Für Entwarnung an den Kapitalmärkten ist es viel zu früh.
Wer sich den Kursverlauf des Deutschen Aktien-Index (Dax) der vergangenen fünf Handelstage anschaut, könnte glatt annehmen, die Welt sei wieder in Ordnung. Das deutsche Kursbarometer kletterte in der Zeit von rund 8500 Punkten auf knapp 10.000 Punkte, hat also um 17 Prozent zugelegt.
Doch um daraus zu schließen, dass in der Coronakrise das Schlimmste überstanden sei, müsste man schon Hellseher sein oder die Realität völlig ausblenden. Dass Finanzmärkte im Laufe eines Crashs immer mal wieder für ein paar Tage zulegen, ist normal, weil Börsianer die Chance wittern, Aktien etablierter Firmen mit hohen Marktanteilen günstig zu kaufen. Dahinter steht die Hoffnung, dass sie als Erste von einer konjunkturellen Erholung profitieren. Aktienhändler sprechen in so einem Fall von einem "Dead Cat Bounce" - ein brutales Bild: eine Katze, die aus großer Höhe abstürzt, auf den Boden prallt, kurz wieder hochschnellt, um letztlich tot liegenzubleiben, weil sie sich das Genick gebrochen hat.
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