Die Diamantformation wurde hier ja schon des öfteren besprochen.
Wer dran glaubt...
Gruß
EXPRO
Der US-Aktienidex Dow Jones ist aus seiner so genannten Diamantformation nach unten ausgebrochen. Schon bei der nächsten Unterstützungslinie von knapp über 8 000 Punkten verläuft der Aufwärtstrend des 18-jährigen Bullenmarktes. Hält diese Marke nicht, wäre dies ein langfristiges Verkaufssignal.
VON FELIX PIEPLOW
HANDELSBLATT, 26.3.2001
DARMSTADT. Seit zwei Jahren zeigt sich im Chart des Dow Jones, dem Leitindex für US-Aktien, eine Diamantformation. Diese gilt in der Charttheorie als ambivalent. Das heißt, es ist zunächst ungewiss, ob sie zu einer Trendbestätigung oder einer Trendumkehr führt.
Seit dem Durchbruch der Unterkante des Diamanten bei 10 160 Punkten ist die künftige Marschrichtung aber klar: Es geht abwärts. Um den Diamanten zu verstehen, muss man ihn sich als zwei zusammengesetzte Dreiecke vorstellen. Die Schenkel des ersten Dreiecks verbreitern sich. Die Kurse oszillieren mit sich stetig verbreiternder Amplitude hin und her: Bullen und Bären gehen aggressiv gegeneinander vor. Das zweite Dreieck , dessen Schenkel zusammenlaufen, ist von zunehmender Passivität geprägt. Erst ein signifikanter Ausbruch aus dieser Formation bestimmt die künftige Marktrichtung. Der Ausbruch läuft meist sehr heftig ab, wie kürzlich beim Dow geschehen.
Bis zu sechs Diamanten kann man im historischen Chart des Dow Jones ausmachen. Der Ausbruch aus diesen Formationen führte – mit einer Ausnahme – fast immer zu Kursverlusten. Dem aktuellen scharfen Kursverfall an den Weltbörsen konnte sich auch der Dow Jones nicht entziehen.
Wie lange und wie weit wird nun die derzeitige Abwärtsbewegung führen? Wie der Chart zeigt, liegen die nächsten Unterstützungen bei 9 100, 8 350 sowie 7 150 Punkten. Nachdem im Oktober 2000 der fünfjährige Aufwärtstrend aus 1995 bei 10 820 Punkten gebrochen wurde ist nach unten Luft bis an die nächst tiefere Trendlinie aus 1987, die bei rund 7 000 Punkten liegt. Ein Test dieser Linie ist wahrscheinlich.
Von den Maßen her passt der zweijährige Diamant außerdem ideal zum achtzehnjährigen Aufwärtstrend im Dow Jones. Er könnte als Trendumkehrformation diesen langjährigen Trend beenden. Diese Vermutung müsste sich freilich erst noch bestätigen. Charttechnisch wäre dies der Fall, wenn der Trend des Bullenmarkts aus 1982 gebrochen würde. Dieser verläuft etwas steiler als der aus 1987. Er liegt aktuell bei rund 8 200 Punkten.
Ein Durchbruch durch diese Marke wäre ein langfristiges Verkaufssignal. Der Anleger möge sich bewusst sein, dass nicht nur für den marktengen Dow Jones, sondern auch für den breiten S & P-500-Index mittlerweile der Begriff „Bärenmarkt“ anzuwenden ist. Die Kurse befinden sich bereits mehr als 20 % unter ihren Rekordständen.
Man erinnere sich an die Siebziger Jahre, als die Aktienmärkte ein ganzes Jahrzehnt seitwärts tendierten. Wegen der gleichzeitig hohen Inflation hat man in dieser Zeit mit Aktien per Saldo Geld verloren. Noch ist es nicht ganz so weit, für die kommende Dekade ähnliches erwarten zu wollen. Die jüngsten Wochen zeigen aber, wie schnell Kursverfälle ablaufen können. Der Dow Jones hat in nur zwei Wochen 1 800 Punkte eingebüßt. Erholungen könnten zu weiteren Sicherheitsverkäufen benutzt werden.
Felix Pieplow ist Mitarbeiter von Dr. H.-D. Schulz, dem Herausgeber der Hoppenstedt-Charts.
