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Am 9. Mai wartet der Stahlhändler Klöckner & Co mit Zahlen zum ersten Quartal auf. Geringe Erwartungen, aber lukrative Spekulation auf eine Überraschung.
Die Preise für Stahl steigen wieder. Wohl dem, der ein volles Lager hat. Der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co ist in der glücklichen Lage, Stahlrohre, Metallprofile und Aluminiumprodukte im Wert von 1,36 Milliarden Euro vorrätig zu haben.
Die zweite Jahreshälfte 2011 war geprägt von Unsicherheit und Konjunktursorgen. Entsprechend gering fiel die Nachfrage aus. Zwar stieg der Umsatz von Klöckner um 36,5 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro, doch ein Großteil des Wachstums ging auf das Konto von Zukäufen, etwa der US-Firma Macsteel oder der brasilianischen Frefe. Der Nachfrageeinbruch sorgte dafür, dass der Gewinn von 80 auf zehn Millionen Euro sank. Schmerzlicher als die gestrichene Dividende war für Aktionäre der Kursverfall. Die konjunktursensitive Aktie verlor im Sommer 2011 innerhalb von vier Wochen die Hälfte ihres Werts.
Seit August 2011 pendelt sie nun zwischen 8,30 und 11,70 Euro und hat mittlerweile einen stabilen Boden ausgebildet. Alle neuerlichen Belastungsproben steckt der Kurs weg. Marktpsychologen interpretieren dieses Phänomen so, dass alle, die sich von der Aktie trennen wollten, bereits verkauft haben.
Die Erwartungen an die Zahlen zum ersten Quartal (sie sind für den 9. Mai angekündigt) sind gering, das Lager der Optimisten gewinnt aber an Bedeutung. Bei geringen Umsätzen absorbiert es die angebotenen Aktien. Denn vor allem in den USA hat sich Klöckner gut positioniert. Und dort ist die Nachfrage aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau dynamisch angelaufen. Das dürfte auch den Ausblick auf die kommendem Quartale aufhellen.
Neben den verbesserten Aussichten für den Stahlhändler gibt es aber noch ein weiteres Argument, das für einen Turnaround spricht: Dem hohen Lagerbestand von 1,36 Milliarden Euro steht ein Börsenwert von rund einer Milliarde Euro gegenüber. Das heißt, die Firma ist derzeit an der Börse weniger wert als der Stahl, den sie besitzt. Diese Substanz begrenzt mögliche Risiken. Für Marc Gabriel, Analyst beim Bankhaus Lampe, ist die aktuelle Bewertung der Aktie eine Einstiegsgelegenheit. Sein Kursziel: 13 Euro.
Weil die Volatilität abgenommen hat, sind klassische Optionsscheine attraktiv bewertet. Als gute Wahl erscheint deshalb ein konservativer Call mit niedrigem Hebel, dessen theoretischer Wert nah am aktuellen Kurs liegt. Erreicht die Aktie bis zur Fälligkeit Mitte Dezember das Kursziel des Analysten von 13 Euro, verdoppelt sich der Call.
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