Gefahr für den 18-jährigen Bullenmarkt


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Expropriateur:

Gefahr für den 18-jährigen Bullenmarkt

 
26.03.01 20:33
Die Diamantformation wurde hier ja schon des öfteren besprochen.
Wer dran glaubt...
Gruß
EXPRO

Der US-Aktienidex Dow Jones ist aus seiner so genannten Diamantformation nach unten ausgebrochen. Schon bei der nächsten Unterstützungslinie von knapp über 8 000 Punkten verläuft der Aufwärtstrend des 18-jährigen Bullenmarktes. Hält diese Marke nicht, wäre dies ein langfristiges Verkaufssignal.

VON FELIX PIEPLOW
HANDELSBLATT, 26.3.2001

DARMSTADT. Seit zwei Jahren zeigt sich im Chart des Dow Jones, dem Leitindex für US-Aktien, eine Diamantformation. Diese gilt in der Charttheorie als ambivalent. Das heißt, es ist zunächst ungewiss, ob sie zu einer Trendbestätigung oder einer Trendumkehr führt.

Seit dem Durchbruch der Unterkante des Diamanten bei 10 160 Punkten ist die künftige Marschrichtung aber klar: Es geht abwärts. Um den Diamanten zu verstehen, muss man ihn sich als zwei zusammengesetzte Dreiecke vorstellen. Die Schenkel des ersten Dreiecks verbreitern sich. Die Kurse oszillieren mit sich stetig verbreiternder Amplitude hin und her: Bullen und Bären gehen aggressiv gegeneinander vor. Das zweite Dreieck , dessen Schenkel zusammenlaufen, ist von zunehmender Passivität geprägt. Erst ein signifikanter Ausbruch aus dieser Formation bestimmt die künftige Marktrichtung. Der Ausbruch läuft meist sehr heftig ab, wie kürzlich beim Dow geschehen.

Bis zu sechs Diamanten kann man im historischen Chart des Dow Jones ausmachen. Der Ausbruch aus diesen Formationen führte – mit einer Ausnahme – fast immer zu Kursverlusten. Dem aktuellen scharfen Kursverfall an den Weltbörsen konnte sich auch der Dow Jones nicht entziehen.

Wie lange und wie weit wird nun die derzeitige Abwärtsbewegung führen? Wie der Chart zeigt, liegen die nächsten Unterstützungen bei 9 100, 8 350 sowie 7 150 Punkten. Nachdem im Oktober 2000 der fünfjährige Aufwärtstrend aus 1995 bei 10 820 Punkten gebrochen wurde ist nach unten Luft bis an die nächst tiefere Trendlinie aus 1987, die bei rund 7 000 Punkten liegt. Ein Test dieser Linie ist wahrscheinlich.

Von den Maßen her passt der zweijährige Diamant außerdem ideal zum achtzehnjährigen Aufwärtstrend im Dow Jones. Er könnte als Trendumkehrformation diesen langjährigen Trend beenden. Diese Vermutung müsste sich freilich erst noch bestätigen. Charttechnisch wäre dies der Fall, wenn der Trend des Bullenmarkts aus 1982 gebrochen würde. Dieser verläuft etwas steiler als der aus 1987. Er liegt aktuell bei rund 8 200 Punkten.

Ein Durchbruch durch diese Marke wäre ein langfristiges Verkaufssignal. Der Anleger möge sich bewusst sein, dass nicht nur für den marktengen Dow Jones, sondern auch für den breiten S & P-500-Index mittlerweile der Begriff „Bärenmarkt“ anzuwenden ist. Die Kurse befinden sich bereits mehr als 20 % unter ihren Rekordständen.

Man erinnere sich an die Siebziger Jahre, als die Aktienmärkte ein ganzes Jahrzehnt seitwärts tendierten. Wegen der gleichzeitig hohen Inflation hat man in dieser Zeit mit Aktien per Saldo Geld verloren. Noch ist es nicht ganz so weit, für die kommende Dekade ähnliches erwarten zu wollen. Die jüngsten Wochen zeigen aber, wie schnell Kursverfälle ablaufen können. Der Dow Jones hat in nur zwei Wochen 1 800 Punkte eingebüßt. Erholungen könnten zu weiteren Sicherheitsverkäufen benutzt werden.

Felix Pieplow ist Mitarbeiter von Dr. H.-D. Schulz, dem Herausgeber der Hoppenstedt-Charts.
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Stox Dude:

Ueberzeugend, morgen werde ich alles verkaufen o.T.

 
26.03.01 20:38
Antworten
Stox Dude:

Sehr interessanter Artikel , *Sternchen von mir o.T.

 
26.03.01 20:41
Antworten
terz:

Klingt sexy --- Kaufsignal !

 
26.03.01 22:07

Die Schenkel des ersten Dreiecks verbreitern sich. Die Kurse oszillieren mit sich stetig verbreiternder Amplitude hin und her: Bullen und Bären gehen aggressiv gegeneinander vor. Das zweite Dreieck , dessen Schenkel zusammenlaufen, ist von zunehmender Passivität geprägt. Erst ein signifikanter Ausbruch aus dieser Formation bestimmt die künftige Marktrichtung. Der Ausbruch läuft meist sehr heftig ab, wie kürzlich beim Dow geschehen.





