Geld kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen


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Libuda:

Geld kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen

 
22.01.05 13:20
Eine boomende Konjunktur und ein Bullenmarkt sind zwei Paar Stiefel

Liquidität reicht nicht für den Antrieb beider Felder. Unter den Weltbörsen hat Deutschland den größten Nachholbedarf, meint Gottfried Heller
von Gottfried Heller

Die Weltwirtschaft ist im letzten Jahr mit 4,8 Prozent so stark gewachsen, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Auch in diesem Jahr wird sich das robuste Wachstum fortsetzen, wenn auch etwas langsamer. Die Prognosen gehen von einem globalen Wachstum von 3,5 bis vier Prozent aus.


Insgesamt ist zu erwarten, daß die Wachstumsraten in den einzelnen Regionen nicht mehr so weit auseinanderklaffen wie im Jahr zuvor.


Die Motoren der Weltwirtschaft im Jahr 2004 waren die USA und China. Mit massiven Steuersenkungen und einer expansiven Geldpolitik der Fed bekam die US-Wirtschaft eine enorme Stimulanz. China entwickelte ein geradezu ungezügeltes Wachstum von 9,5 Prozent. Nutznießer dieses Wirtschaftsbooms war die ganze restliche Welt.


Die Gewinne der Unternehmen sprudelten geradezu. Da möchte man meinen, daß die Börsenkurse gleichfalls in die Höhe hätten schießen müssen. Nichts davon! In China bewegten sich die Kurse in die entgegengesetzte Richtung: Die Börse in Shanghai beendete das Jahr 2004 mit einem satten Minus von 28 Prozent und in den USA schaffte der Dow Jones ein nur kleines Plus. Der größte Wirtschaftsboom seit 30 Jahren löste an den Börsen keine Kurssprünge aus. Die Börse hat ihre eigene Logik.


Eine boomende Konjunktur und ein Bullenmarkt sind zwei Paar Stiefel, die meist nicht im Gleichschritt gehen. Ein mäßiges Wirtschaftswachstum ist besser für die Börse. Geld kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Die etwas gemächlichere Gangart der Wirtschaft in diesem Jahr bietet daher eine bessere Konstellation für die Börse als 2004. Die Voraussetzungen dafür sind günstig. Was könnte das Bild trüben? Die größten Risiken sind ein hoher Ölpreis und ein schwacher Dollar.


Beim Öl dürfte das Schlimmste überstanden sein. Der hohe Ölpreis bremst das Wachstum und damit auch den Ölbedarf. Der Ölpreis kann auf 35 Dollar fallen oder sogar noch tiefer.


Ein Absturz des US-Dollar ist nicht zu befürchten. Asiatische Notenbanken, in erster Linie China, haben 2004 einen Teil ihrer Währungsreserven in Euro umgeschichtet. Es gibt Grenzen, bis zu denen Zentralbanken sich mit Euro-Reserven wohlfühlen können, denn der Euro ist keineswegs eine weniger riskante Anlage als der US-Dollar. Man denke nur an das Gerangel um die Lockerung des Stabilitätspakts und an die Tricks der Griechen, die sich den Euro-Beitritt erschwindelt haben.


Daneben wird sich die Zinsdifferenz zugunsten des Dollar durch weitere Zinserhöhungen der Fed noch vergrößern und ihn für Auslandskapital attraktiver machen. Gegenüber dem Euro dürfte sich der Dollar auf dem jetzigen Niveau stabilisieren.


Unter Abwägung der Chancen und Risiken für die Wirtschaft und die Finanzmärkte sehen wir ein Jahr vor uns, in dem sich die bestehenden Trends nicht wesentlich ändern werden, und die sind: relativ niedrige Zinsen, geringe Inflation, hohe Produktivität, harter Wettbewerb, ungenutzte Kapazitäten sowohl in der Industrie als auch im Arbeitsmarkt, solides, mäßiges weltweites Wachstum.


