Die Süddeutschen sagt man eine gewisse linksgrüne Lastigkeit aus. Entsprechend sind offenbar auch die Autoren gepolt.
Der Beitrag des Professors ist blamabel.
Zunächst führt er aus, wie negativ NS2 für die Ukraine ist. Es erfordert nun keine intellektuelle Höchstleistung auf die Idee zu kommen, dass Deutschland mit NS 2 diese privilegierte Transitrolle der Ukraine übernehmen wird. Darauf kommt der Professor aber nicht. Die Ablehnung von NS2 ist in erster Linie nicht proeuropäisch, sondern antideutsch.
Im nächsten Absatz geht es um die Klimapolitik der EU. Diese fordert, anders als der Professor es bahauptet, nicht eine Verringerung des Verbauches an Erdgas. Erdgas ist unter den fossilen Energieträgern sogar derjenige mit der günstigsten CO2-Bilanz und darum geht es. Aber egal, wenn man für die SZ schreibt.
Dann wird mehrfach wiederholt, das NS gar nicht nötig sei oder sich betriebswirtschaftlich nicht rechne oder auch Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe vorkamen. Die häufigen Wiederholungen sind nötig, weil es die Durchschnittsleser der SZ es sonst nicht verstehen und nach der dritten Wiederholung glauben sie es dann sogar. Die Quelle für die Nicht-Notwendigkeit sind unabhängige Forschungsinstitute, die nicht genannt werden. Übringens kann jedermann für nur 1 Euro ein unabhängiges Forschungsinstitut als Unternehmen gründen.
Ein Analyst der Sperbank wurde angeblich entlassen, weil er die Kosten von NS2 auf 17 Mrd. Dollar taxiert hat statt auf 5 Mrd. Dollar. Ja, wenn die Rechnung des Analysten nun aber grob fehlerhaft wäre, was ja sein kann, dann ist er natürlich nicht für eine qualifizierte Weiterbeschäftigung geeignet.
Die große Sorge des Professors um die betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit sollte er lieber Gazprom und Herrn Miller überlassen.
Unregelmäßigkeiten beim Geld kann es überall geben. Bewiesen ist nichts. Auch der Professor hat keine Beweise vorgetragen. Der Verwaltungswissenschaftler Herr Prof. Seibel von der Uni Konstanz sollte mal besser in seiner Heimatstadt Konstanz die Bezüge der Stadträte prüfen, denn einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist Verwaltungsversagen. Die Aufwandsentschädigungen der eigentlich ehrenamtlich tätigen Stadträte in Konstanz sind so hoch, dass sie sich den unteren Lohngruppen von Vollzeitberufstätigen annähern.
Grundentschädigung: 700 Euro/Monat. Pro Sitzungsteilnahme gibt es weitere 70 Euro. Falls man ein Kind hat, gibt es weitere 10 Eruo pro Sitzungsstunde. Fraktionsvorsitzende bekommen weitere 200 Euro pro Monat. Dienstreisen außerhalb des Stadtgebietes werden zu Tarifen der 1. Klasse abgerechnet. Da ist schnell ein Tausender und mehr pro Monat drin netto für ein Ehrenamt. Der Professor der Uni Konstanz könnt mal vor der eigenen Türe kehren wenn er schon so kritisch ist.
Weiter unten: Putin macht also gar keinen Hehl aus seiner Absicht, weiterhin Unberechenbarkeit als politisches Druckmittel im Gasgeschäft zu nutzen. Ich kann keinen Beleg für diese Behauptung finden. Bisher gab es bei Lieferungen durch NS1 keine Probleme und auch keine Absichtserklärungen von Putin mit dem behaupteten Tenor.
Proeuropäisch ist viel eher die Gasversorgung durch ein sicheres Transitland. Und dass ist eher Deutschland als die Ukraine.
Fazit: Eine angeblich seriöse Zeitung, die so einen tendenziösen und oberflächlichen Beitrag abdruckt, ist ihr Geld nicht wert außer als Brennstoff, aber dann haben wir wieder das CO2-Problem.
FROHES NEUES NOCH, VIEL ERFOLG ALLEN ANLEGERN UND EIN HOCH AUF GAZPROM