Gefahr für den 18-jährigen Bullenmarkt 302353
Good Trades !
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Marcovaldo:

Roland Leuschel hat dazu ne andere Meinung

 
26.03.01 22:23
Was wir jetzt erleben, ist der x-te Börsencrash in der Geschichte. Den Crash von 1987 hatte ich hautnah miterlebt, und es war so, dass er relativ schnell zu Ende ging. Damals war nicht der Crash als solcher anormal, sondern wie heute die enormen Übertreibungen in den 9 Monaten davor. Dem Crash von 1987 folgte keine Rezession, sondern das Wachstum stieg 1988 an. 1994 hatten wir den grössten Bond-Crash in der Geschichte, nachdem während einer langen Periode die Federal Reserve die Zinsen bei 3% gehalten hatte, und es für die Spekulanten und Spieler ein Leichtes war, sich am kurzen Ende zu verschulden und in langfristige Bonds zu investieren. Aber auch 1994 folgte keine Rezession oder gar Inflation. Was den heutigen Crash so schlimm erscheinen lässt, ist nicht die Höhe des Einbruchs (über 60% Nasdaq, über 80% Neuer Markt), sondern seine Stetigkeit. Er wirkt wie eine chinesische Wasserfolter, bei der die Opfer die Wassertropfen am Anfang überhaupt nicht spüren, aber am Ende in den Wahnsinn getrieben werden. Was heute die Korrektur so schmerzlich werden lässt, ist die vorausgegangene Übertreibung in der New Economy. Man muss es sich erneut vor Augen halten, und ich habe dies öfters wiederholt : Im März letzten Jahres betrug die Börsenkapitalisierung von Wachstumswerten wie Boeing, General Motors, Phillip Morris, soviel wie die Marktbewertung eines einzigen Unternehmens der New Economy, Yahoo, (rund 100 Milliarden Dollar). Heute ist die Marktbewertung von Yahoo unter 10 Milliarden Dollar gefallen, während die der Standardwerte weit über 100 Milliarden liegt. Aber dieser kollektive Wahnsinn erfasst auch eine Börse wie die japanische, die seit 1990 in einer Baisse ist. Vor einem Jahr war die Börsenkapitalisierung von grossen Unternehmen wie Nissan Motor, Komatsu, Mitsubishi Heavy, soviel wert wie das « Luftblasen-Unternehmen » der New Economy, Hikari Tsushin. Heute repräsentiert letzteres gerade mal 10% der drei etablierten Werte. Und die Aktionäre haben mitgemacht, sie haben sich von den Marketing Abteilungen der Banken und Broker (früher hiessen sie noch Analysten) verführen lassen. Ich wiederhole, im letzten Jahr wurden für an Wall Street gehandelte Papiere 33.169 Empfehlungen ausgegeben, davon 125 (0,38%) Verkaufsempfehlungen, denen 36,5% « strong buy » und 37,5% « buy » entgegenstanden. Die Kunst der Analysten bestand lediglich darin, Unterschiede zwischen « buy », « strong buy », « urgent buy », « brutal buy », « must own », « strong outperform » etc. herauszukristallisieren.

Ich bleibe bei meiner Meinung von Anfang März, als ich in Artikeln für z.B. Börse Online ankündigte, dass der Salami-Crash bald zu Ende sein wird und es an der Zeit ist, Aktien zu sammeln. In meinem Interview vom 9. Februar in der Financial Times Deutschland (« Anleihen und Cash für unsichere Zeiten ») sagte ich allerdings, ich würde mir Aktien des Dax erst unter 6.000 und des Dow Jones unter 8.000 anschauen, nicht vorher. Beim Dax sind wir jetzt soweit und beim Dow Jones müssen wir noch etwas Geduld haben. Insofern Sie also meinen Ratschlägen von einer Übergewichtung von Anleihen und Cash gefolgt waren, empfehle ich jetzt den Cash und die Bondsquote langsam herunterzufahren und den Anteil der Aktien im Portefeuille zu erhöhen. Es hat überhaupt nur einen Sinn, auf einen Crash zu warten, wenn beim Eintritt desselben auch der Mut besteht, die Aktien, die man gerne hat, zum Spottpreis zu erwerben.

Die grossen Gewinner in einem Börsencrash sind die Leerverkäufer von Aktien. Sie wurden übrigens früher die Fixer genannt, und als ich 1962 bei einer Frankfurter Bank meine Lehrjahre begann, hatten wir die Kuba-Krise, und ein Börsianer gab mir folgenden Spruch mit auf meine Laufbahn : « Der Fixer ist bei Gott beliebt, weil er nichts hat und dennoch gibt ! »

Roland Leuschel

16.03.2001 gefunden bei boerse.de
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Spitfire33:

@Expropriateur

 
26.03.01 22:30
woher bekommt man einen so langfristigen Chart. Habe für den Dow nur einen 5jährigen chart gefunfen.

Gruß SF
Antworten
terz:

Wiso andere ?

 
26.03.01 22:36





Gefahr für den 18-jährigen Bullenmarkt 302388
Good Trades !
Antworten
Marcovaldo:

@spitfire

 
26.03.01 23:33
www-public.tu-bs.de:8080/~y0003876/charts.html
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DHVMGmbH:

historische Charts - Super Seite

 
26.03.01 23:52
stockcharts.com/charts/historical/
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Spitfire33:

@Marcovaldo u. @DHVMGmbH DankeSF o.T.

 
27.03.01 07:58
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