Der Leitindex Dax gewinnt im März sieben Prozent auf 5395,89 Punkte gegenüber dem Vormonat / Finanzdienstleister MLP setzt sich an die Spitze der 30 Werte
Aus Gewinnern wurden Verlierer, aus Verlierern Gewinner: Der Dax hat im März wieder die Zugpferde gewechselt. An der Spitze diesmal die MLP-Aktie, die im Feburar noch zu den Schlusslichtern zählte. Die Investoren schoben den Heidelberger Finanzdienstleister um 31 Prozent nach vorne - und das praktisch ohne Nachrichten. MLP notiert wieder auf dem Niveau vom Jahresbeginn: In den letzten Wochen kamen somit höchstens Trader auf ihre Kosten.
Auch die zweitbeste Performance des Monats geht auf das Konto einer Aktie, die noch im Februar Prügel bezogen hatte: die HypoVereinsbank. Mit einem Plus von gut 18 Prozent hängte das bayerische Bankhaus alle anderen Finanzwerte ab. Der hohe Vorsteuerverlust der Direktbank-Tochter DAB belastete ebenso wenig wie die großen Krisen des letzten Wochen: Kirch und Holzmann. Während die Banken dem Baukonzern den Geldhahn endgültig abdrehten, versucht man bei der Kirch-Gruppe, Kreditausfälle durch einen Verkauf an die Medien-Tycoons Murdoch oder Berlusconi abzuwenden.
Den (drohenden) Insolvenzen zum Trotz entwickelten sich auch die anderen beiden Banken im Dax besser als der Index: Plus 8,5 Prozent schaffte die Commerzbank, knapp neun die Deutsche Bank. Auf dem Parkett hat sich die Meinung durchgesetzt, dass die Zeit der schlechten Nachrichten für die Finanzwirtschaft vorbei ist. Die Kreditrisikovorsorge könnte 2003 wieder schrumpfen, meint die WestLB, Emissions- und Aktiengeschäft wieder deutlich zulegen. Auch dass die deutschen Großbanken für 2001 nicht nur keine Steuern zahlen, sondern sogar Millionen vom Fiskus erstattet bekommen, hat den Kursen Flügel verliehen.
Ein ähnliches Bild bei den Autos: Mit Daimler-Chrysler war die Aktie am schnellsten unterwegs, die im Vormonat am schärfsten ausgebremst worden war. Mit einem Plus von gut zwölf Prozent stemmte sich das Papier zudem gegen eine Flut miserabler Nachrichten: So gab der Konzern eine Kürzung der Dividende um 60 Prozent bekannt. Damit sieht sich vermutlich auch Kirk Kerkorian bestätigt. Der Großaktionär hatte Daimler-Chrysler auf acht Milliarden Dollar Schadensersatz verklagt, weil die Fusion zwischen Daimler und Chrysler anders als behauptet keine Fusion der Gleichen, sondern eine Übernahme gewesen sein soll. Auch Bombardier sieht sich in die Irre geführt und plant eine Schadensersatz-Klage auf eine Milliarde Euro, weil Daimler-Chrysler den Wert von Adtranz beim Verkauf an Bombardier überhöht dargestellt haben soll.
Bei VW und BMW bleiben die Investoren vorsichtiger. Zwar legten beide Rekord-Bilanzen vor, blicken zuversichtlich in die kommenden Quartale und versprechen eine steigende Dividende Aber das war bekannt oder zumindest erhofft. Anleger griffen lieber zu Daimler-Chrysler.
Besser als VW und BMW schnitten im März die meisten Hightechs im Dax ab, obwohl die führende Technologiebörse Nasdaq im März nicht einmal die Wertentwicklung der deutschen Standards schaffte. Mit einem Zuwachs um fast 18 Prozent nähert sich der Bauelemente-Hersteller Epcos seinem Kurs zu Jahresbeginn langsam wieder an. Obwohl das Unternehmen weitere massive Einbrüche bei Umsatz wie Gewinn im kommenden in Aussicht stellte, setzte sich auf dem Parkett die Meinung durch: Die Talsohle ist durchschritten. Von positiven Konjunkturaussichten profitierten auch Siemens und SAP, wärend für Infineon nach starkem Auftritt im Februar nun die Luft dünn wurde. Wie Schering und Lufthansa beendete der Chiphersteller den März im Minus.
Mit einem Monatsplus von gut fünf Prozent schaffte die Telekom nicht einmal die Vorgabe des Dax, der in den letzten 20 Handelstagen sieben Prozent gutmachen konnte und am Gründonnerstagabend bei 5395,89 Punkten schloss. Positiv werteten Analysten, dass der Konzern das Plus schaffte, obwohl ein US-Aktionär 21 Millionen Aktien verkauft hatte. Belastet hat jedoch die Verschiebung des Börsengangs der Tochter T-Mobil: Die Schuldenproblematik wird vorerst nicht entschärft. Die Ratingagentur Moody's stufte die Kreditwürdigkeit der Telekom herunter, hinzu kamen mehrere Verkaufsempfehlungen führender Investmenthäuser. Zudem müssen die Aktionäre eine 40-prozentige Kürzung ihrer Dividende hinnehmen. Für den größten Aktionär wird das besonders hart: Hans Eichel kassiert in diesem Jahr 267 Millionen Euro weniger.