Wer dran glaubt...
Gruß
EXPRO
Der US-Aktienidex Dow Jones ist aus seiner so genannten Diamantformation nach unten ausgebrochen. Schon bei der nächsten Unterstützungslinie von knapp über 8 000 Punkten verläuft der Aufwärtstrend des 18-jährigen Bullenmarktes. Hält diese Marke nicht, wäre dies ein langfristiges Verkaufssignal.
VON FELIX PIEPLOW
HANDELSBLATT, 26.3.2001
DARMSTADT. Seit zwei Jahren zeigt sich im Chart des Dow Jones, dem Leitindex für US-Aktien, eine Diamantformation. Diese gilt in der Charttheorie als ambivalent. Das heißt, es ist zunächst ungewiss, ob sie zu einer Trendbestätigung oder einer Trendumkehr führt.
Seit dem Durchbruch der Unterkante des Diamanten bei 10 160 Punkten ist die künftige Marschrichtung aber klar: Es geht abwärts. Um den Diamanten zu verstehen, muss man ihn sich als zwei zusammengesetzte Dreiecke vorstellen. Die Schenkel des ersten Dreiecks verbreitern sich. Die Kurse oszillieren mit sich stetig verbreiternder Amplitude hin und her: Bullen und Bären gehen aggressiv gegeneinander vor. Das zweite Dreieck , dessen Schenkel zusammenlaufen, ist von zunehmender Passivität geprägt. Erst ein signifikanter Ausbruch aus dieser Formation bestimmt die künftige Marktrichtung. Der Ausbruch läuft meist sehr heftig ab, wie kürzlich beim Dow geschehen.
Bis zu sechs Diamanten kann man im historischen Chart des Dow Jones ausmachen. Der Ausbruch aus diesen Formationen führte – mit einer Ausnahme – fast immer zu Kursverlusten. Dem aktuellen scharfen Kursverfall an den Weltbörsen konnte sich auch der Dow Jones nicht entziehen.
Wie lange und wie weit wird nun die derzeitige Abwärtsbewegung führen? Wie der Chart zeigt, liegen die nächsten Unterstützungen bei 9 100, 8 350 sowie 7 150 Punkten. Nachdem im Oktober 2000 der fünfjährige Aufwärtstrend aus 1995 bei 10 820 Punkten gebrochen wurde ist nach unten Luft bis an die nächst tiefere Trendlinie aus 1987, die bei rund 7 000 Punkten liegt. Ein Test dieser Linie ist wahrscheinlich.
Von den Maßen her passt der zweijährige Diamant außerdem ideal zum achtzehnjährigen Aufwärtstrend im Dow Jones. Er könnte als Trendumkehrformation diesen langjährigen Trend beenden. Diese Vermutung müsste sich freilich erst noch bestätigen. Charttechnisch wäre dies der Fall, wenn der Trend des Bullenmarkts aus 1982 gebrochen würde. Dieser verläuft etwas steiler als der aus 1987. Er liegt aktuell bei rund 8 200 Punkten.
Ein Durchbruch durch diese Marke wäre ein langfristiges Verkaufssignal. Der Anleger möge sich bewusst sein, dass nicht nur für den marktengen Dow Jones, sondern auch für den breiten S & P-500-Index mittlerweile der Begriff „Bärenmarkt“ anzuwenden ist. Die Kurse befinden sich bereits mehr als 20 % unter ihren Rekordständen.
Man erinnere sich an die Siebziger Jahre, als die Aktienmärkte ein ganzes Jahrzehnt seitwärts tendierten. Wegen der gleichzeitig hohen Inflation hat man in dieser Zeit mit Aktien per Saldo Geld verloren. Noch ist es nicht ganz so weit, für die kommende Dekade ähnliches erwarten zu wollen. Die jüngsten Wochen zeigen aber, wie schnell Kursverfälle ablaufen können. Der Dow Jones hat in nur zwei Wochen 1 800 Punkte eingebüßt. Erholungen könnten zu weiteren Sicherheitsverkäufen benutzt werden.
Felix Pieplow ist Mitarbeiter von Dr. H.-D. Schulz, dem Herausgeber der Hoppenstedt-Charts.