E.ON Ruhrgas: Gasnachfrage wird wachsen - Ostseepipeline im Bau
09.04.10 , 17 :28
Anlässlich des Baubeginns der Ostseepipeline "Nord Stream" hat der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Gasimporteurs E.ON Ruhrgas der europäischen Nachfrage nach russischem Erdgas ein langsames Wachstum prophezeit. (Foto: E.ON Ruhrgas) Der steigende Gasbedarf zur Stromerzeugung werde durch sparsameren Verbrauch und die vermehrte Nutzung von Flüssiggas teilweise kompensiert werden, sagte Bernhard Reutersberg am Freitag. Im bisherigen Jahresverlauf liege die Gasnachfrage über der des Vorjahreszeitraums, sagte Reutersberg weiter. "Die Frage ist nur, wie lange das anhält", schränkte der für die Gastochter der Düsseldorfer E. ON AG verantwortliche Manager ein. Im Vergleich mit anderen Jahren sei die Nachfrage immer noch auf niedrigem Niveau. Am Morgen hatte der russische Präsident Dmitrij Medwedjew im Beisein von Vertretern der beteiligten Unternehmen den Startschuss für den Bau der Pipeline gegeben. Der erste Teil der Röhre soll schon 2011 in Betrieb gehen und wird dann Europa direkt mit russischem Erdgas beliefern. Der zweite Strang soll ein Jahr später fertig sein. Insgesamt sollen über Nord Stream jährlich 55 Mrd Kubikmeter Erdgas fließen, was nach Angaben der Konzerne für 25 Millionen Haushalte reichen soll. Über die 27 ,5 Mrd Kubikmeter des ersten Röhrenstrangs seien bereits Vereinbarungen mit europäischen Kunden getroffen worden, sagte Alexej Medwedjew, der zweite Mann an der Spitze des federführenden russischen Gazprom-Konzerns. Die Kosten für die Pipeline werden auf 7 ,4 Mrd EUR beziffert. Gazprom hält 51 % an der Projektgesellschaft, deren Kontrollgremium vom ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder geführt wird. Die restlichen Anteile teilen sich Ruhrgas sowie die BASF-Tochter Wintershall und die niederländische Gasunie. Seit längerem ist auch der Einstieg der französischen GDF Suez SA im Gespräch, für die die deutschen Konzerne ihren Anteil um je 4 ,5 % auf 15 , 5 % reduzieren sollen. Gerard Mestrallet, der bei den Franzosen die Geschäfte führt, sprach nun von einem endgültigen Abschluss in den kommenden Wochen. "Technische Gründe" hätten zu der Verzögerung geführt, erklärte er. Gazprom-Vize Medwedjew sagte, die in maximal zwei Wochen abzuschließende Finanzierung des Projekts ebne dem GDF- Einstieg den Weg. Nord Stream ist eine zentrale Säule bei den Bemühungen Russlands, die Versorgung der Kunden in Mitteleuropa zu sichern. Der Transit durch Osteuropa hatte sich unter anderem im Streit mit der Ukraine als anfällig erwiesen. "Wir haben ein neues Niveau der Zusammenarbeit und des Vertrauens zwischen Russland und Europa erreicht" sagte Russlands Präsident. Webseite: www.nord-stream.com