Jahresbeginn für weiteres Wachstum
(neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz)
DUISBURG (dpa-AFX) - Der Stahlhandelskonzern Klöckner & Co
bleibt auf einem rasanten Wachstumskurs. Nach einem starken
Jahresbeginn will sich das Unternehmen auf dem Kapitalmarkt frisches
Geld besorgen, um sich für weitere Übernahmen zu rüsten. Im Sommer
solle das Kapital um bis zu 50 Prozent erhöht werden, teilte die im
MDax notierte Gesellschaft am Mittwoch in Duisburg mit.
Zugleich erhöhte der Vorstand seine Absatz- und Umsatzprognosen
deutlich. Im ersten Quartal verdiente das Unternehmen so viel wie seit
dem Ausbruch der Wirtschaftskrise Ende 2008 nicht mehr.
Die Klöckner-Aktie verlor bis zum Mittag knapp 3 Prozent und
gehörte damit zu den schwächsten Werten im MDax. Analysten sprachen
von starken Zahlen, die allerdings von der Ankündigung der
Kapitalerhöhung überschattet wurden.
SÜDOSTASIEN IM BLICK
Zwischen 500 und 600 Millionen Euro will Klöckner bei der
Kapitalerhöhung erlösen, wie Vorstandschef Gisbert Rühl bei einer
Telefonkonferenz erklärte. Damit soll die nach den jüngsten Zukäufen
in den USA und Brasilien weitgehend ausgeschöpfte Übernahmekasse
wieder gefüllt werden, um die ehrgeizigen Wachstumsziele weiter zu
verfolgen. Dabei nehmen die Duisburger nun Südostasien mit Ländern wie
Indonesien, Malaysia und Vietnam in den Blick. Bereits im Sommer wollen
sie ihr erstes Vertriebszentrum in China in Betrieb nehmen. Zudem seien
weitere Zukäufe in Europa und Nordamerika möglich, sagte der Manager.
Einen genauen Zeitplan für die Kapitalerhöhung nannte das
Unternehmen noch nicht - zunächst will es die Hauptversammlung am 20.
Mai abwarten. Einen Großinvestor will Klöckner sich dabei nicht
gezielt an Bord holen. "Das wird eine ganz normale Kapitalerhöhung",
sagte Rühl. Die letzte fand im Herbst 2009 statt. Im vergangenen Jahr
hatte sich Klöckner zudem über ein Schuldscheindarlehen und eine
Wandelanleihe frisches Geld besorgt.
24 ÜBERNAHMEN SEIT 2006
Rühl hat seinem Unternehmen einen ehrgeizigen Wachstumskurs
verordnet. Bis 2020 will er Klöckner zum weltweit führenden Stahl- und
Metalldistributor machen und den Absatz verdrei- bis vervierfachen. Das
Unternehmen ist ein Spezialist für Übernahmen: Seit dem Börsengang
2006 hat Klöckner 24 Zukäufe unter Dach und Fach gebracht.
Seit Anfang dieses Monats gehört das US-Unternehmen Macsteel zum
Konzern. Die neue Tochter - der bislang größte Zukauf von Klöckner -
soll in diesem Jahr einen Umsatz von 1,8 Milliarden Dollar
erwirtschaften. Dafür zahlte Klöckner samt der Übernahme von Schulden
gut 900 Millionen Dollar. Vergangene Woche gelang zudem der Einstieg in
den brasilianischen Markt. Klöckner übernimmt dort 70 Prozent des
Stahlhändlers Frefer, der 2010 einen Umsatz von 150 Millionen Euro
erzielt hatte.
STEIGENDE PREISE HELFEN KLÖCKNER
Mit seinem Quartalsergebnis übertraf Klöckner die Erwartungen von
Analysten auf der ganzen Linie. Das operative Ergebnis stieg von 29
Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 104 Millionen. Dabei profitierte
das Unternehmen von Zukäufen aus dem vergangenen Jahr, von kräftigen
Preissteigerungen und einer wachsenden Nachfrage dank der guten
Wirtschaftslage in vielen seiner Kernmärkte. Der Absatz wuchs um gut
ein Viertel auf 1,5 Millionen Tonnen, der Umsatz legte dank der höheren
Preise sogar um 51,3 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu. Unter dem
Strich blieben 43 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es nur 1,2
Millionen Euro. Damals hatten sich viele Kunden mit Bestellungen
zurückgehalten.
Nach dem glänzenden Auftakt erwartet der Vorstand nun, dass der
Absatz um mehr als 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegt, der
Umsatz soll noch stärker steigen. Dazu beitragen dürften auch jüngste
Akquisitionen in den USA und Brasilien. Zuvor hatte Klöckner lediglich
ein Wachstum von mehr als 10 Prozent prognostiziert. Die EBITDA-Marge
soll nach früheren Angaben in diesem Jahr das Dauer-Ziel von 6 Prozent
erreichen, im ersten Quartal lag sie bei 6,6 Prozent.
NACHFRAGE SOLL STABILER ALS 2010 SEIN
Klöckner hält die derzeit hohe Nachfrage für wesentlich stabiler
als im vergangenen Jahr, in dem sich in der zweiten Jahreshälfte viele
Stahlverarbeiter mit Bestellungen zurückhielten. Vorstandschef Rühl
äußerte sich optimistisch, dass der Stahlabsatz in allen Kernmärkten
seines Unternehmens auch in den kommenden Jahren kräftig steigen wird.
Auch die USA hätten deutlichen Nachholbedarf.
So kommt Klöckner bei den längerfristigen Zielen schneller voran.
Einen Absatz von acht bis zehn Millionen Tonnen hält der Konzern nun
bereits im kommenden Jahr für möglich. Zuletzt hatte das Unternehmen
diese Marke für 2013 ins Auge gefasst. Im vergangenen Jahr hatte das
Unternehmen 5,3 Millionen Tonnen abgesetzt und 5,2 Milliarden Euro
erlöst. Der operative Gewinn war auf 238 Millionen Euro geklettert, der
Überschuss auf 77,5 Millionen./enl/ksb/tw
--- Von Erik Nebel, dpa-AFX ---
"Zwischen 500 und 600 Millionen Euro will Klöckner bei der Kapitalerhöhung erlösen". In einem anderen Artikel stand etwas von 50% Kapitalaufstockung.
Hmm.....50% = 33,25Mio Aktien bei einer einzuspielenden Summe von 550Mio€ = 17€ Bezugspreis?!?