Gepanschte Bordeaux-Weine in den Regalen
Ein neuer Weinskandal um französische Weine erfaßt die Niederlande und Belgien.
PROST
BRÜSSEL/DEN HAAG. Wieder wurde mit Wein gepanscht. Betroffen sind nun gefälschte Bordeaux-Weine, die in Supermärkten in den Niederlanden und Belgien aufgetaucht sind. Weintrinkern und -liebhabern wird dadurch der Genuß einer Flasche Montagne Saint Emilion, eines Medoc oder eines Côtes de Bourg wieder einmal vergällt. Denn die Flaschen könnten mit anderen Weinen aus anderen Regionen der Welt gefüllt sein. Vorsicht ist auch bei weißen Bordeaux-Weinen aus dem Anbaugebiet Entre Deux Mers geboten. Auch sie sollen von skrupellosen Winzern gemeinsam mit niederländischen und belgischen Weinhändlern gepanscht worden sein.
Aus billigen Tafelweinen wurden so teure Tropfen, die pro Flasche um 15 Euro angeboten werden können. Es sei auch mit gefälschten Etiketten gearbeitet worden, heißt es. Laut Algemeen Dagblad und Le Parisien hat die französische Polizei Service Regional de Police Judiciaire (SRPI) mittlerweile zahlreiche kleinere und mittelgroße Winzer im Bordeaux-Gebiet be- und durchsucht. Die SRPI vermutet, daß bis zu 700.000 Hektoliter Wein gepanscht wurden.
Von den Weingütern mit großen Namen im Bordeaux soll jedoch keines betroffen sein, heißt es bisher. Hinweise auf gepanschte Weine in anderen europäischen Ländern gibt es bisher nicht. Der Direktor des niederländischen Nationalen Weinlabors, Harry van den Dungen, merkt aber an: "Der neue Weinskandal überrascht mich überhaupt nicht." Wer sich in den Läden umsehe, müsse auch als Weinlaie stutzig werden. Denn es würden Qualitätsweine schon um zwei bis vier Euro je Bouteille angeboten - und da müsse einfach etwas faul sein.
Andere Weinexperten kritisieren auch die Haltung der Weintrinker. "Viele wollen zwar einen Wein mit klingendem Namen, aber so wenig wie möglich bezahlen. Dieser mit Geiz gepaarte Wein-Snobismus ist die Basis für Betrüger und Panscher," sagt Ronald de Groot, Chefredakteur der Zeitschrift "Perswijn". In seinen Kolumnen und Weinrezensionen predigt de Groot seit langem die alte, von vielen Weintrinkern aber längst vergessene Binsenweisheit: "Ein Wein schmeckt, oder er schmeckt nicht. Das muß jeder Weintrinker selbst entscheiden. Nur das zählt."
Ein neuer Weinskandal um französische Weine erfaßt die Niederlande und Belgien.
PROST
BRÜSSEL/DEN HAAG. Wieder wurde mit Wein gepanscht. Betroffen sind nun gefälschte Bordeaux-Weine, die in Supermärkten in den Niederlanden und Belgien aufgetaucht sind. Weintrinkern und -liebhabern wird dadurch der Genuß einer Flasche Montagne Saint Emilion, eines Medoc oder eines Côtes de Bourg wieder einmal vergällt. Denn die Flaschen könnten mit anderen Weinen aus anderen Regionen der Welt gefüllt sein. Vorsicht ist auch bei weißen Bordeaux-Weinen aus dem Anbaugebiet Entre Deux Mers geboten. Auch sie sollen von skrupellosen Winzern gemeinsam mit niederländischen und belgischen Weinhändlern gepanscht worden sein.
Aus billigen Tafelweinen wurden so teure Tropfen, die pro Flasche um 15 Euro angeboten werden können. Es sei auch mit gefälschten Etiketten gearbeitet worden, heißt es. Laut Algemeen Dagblad und Le Parisien hat die französische Polizei Service Regional de Police Judiciaire (SRPI) mittlerweile zahlreiche kleinere und mittelgroße Winzer im Bordeaux-Gebiet be- und durchsucht. Die SRPI vermutet, daß bis zu 700.000 Hektoliter Wein gepanscht wurden.
Von den Weingütern mit großen Namen im Bordeaux soll jedoch keines betroffen sein, heißt es bisher. Hinweise auf gepanschte Weine in anderen europäischen Ländern gibt es bisher nicht. Der Direktor des niederländischen Nationalen Weinlabors, Harry van den Dungen, merkt aber an: "Der neue Weinskandal überrascht mich überhaupt nicht." Wer sich in den Läden umsehe, müsse auch als Weinlaie stutzig werden. Denn es würden Qualitätsweine schon um zwei bis vier Euro je Bouteille angeboten - und da müsse einfach etwas faul sein.
Andere Weinexperten kritisieren auch die Haltung der Weintrinker. "Viele wollen zwar einen Wein mit klingendem Namen, aber so wenig wie möglich bezahlen. Dieser mit Geiz gepaarte Wein-Snobismus ist die Basis für Betrüger und Panscher," sagt Ronald de Groot, Chefredakteur der Zeitschrift "Perswijn". In seinen Kolumnen und Weinrezensionen predigt de Groot seit langem die alte, von vielen Weintrinkern aber längst vergessene Binsenweisheit: "Ein Wein schmeckt, oder er schmeckt nicht. Das muß jeder Weintrinker selbst entscheiden. Nur das zählt."