Man darf erwarten, daß an der Börse der US-Leithammel vorangeht. Das heißt aber nicht, daß am Jahresende die US-Börse mit dem Dow Jones die Nase vorne haben wird - es dürfte eher Euroland mit dem Dax und dem Euro Stoxx sein. Am billigsten in Europa sind deutsche Titel: Gemessen am Buchwert und am Cash-flow sind sie um 50 Prozent günstiger als amerikanische Titel. Im Gegensatz zu den Amerikanern haben die Deutschen einen erheblichen Nachholbedarf in Sachen Konsum. Sie sind auch weniger verschuldet. Die Finanzsituation der Verbraucher in Euroland ist ungleich besser als die der US-Konsumenten. Daher sind hier auch die Aussichten für das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne besser als in den USA. Auch die positiven Auswirkungen, die sich durch die Reformen in Deutschland noch ergeben werden, spiegeln sich bisher nicht in den Aktienkursen wider.


Gibt es interessante Anlagealternativen? Das Chance/Risiko-Verhältnis reicht bei Anleihen von unattraktiv bis riskant, bei Garantiezertifikaten und Hedge-Fonds ist es bescheiden und bei offenen Immobilienfonds ist es zweifelhaft. Das Chance/Risiko-Verhältnis bei Aktien dagegen ist im historischen Vergleich heute günstig und es ist im Vergleich zu den Anlagealternativen eindeutig besser.


Artikel erschienen am Sa, 22. Januar 2005
 
   
   
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bammie:

Gegensätze ziehen sich an.

 
22.01.05 13:40
Der Ölpreis bzw insgesamt die Rohstoffe, werden m.M. nach nicht fallen, sondern mehr und mehr gefragt werden.

Insgesamt, die Vergangenheit der USA ist die Zukunft der Eurozone.

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Libuda:

Jein,

 
22.01.05 16:30
langfristig könntest Du recht haben, ganz langfirstig ist eine Aussage extrem schwierig, da sich der technologische Fortschritt nur schwer abschätzen lässt. Mittelfristig teile ich Deine Auffassung nicht, inbesondere beim Öl.

Dass der Olpreis langfristig etwas stärker steigen wird als die übrigen Preise, vermute ich auch. Allerdings haben sich die Preise momentanen weit von diesem Anstiegspfad nach oben entfernt. Die Nachfrage reagiert sehr viel stärker auf Preisveränderungen, als uns das der eine oder andere Experte weissmachen will. Zudem sind solche Aussagen, wie die von der starren oder elastischen Nachfrage bzw. dem Angebot Nonsens, wenn nicht die Zeitdimension angegeben wird. Je länger die Betrachtungszeiträume sind, desto elastischer sind Nachfrage und Angebot. Insbesondere bei der Nachfrage waren die Rückgänge schon so heftig, dass die Anbieter den hohen Preis nur durch massive Förderkürzungen halten konnten. Wir sind also schon wieder in den Bereich der künstlichen Verknappungen eingetreten, die sehr viel fragiler sind als ein tatsächlich fördertechnisch beschränktes Angebot. Auch Substitutionsprozesse sind im vollen Gange, heben die Kohlepreise - und gerade auf diesem Sektor stehen riesige Erschließungen nicht allzuweit vor der Marktreife, die sicher jetzt massiv und mit allen erdenklichen Mitteln gefördert werden.
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Libuda:

Lasst Euch von den Katastropheten nicht verarschen

 
23.01.05 22:37
Das wichtigste Wirtschaftsdatum: Produktivtät

Eine der am wenigsten nachvollziehbaren Dinge in den Diskussionen im ökonomischen Bereich ist die Vernachlässigung der mit Abstand wichtigsten ökonomischen Größe: der Produktivität. Es ist geradezu grotesk wie selbst Leute, die sich als Wissenschaftler bezeichnen und einen auf Professor mimen, den langfristig völlig unwichtigen "Geldschleier" anbeten, um einen Begriff zu wählen, als es noch echte Wissenschaftler gab, die nicht nur publicity- und geldgeil waren.

