig, die in der Diskussion oft vermischt werden.
1) Periodengerechte Verbuchung von Umsatz und Ertrag
Gedanklich kann man sich dem Thema so nähern: Das griffigste Beispiel ist ein Zeitschriftenabo, das für 12 Monate abgeschlossen wird und sofort voll bezahlt ist. Sofern das im Januar passiert, ist Umsatz und Ertrag (darauf entfallender Gewinn) im richtigen Geschäftsjahr. Sobald das aber erst im Februar erfolgt, muß man einen Monat (Januar Folgejahr) abgrenzen. Sowohl der Umsatz als auch der entsprechende Ertrag muß aus dem laufenden Geschäftsjahr raus und ins Folgejahr rein. Im derzeitigen Geschäftsjahr mindert sich Umsatz und Ertrag um diesen Anteil. Im Beispiel 1/12.
Im Monat März sind es schon 2/12, die abzugrenzen sind und so weiter. Im Dezember sind es dann 11/12 von Umsatz und Ertrag, die ins Folgejahr einfließen.
Hier sind es natürlich keine Zeitschriften, aber wohl langjährige Liefervereinbarungen mit Abrufkontingenten oder dergleichen.
Folge: Der tatsächliche Jahresumsatz und der darauf entfallende Ertrag sind im Berichtsjahr zu kürzen, eine Verschiebung auf das/die Folgejahr/e. Man hat sich zu gut dargestellt. Das mag auf den ersten Blick als nicht so schlimm erscheinen, die Umsätze/Erträge sind ja nicht verloren. Nur der Ballon war für das Berichtsjahr zu dick aufgeblasen, auch der Gewinn pro Aktie ist tatsächlich niedriger als angegeben.
2) Abschreibung auf Investitionen
Hier sprechen wir von hohen Beträgen, möglicherweise so hoch, dass der Jahresgewinn völlig aufgebraucht wird. Es hilft ein Blick auf das vorhandene Eigenkapital und die Höhe der Abschreibungen, es erfolgt im Endeffekt eine Kürzung des EK 1:1 durch die Abschreibung sofort im Berichtszeitraum.
3) fehlende interne und externe Struktur und Kontrolle in einem börsennotierten Konzern
Gleichgültig, ob es ein Fehlverhalten einzelner Personen ist oder bewußt gesteuertes Verhalten, es wirft ein schlechtes Licht auf die interne Organisation. Verantwortlich ist der Vorstand. Er muß interne Strukturen und Kontrollen vorgeben und umsetzen. Wir reden von einem börsennotierten Unternehmen. Erst in der zweiten Linie reden wir dann vom Wirtschaftsprüfer. Er kann nur stichpunktartig prüfen und es ist ein hoher Aufwand. Gleichwohl sind die jetzt zur Sprache gekommenen Defizite sehr typisch. Ein verantwortungsbewußter WP hat diese Themen auf dem Schirm. Also auch hier gar nicht gut!
So, das nun meine 3 Cents am Morgen. Gerne Feedback!
Tatsächlich war ich gestern versucht zu kaufen. Mir fehlen aber Elemente als Entscheidungsgrundlage.
Beste Grüße
NR
Mir scheint eine Trennung der Punkte nötig, die in der Diskussion oft vermischt werden.
1) Periodengerechte Verbuchung von Umsatz und Ertrag
Gedanklich kann man sich dem Thema so nähern: Das griffigste Beispiel ist ein Zeitschriftenabo, das für 12 Monate abgeschlossen wird und sofort voll bezahlt ist. Sofern das im Januar passiert, ist Umsatz und Ertrag (darauf entfallender Gewinn) im richtigen Geschäftsjahr. Sobald das aber erst im Februar erfolgt, muß man einen Monat (Januar Folgejahr) abgrenzen. Sowohl der Umsatz als auch der entsprechende Ertrag muß aus dem laufenden Geschäftsjahr raus und ins Folgejahr rein. Im derzeitigen Geschäftsjahr mindert sich Umsatz und Ertrag um diesen Anteil. Im Beispiel 1/12.
Im Monat März sind es schon 2/12, die abzugrenzen sind und so weiter. Im Dezember sind es dann 11/12 von Umsatz und Ertrag, die ins Folgejahr einfließen.
Hier sind es natürlich keine Zeitschriften, aber wohl langjährige Liefervereinbarungen mit Abrufkontingenten oder dergleichen.
Folge: Der tatsächliche Jahresumsatz und der darauf entfallende Ertrag sind im Berichtsjahr zu kürzen, eine Verschiebung auf das/die Folgejahr/e. Man hat sich zu gut dargestellt. Das mag auf den ersten Blick als nicht so schlimm erscheinen, die Umsätze/Erträge sind ja nicht verloren. Nur der Ballon war für das Berichtsjahr zu dick aufgeblasen, auch der Gewinn pro Aktie ist tatsächlich niedriger als angegeben.
2) Abschreibung auf Investitionen
Hier sprechen wir von hohen Beträgen, möglicherweise so hoch, dass der Jahresgewinn völlig aufgebraucht wird. Es hilft ein Blick auf das vorhandene Eigenkapital und die Höhe der Abschreibungen, es erfolgt im Endeffekt eine Kürzung des EK 1:1 durch die Abschreibung sofort im Berichtszeitraum.
3) fehlende interne und externe Struktur und Kontrolle in einem börsennotierten Konzern
Gleichgültig, ob es ein Fehlverhalten einzelner Personen ist oder bewußt gesteuertes Verhalten, es wirft ein schlechtes Licht auf die interne Organisation. Verantwortlich ist der Vorstand. Er muß interne Strukturen und Kontrollen vorgeben und umsetzen. Wir reden von einem börsennotierten Unternehmen. Erst in der zweiten Linie reden wir dann vom Wirtschaftsprüfer. Er kann nur stichpunktartig prüfen und es ist ein hoher Aufwand. Gleichwohl sind die jetzt zur Sprache gekommenen Defizite sehr typisch. Ein verantwortungsbewußter WP hat diese Themen auf dem Schirm. Also auch hier gar nicht gut!
So, das nun meine 3 Cents am Morgen. Gerne Feedback!
Tatsächlich war ich gestern versucht zu kaufen. Mir fehlen aber Elemente als Entscheidungsgrundlage.
Beste Grüße
NR