Aus Gewinnern wurden Verlierer, aus Verlierern Gewinner: Der Dax hat im März wieder die Zugpferde gewechselt. An der Spitze diesmal die MLP-Aktie, die im Feburar noch zu den Schlusslichtern zählte. Die Investoren schoben den Heidelberger Finanzdienstleister um 31 Prozent nach vorne - und das praktisch ohne Nachrichten. MLP notiert wieder auf dem Niveau vom Jahresbeginn: In den letzten Wochen kamen somit höchstens Trader auf ihre Kosten.
Auch die zweitbeste Performance des Monats geht auf das Konto einer Aktie, die noch im Februar Prügel bezogen hatte: die HypoVereinsbank. Mit einem Plus von gut 18 Prozent hängte das bayerische Bankhaus alle anderen Finanzwerte ab. Der hohe Vorsteuerverlust der Direktbank-Tochter DAB belastete ebenso wenig wie die großen Krisen des letzten Wochen: Kirch und Holzmann. Während die Banken dem Baukonzern den Geldhahn endgültig abdrehten, versucht man bei der Kirch-Gruppe, Kreditausfälle durch einen Verkauf an die Medien-Tycoons Murdoch oder Berlusconi abzuwenden.
Den (drohenden) Insolvenzen zum Trotz entwickelten sich auch die anderen beiden Banken im Dax besser als der Index: Plus 8,5 Prozent schaffte die Commerzbank, knapp neun die Deutsche Bank. Auf dem Parkett hat sich die Meinung durchgesetzt, dass die Zeit der schlechten Nachrichten für die Finanzwirtschaft vorbei ist. Die Kreditrisikovorsorge könnte 2003 wieder schrumpfen, meint die WestLB, Emissions- und Aktiengeschäft wieder deutlich zulegen. Auch dass die deutschen Großbanken für 2001 nicht nur keine Steuern zahlen, sondern sogar Millionen vom Fiskus erstattet bekommen, hat den Kursen Flügel verliehen.
Ein ähnliches Bild bei den Autos: Mit Daimler-Chrysler war die Aktie am schnellsten unterwegs, die im Vormonat am schärfsten ausgebremst worden war. Mit einem Plus von gut zwölf Prozent stemmte sich das Papier zudem gegen eine Flut miserabler Nachrichten: So gab der Konzern eine Kürzung der Dividende um 60 Prozent bekannt. Damit sieht sich vermutlich auch Kirk Kerkorian bestätigt. Der Großaktionär hatte Daimler-Chrysler auf acht Milliarden Dollar Schadensersatz verklagt, weil die Fusion zwischen Daimler und Chrysler anders als behauptet keine Fusion der Gleichen, sondern eine Übernahme gewesen sein soll. Auch Bombardier sieht sich in die Irre geführt und plant eine Schadensersatz-Klage auf eine Milliarde Euro, weil Daimler-Chrysler den Wert von Adtranz beim Verkauf an Bombardier überhöht dargestellt haben soll.
Bei VW und BMW bleiben die Investoren vorsichtiger. Zwar legten beide Rekord-Bilanzen vor, blicken zuversichtlich in die kommenden Quartale und versprechen eine steigende Dividende Aber das war bekannt oder zumindest erhofft. Anleger griffen lieber zu Daimler-Chrysler.
Besser als VW und BMW schnitten im März die meisten Hightechs im Dax ab, obwohl die führende Technologiebörse Nasdaq im März nicht einmal die Wertentwicklung der deutschen Standards schaffte. Mit einem Zuwachs um fast 18 Prozent nähert sich der Bauelemente-Hersteller Epcos seinem Kurs zu Jahresbeginn langsam wieder an. Obwohl das Unternehmen weitere massive Einbrüche bei Umsatz wie Gewinn im kommenden in Aussicht stellte, setzte sich auf dem Parkett die Meinung durch: Die Talsohle ist durchschritten. Von positiven Konjunkturaussichten profitierten auch Siemens und SAP, wärend für Infineon nach starkem Auftritt im Februar nun die Luft dünn wurde. Wie Schering und Lufthansa beendete der Chiphersteller den März im Minus.
Mit einem Monatsplus von gut fünf Prozent schaffte die Telekom nicht einmal die Vorgabe des Dax, der in den letzten 20 Handelstagen sieben Prozent gutmachen konnte und am Gründonnerstagabend bei 5395,89 Punkten schloss. Positiv werteten Analysten, dass der Konzern das Plus schaffte, obwohl ein US-Aktionär 21 Millionen Aktien verkauft hatte. Belastet hat jedoch die Verschiebung des Börsengangs der Tochter T-Mobil: Die Schuldenproblematik wird vorerst nicht entschärft. Die Ratingagentur Moody's stufte die Kreditwürdigkeit der Telekom herunter, hinzu kamen mehrere Verkaufsempfehlungen führender Investmenthäuser. Zudem müssen die Aktionäre eine 40-prozentige Kürzung ihrer Dividende hinnehmen. Für den größten Aktionär wird das besonders hart: Hans Eichel kassiert in diesem Jahr 267 Millionen Euro weniger.