In der letzten FTD kann man unter Überschrift "Europäische Produktiviät zieht an" lesen:

" In Europa häufen sich die Anzeichen, dass die Firmenausgaben für Computer und Software zu einem dauerhaft höheren Wachstum führen. Nach Berechungen des Conference Board ist die Produktivität der europäischen Beschäftigten im vergangenen Jahr so schnell gewachsen wie seit dem Boom 1999/2000 nicht mehr. Die Wertschöpfung pro Arbeitsstunde legte in der alten EU um 1,3% zu nach einem Plus von nur 0,9% in 2003.

Mit den jüngsten Daten hat sich der Abstand beim Produktitvitätswachstum zwischen Europa und den USA wieder verringert. Die US-Wirtschaft steigerte ihre Effizienz im vergangenen Jahr um 3,1%, 0,5% weniger als 2003. Amerika hat seit den späten 90er Jahren einen Produktivitätsschub von mehr als drei Prozent erlebt. Experten hatten die Beschleunigung auf kräftige Investitionen in Informationstechnologie in den Vorjahren zurückgeführt."

3,6% und auch die 3,1% von 2004 sind sensationelle Zahlen, oder wie man heute sagt: "echt geil". Unter Berucksichtigung eines Wachstum der Zahl der Beschäftigten sind wir damit auf einen unglaublich hohen langfristigen Wachstumpfad von 4%. Selbst wenn wir bei der Produktivitat in den nächsten zehn Jahren "nur" einen Wert von plus 2,6% schaffen, wie es jetzt die Notenbank von New York, vorhersage (nach 2,1% aufgrund früherer Schätzungen), ergibt sich unter Berücksichitung des Wachstums der Bevölkerung/Beschäftigten ein Wachstumspfad von ca.3,6%.

Meint Ihr wirklich, dass die Aktienkurse, deren KGV in vielen Märkten nur halb so hoch ist wie das Renten-KGV diese Fakten widerspiegeln? Wie heißt es in einer Werbung, die ich durch das Wörtchen "Katastropheten" ergänzt habe: "Lasst Euch von den Katastropheten nicht verarschen."





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bammie:

die künstlichen Verknappungen sind

 
23.01.05 23:50
m.M. nach eher mittelfristig. Ich meinte auch Langfristig, wenn man sich die Entwicklung beipielsweise in Asien betrachtet bzw ins Verhältnis setzt.

Allerdings, je länger der Zeitraum, desto elastischer die Prognosen/Meinungen. Das sehe ich auch so. Desweiteren spielen hierzu noch wesentlich mehr Faktoren eine Rolle, insbesondere im kurz- bis mittelfristigen Bereich die den Preis ebenfalls beeinflussen bzw die langfristige Betrachtung anpassen.


 
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bammie:

Das teure Erdöl: Vor- und Nachteile für Russland

 
24.01.05 00:01

MOSKAU, 21. Januar (Jana Jurowa, politische Kommentatorin der RIA Nowosti.) Das endgültige wirtschaftliche Fazit eines Jahres wird in den meisten Ländern gewöhnlich im März gezogen. Dennoch kann schon jetzt gesagt werden, dass das vergangene Jahr für Russland recht erfolgreich war.

Bekanntlich begann im Sommer des vorigen Jahres ein aktiver Preisanstieg beim Erdöl. Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung und Handel der Russischen Föderation lag im Januar - November der durchschnittliche Weltpreis für russisches Erdöl bei 34,3 US-Dollar pro Barrel.

Naturgemäß strich das an diesem Rohstoff reiche Russland einen beträchtlichen Gewinn ein. Insgesamt wurden 2004 beinahe 450 Millionen Tonnen Erdöl gefördert, und sein Export stieg laut Angaben des Staatlichen Zollkomitees Russlands zum September 2004 um 15,4 Prozent an.

