Die drei Geiselnehmer von Wrestedt haben die zweite deutsche Geisel freigelassen. Nach Angaben der Polizei in Lüneburg sind unterdessen auch alle drei Kidnapper in der Ukraine gefasst worden. Zuvor hieß es, die ukrainische Polizei verhandle in der Nähe der westukrainischen Stadt Rowno mit den drei Tätern.
39-Jährige Geisel konnte fliehen
Die zweite Geisel, mit der die Männer aus Deutschland geflohen waren, konnte zuvor bei einem Stopp an einer Tankstelle in der Nähe des ostpolnischen Ortes Piaski entkommen. Die 39-Jährige habe zum Tanken aussteigen müssen und sei dann weggelaufen, sagte ein deutscher Polizeisprecher. Die Frau sei unverletzt, stehe aber nach mehr als 16-stündiger Geiselnahme und der dramatischen Flucht unter Schock.
Sechsstelliger Euro-Betrag erbeutet
Die drei männlichen Täter hatten am Dienstagabend die Kreissparkasse in Wrestedt überfallen. Eine Zeugin alarmierte die Polizei, nachdem sie beobachtet hatte, wie ein maskierter Mann eine Bankangestellte in das Gebäude zurückdrängte. Die Täter riefen den Filialleiter telefonisch herbei. Jüngsten Angaben zufolge musste er einen sechsstelligen Euro-Betrag übergeben.
Irrfahrt durch Polen in die Ukraine
Anschließend flüchteten die Männer mit den zwei Bankangestellten in einem silberfarbenen Seat. Kurz nach Mitternacht durchbrachen sie am Autobahnübergang Frankfurt (Oder) die deutsch-polnische Grenze. Um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden, sei die Polizei dort nicht eingeschritten, hieß es. In der Nacht waren sie dann in einem Zickzack-Kurs durch den Westen und Südwesten Polens gefahren. Am Mittwochvormittag erreichten sie dann die Ukraine.