Frankreich und Deutschland verständigen sich auf gegenseitige Hilfe in der Energiekrise
Kanzler Scholz hat sich mit Frankreichs Präsident Macron über die Energiekrise ausgetauscht. Für den kommenden Winter vereinbarten sie Maßnahmen, um in beiden Ländern die Versorgung mit Gas und Strom zu gewährleisten.
Angesichts der Energiekrise in Europa haben Deutschland und Frankreich höhere gegenseitige Energielieferungen vereinbart. Frankreich werde Gas an das Nachbarland liefern und Deutschland im Gegenzug mehr Strom, sollte es die Lage im Winter erfordern, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach einem telefonischen Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Die beiden Politiker hatten sich zur Energielage in Europa ausgetauscht.
Macron sprach sich außerdem für »gemeinsame Gaseinkäufe« in Europa aus, um so die Kosten zu senken. Zudem signalisierte der französische Präsident die Unterstützung Frankreichs für einen Preisdeckel für russisches Pipeline-Gas - Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte Ende vergangener Woche dafür plädiert. Es sei notwendig, gegen Spekulationen mit Energiepreisen »auf EU-Ebene vorzugehen«, sagte Macron.
Aufruf zum Sparen
Der Staatschef forderte seine Landsleute zudem dazu auf, beim Energiesparen mitzuhelfen – etwa die Klimaanlage etwas weniger kühl zu stellen und die Heizung niedriger aufzudrehen als sonst üblich. »Die Lösung liegt in unseren Händen«, sagte Macron. Für die kommenden Wochen und Monate forderte er eine drastische Reduzierung des Energieverbrauchs um 10 Prozent, um das Risiko von Rationierungen und Kürzungen zu vermeiden. Wenn die freiwilligen Anstrengungen nicht ausreichten, müssten sonst »erzwungene Energieeinssparungen in Betracht gezogen werden«, sagte Macron. Pläne zur Rationierung von Energie würden für den Fall der Fälle vorbereitet.
Angesichts der hohen Energieabhängigkeit Europas von Russland sind auch in Deutschland die Bemühungen groß, Abhängigkeiten zu verringern sowie Energie zu sparen. Die Energieminister der EU-Länder werden sich am 9. September treffen, um zu erörtern, wie die Belastung der Unternehmen und Haushalte durch die steigenden Energiepreise verringert werden kann
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