Selbstverständlich wirkte sich der verstärkte Zustrom von Petrodollars in Russlands Wirtschaft merklich auf seine ökonomischen Kennziffern aus. So wurde der föderale Haushalt des Landes im vorigen Jahr mit einem Überschuss von 25 Milliarden US-Dollar erfüllt, was 4,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausmachte. Übrigens ist dieser Trend im Lande schon seit mehr als vier Jahren zu beobachten. Die Haushaltseinnahmen ergaben 2004 insgesamt ungefähr 107 Milliarden Dollar beziehungsweise 104,5 Prozent der Auflage für das Jahr, die Haushaltsausgaben beliefen sich auf 97 Milliarden Dollar beziehungsweise auf 98,8 Prozent.

Laut Gesetz fließen die Haushaltseinnahmen, die sich bei einem Ölpreis von mehr als 20 Dollar je Barrel ergeben, dem Stabilisierungsfonds Russlands zu. Im Ergebnis lagen zum 1. Januar 2005 in der staatlichen "Sparbüchse" rund 20 Milliarden Dollar. Das Basisvolumen des Stabilisierungsfonds war, wie erinnerlich, mit 500 Milliarden Rubel festgelegt (der heutige Kurs: ca. 28 Rubel je Dollar). Das ist der eiserne Bestand, den man nur erhöhen darf, beispielsweise durch Anlage in hochliquiden ausländischen Aktiva. Dagegen können die Überschüsse über die 500 Milliarden hinaus dafür verwendet werden, die äußeren Staatsschulden zu bedienen und das Defizit des Rentenfonds abzudecken. So geschah es auch: Im vorigen Jahr war die staatliche Auslandsschuld seit 1999 um ein Drittel abgebaut; laut Angaben zum 1. Oktober beträgt sie 112,9 Milliarden Dollar.

Mehr noch, die Gold- und Devisenreserven Russlands stiegen im vergangenen Jahr beinahe um 70 Prozent und werden bald 120 Milliarden Dollar erreichen. Nicht einmal in den Zeiten der Sowjetunion hatten wir solch rekordmäßige Kennziffern. Heute übersteigen die Gold- und Devisenreserven den Umfang der äußeren Staatsschuld. Das bedeutet, dass Russland zu Recht als Nettokreditor bezeichnet werden kann.

Das Bruttoinlandsprodukt der Russischen Föderation betrug laut vorläufigen Angaben ca. 613 Milliarden Dollar, sein jahresdurchschnittliches Wachstumstempo machte 6,8 Prozent aus. Gewiss, das ist nicht die Größenordnung, die das Land beim Ziehen des Fazits von 2004 erwartet hat (in der Prognose des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung und Handel war der BIP-Zuwachs nach den Ergebnissen von 2004 in einer Höhe von 6,9 - 7,1 Prozent geplant). Dennoch liegt die Kennziffer nicht unter denen, die Russland in den letzten fünf Jahren erreichte. Das BIP pro Kopf der Bevölkerung belief sich 2004 auf rund 4 000 Dollar.

Indes stiegen die Investitionen in Russlands Grundkapital um mehr als 10 Prozent. Die Direktinvestitionen beliefen sich im laufenden Jahr im Lande auf rund 10 Milliarden Dollar. Am meisten investieren in die russische Wirtschaft nach wie vor Deutschland, Zypern, die Niederlande, Luxemburg, Großbritannien, die Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreich.

Das ist gewiss nicht gerade die höchste Kennziffer. Aber im vorigen Jahr stellte sich die Hoffnung auf ihr Wachstum ein. Wie man weiß, erhöhte die internationale Rating-Agentur Fitch Ende 2004 das langfristige souveräne Rating der Russischen Föderation in Devisen und Nationalwährung von der Ebene "BB+" auf "BBB-", das kurzfristige Rating von "B" auf "F3" und das Rating des "Landesplafonds" von "BB+" auf "BBB-". Dies mit einer stabilen Prognose für alle Kategorien.

Der Umfang der Industrieproduktion nahm in der Russischen Föderation laut Angaben der Föderalen Agentur für staatliche Statistiken (Rosstat) im Zeitraum Januar - Oktober 2004 um 6,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2003 zu. Den größten Zuwachs zeigten die Glas- und die feinkeramische Industrie (16,7 Prozent), den niedrigsten wies die Elektroenergetik auf (0,3 Prozent). Der Produktionsumfang im Maschinenbau und in der Metallindustrie stieg um 12 Prozent, in der Brennstoffindustrie um 7,5 Prozent, der Chemie um 7,5, der Baustoffindustrie um 5,5, in der Schwarz- und der NE-Metallurgie um 5,3 beziehungsweise 3,6 Prozent. Die Betriebe der Lebensmittelindustrie erhöhten ihre Produktion um 3,8 Prozent, in der holzgewinnenden und holzverarbeitenden Industrie wuchs sie um 2,9 und in der polygrafischen Industrie um 2,2 Prozent. Dagegen ging der Produktionsumfang in der Mühlenindustrie, der pharmazeutischen Industrie und im medizinischen Gerätebau sowie der mikrobiologischen Industrie zurück: um 3,1 resp. 5,5 resp. 6,7 Prozent.

Im vergangenen Jahr nahm der Warenimport beinahe um 25 Prozent zu. Einen Rekord stellte dafür der Export auf: Er war beinahe doppelt so hoch wie der Import. Im Ergebnis betrug der Aktivsaldo der Handelsbilanz beinahe 80 Milliarden Dollar.

Doch insgesamt stehen die russischen Produzenten in der Konkurrenzfähigkeit vielen westlichen Partnern vorläufig nach. Das liegt daran, dass das wesentliche Wachstum des Außenhandelssaldos eben der günstigen Konjunktur der Weltpreise für Kohlenwasserstoffe und Metalle zu verdanken war. Leider kann Russland den Weltmärkten kaum etwas außer Erdöl, Naturgas, Metallen und Waffen anbieten.

Und hier stellen sich Zweifel ein, ob ein so positiver Faktor wie das Wachstum der Weltpreise für Erdöl für Russland wirklich unbedingt günstig ist. Denn vorläufig ist seine Wirtschaft immer noch gerade auf diese Rohstoffwaren orientiert. Unterdessen bleiben die anderen Segmente der Industrie im Hintergrund und kommen nur sehr langsam voran. Ergebnis: Nach Angaben des "Globalen Berichts über die Konkurrenz für 2004 - 2005", den das Weltwirtschaftsforum in Genf verbreitet hat, steht Russland, was die Konkurrenzfähigkeit seiner Wirtschaft betrifft, an 70. Stelle von den 104 möglichen. Übrigens konnte Russland trotz der hohen Ölpreise auch die Inflation nicht senken. Angenommen wurde, dass diese Kennzahl nicht über 8 - 10 Prozent hinausgehen werde. In Wirklichkeit jedoch belief sich die Inflation in Russland 2004 gemäß den jüngsten Angaben von Roskomstat auf 11,7 Prozent.

Wie jedoch der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin auf seiner im Dezember abgehaltenen erweiterten Pressekonferenz mitteilte, half das Wirtschaftswachstum 2004 dennoch, die Realeinkünfte der Bevölkerung zur persönlichen Verwendung zu erhöhen. Sie stiegen um 9 Prozent, die Renten um ungefähr 5, die Löhne und Gehälter um 10 - 12,5 Prozent an. Die Beschäftigungslosenzahl sank bis auf 7,4 Prozent der ökonomisch aktiven Bevölkerung, das heißt bis auf 5,5 Millionen Personen. Hierbei zeichnete sich Russland im vergangenen Jahr, wie die Angaben von Roskomstat bezeugen, durch eine Erhöhung der Ausgaben für den Endverbrauch in den Privathaushalten aus. Im zweiten Quartal 2004 stiegen die Ausgaben für den Endverbrauch in der Russischen Föderation um 12,7 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum von 2003. In den USA wuchs diese Kennziffer, einschließlich der Ausgaben von nichtkommerziellen Einrichtungen, die die Privathaushalte bedienen, um 3,6 Prozent, in Japan um 3,5, in Großbritannien und Kanada um 3,2 sowie in Frankreich und Italien um 2,8 beziehungsweise 1 Prozent. In Deutschland gingen die Ausgaben für den Verbrauch der Haushalte um 0,8 Prozent zurück.
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bammie:

Gold- und Ölpreise ziehen an

 
24.01.05 12:10
Gold- und Ölpreise ziehen an
Montag 24. Januar 2005, 10:47 Uhr



Der Goldpreis ist am Freitag kräftig gestiegen. Auch der Kurs der Futures für Öl der Sorten Light Crude (leichtes US-Öl), für Heating Oil und für die führende Nordseesorte Brend Crude zog im New Yorker Terminhandel (Nymex) an.

Ursache ür den Ölpreisanstieg waren Äußerungen des Ölministers Venezuelas. Er hatte angekündigt, die OPEC werde nicht zögern, die Ölfördermenge zu drosseln, wenn sie dies für erforderlich halte. Bullisch wirkten auch Wettervorhersage, die für den Nordosten der USA Schneestürme ankündigten.

Gegenwärtig kommt der Entwicklung der Ölvorräte eine besondere Bedeutung zu. Hintergrund ist die Sorge über Versorgungsengpässe mit Brennstoff. Zwar gilt das Angebot von Rohöl als ausreichend, vor dem anstehenden Winter richtet sich der Fokus jedoch auf die Heizölversorgung in den USA. Für die weitere Preisentwicklung wird das Wetter in den US-Heizölregionen von besonderer Bedeutung sein. Infolge der mangelhaften Raffineriekapazitäten sind die Heizölvorräte in den USA gering, so dass bei arktischen Temperaturen die Heizölversorgung gefährdet ist.

Ein Umfeld für hohe Preise besteht aber weiterhin. Ursache ist auch die anhaltende Terrorangst. Auch die anhaltenden Terroranschläge auf Öleinrichtungen sprechen in der langfristigen Betrachtung für einen fortgesetzten Aufwärtstrend. Der Unsicherheitsaufschlag kann sich nur langsam auflösen, wenn sich die geopolitischen Umstände entspannen.

Auch Längerfristig besteht die Möglichkeit steigender Preise, da der Ölbedarf in den kommenden Jahren rasant wachsen wird. Neue Märkte wie China verursachen eine zusätzliche Verknappung des Ölangebots. China benötigt für sein beeindruckendes Wirtschaftswachstum viel Öl. Zudem wächst im Reich der Mitte der Autoabsatz beträchtlich und dementsprechend auch der Benzinbedarf. Durch seine Verschwendung ist das Reich der Mitte, die mittlerweile sechstgrößte Wirtschaft der Erde, zum zweitgrößten Ölverbraucher aufgestiegen. Zudem rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) damit, dass China im nächsten Jahr mit dem Aufbau einer strategischen Ölreserve beginnen wird.

Der Kurs des Euro stieg von 1,3082 Dollar am letzten Handelstag auf nun 1,3008 Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung liegt heute deutlich über ihrem Kurs bei der Einführung der am 04. Januar 1999 von 1,1886 Dollar. Ein schwächerer Dollar macht das in US-Dollar angeschriebene Gold und Öl für Anleger aus anderen Währungsräumen billiger und damit attraktiver. Auch eine rückläufige Minenproduktion und die weiterhin unsicheren Lage im Irak stützen den Goldpreis.

Feinunze Gold: 426,90 Dollar (+4,30 Dollar)

Feinunze Silber: 6,81 Dollar (+0,25 Dollar)

Light Crude: 48,53 Dollar (+1,22 Dollar)

Brend Crude: 45,65 Dollar (+1,35 Dollar)

Heating Oil: 1,37 Dollar (+0,04 Dollar)

Die unterschiedlichen Preise werden durch die Qualität des Öls gerechtfertigt. Je höherwertiger das Öl ist, um so kostengünstiger ist seine Weiterverarbeitung.




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bammie:

Mittelfristige Prognose bis 2009

 
24.01.05 14:53
APA ots news: Weiterhin kräftiges Wachstum in Asien, Russland und den USA - Deutschland und Japan bleiben Nachzügler

Mittelfristige Prognose der Weltwirtschaft bis 2009

Wien (APA-ots) - Der Welthandel wird zwischen 2004 und 2009 um durchschnittlich 6,6% und die Weltproduktion um 3,2% pro Jahr expandieren, jeweils um 1/2 Prozentpunkt rascher als zwischen 1999 und 2004. In den USA wird die Wirtschaft weiterhin rascher wachsen (+3,1%) als in der EU 15 (+2,2%), am schwächsten wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Japan ausfallen (jeweils +1,4% pro Jahr). In den neuen EU-Ländern dürfte das BIP um 4,4% pro Jahr zunehmen und damit doppelt so rasch wie im Durchschnitt der EU 15. Die weltweit höchste Wachstumsrate werden China und Indien erzielen.

Die mittelfristige Prognose des WIFO für die Weltwirtschaft nimmt an, dass sowohl der Erdölpreis als auch der Euro-Kurs im Jahr 2005 einen Höchststand erreichen, danach aber sinken werden. Erdöl der Sorte Brent dürfte im Jahresdurchschnitt 2005 42 $ je Barrel kosten und sich bis 2007 auf 36 $ verbilligen. Einerseits werden Sonderfaktoren, welche die Notierungen seit Anfang 2004 hinauftrieben (Irak-Krieg, Yukos-Krise, Spekulation) an Einfluss verlieren, und andererseits wird die Abschwächung der internationalen Konjunktur die Preisentwicklung dämpfen. Im Durchschnitt 2005/2009 dürfte der Erdölpreis knapp 38 $ je Fass betragen und damit mittelfristig viel höher sein als in den vergangenen 25 Jahren (Übersicht 1).

Der Wechselkurs des Euro sollte 2005 bei 1,34 $ liegen und bis 2009 auf 1,15 $ sinken (Übersicht 1). Diese Annahme ist darin begründet, dass der Dollar im Jahresdurchschnitt 2004 gegenüber dem Euro bereits um nahezu 25% unterbewertet war und sich der Wechselkurs nach einem weiteren "Überschießen" 2005 langsam wieder seinem Fundamentalgleichgewicht nähern sollte. Die Schwäche des Dollars wird wesentlich dazu beitragen, dass die Exporte der USA fast doppelt so rasch expandieren wie ihre Importe (Übersicht 1). Dies wird jedoch für eine merkliche Verringerung des Leistungsbilanzdefizits der USA nicht ausreichen; der Wirtschaftspolitik in den USA könnte dies als Argument für eine Fortsetzung ihrer Strategie des "talking the dollar down" dienen.

Unter diesen Bedingungen dürften der Welthandel zwischen 2004 und 2009 um durchschnittlich 6,6% und die Weltproduktion um 3,2% pro Jahr expandieren, um jeweils 1/2 Prozentpunkt rascher als zwischen 1999 und 2004. In den USA wird die Wirtschaft weiterhin rascher wachsen (+3,1%) als in der EU 15 (+2,2%), am schwächsten wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Japan ausfallen (jeweils +1,4% pro Jahr). In den neuen EU-Ländern dürfte das BIP um 4,4% pro Jahr zunehmen und damit doppelt so rasch wie im Durchschnitt der EU 15. Die weltweit höchste Wachstumsrate werden China und Indien erzielen.

Sollte der Erdölpreis auf wesentlich höherem Niveau verharren als in diesem Basisszenario angenommen (48,5 $ je Fass) und der Euro-Kurs bis Ende 2006 auf 1,57 $ steigen, so würden der Welthandel um 0,6 Prozentpunkte und die Weltproduktion um 0,3 Prozentpunkte pro Jahr schwächer zunehmen. Am stärksten wären die Wachstumseinbußen in Deutschland und Japan (jeweils -0,4 Prozentpunkte pro Jahr), deren Volkswirtschaften wegen der Schwäche der Binnennachfrage besonders exportabhängig geworden sind.

Übersicht 1: Entwicklung der Weltwirtschaft - auf der WIFO-Website (www.wifo.ac.at/presse)

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht 1/2005!  
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