9. Juli 2002 Unternehmensnachrichten
„Welt": Zerschlagung des Babcock-Konzerns steht
Für die Zerschlagung des insolventen Oberhausener Maschinenbauers Babcock Borsig gibt es nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ bereits konkrete Pläne. Demnach verhandelten Gläubiger seit mehreren Tagen mit dem Alstom-Konzern über den Erwerb von Teilen des Geschäftsbereiches. Verhandlungsteilnehmer sagten, sie seien bereits einen großen Schritt weiter gekommen. In den nächsten vier Wochen werde mit einem Vertragsabschluss gerechnet. Auch im Bereich Anlagenbau laufen konkrete Verkaufsgespräche. Vermutlich werde ein größerer Konkurrent den Bereich übernehmen. Die 25-prozentige Beteiligung an der Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) werde voraussichtlich in den kommenden vier bis sechs Wochen an den HDW-Großaktionär verkauft werden. Dazu sei aufgrund des Insolvenzverfahrens keine Zustimmung der Hauptversammlung nötig, berichtete die „Welt“ unter Berufung auf Babcock-Aufsichtsratskreise. Die tagelangen Rettungsversuche für den Maschinenbaukonzern waren am Montag gescheitert. (Die Welt, S. 1)
Unterdessen hat die französische Alstom SA den Bericht zurückgewiesen, wonach sie am Kauf von Teilen der Babcock Borsig AG interessiert ist. Alstom sei derzeit nicht an der Planung einer Übernahme von Babcock Borsig oder von Teilen des Unternehmens beteiligt, sagte ein Sprecher. (vwd)
„WSJ“: Merck will Medco-Börsengang in dieser Woche fortsetzen
Merck & Co Inc will den Börsengang ihrer durch die Bilanzierungspraxis ins Gerede gekommenen Sparte Medco in dieser Woche fortsetzen. Das Preisfeststellung für die Medco-Aktien werde frühestens für diesen Dienstag erwartet, berichtet das “Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit der Transaktion vertraute Kreise. Die Spanne soll zwischen 20 und 22 Dollar je Aktie liegen. Merck will 20 Prozent von Medco an die Börse bringen. In jüngster Zeit war der Börsengang auf Grund der Diskussion um die bilanzierten Umsätze bereits zweimal kurzfristig verschoben worden. (vwd)
Silicon Graphics mit Umsatzwarnung
Silicon Graphics sind am Montag im nachbörslichen Handel nach einer Umsatzwarnung für das vierte Quartal um über 18 Prozent auf zwei Dollar eingebrochen. Das Unternehmen erwartet nun für das vierte Quartal 280 Millionen bis 290 Millionen Dollar Umsatz nach noch 310 Millionen bis 330 Millionen Dollar bei der vorausgegangenen Prognose im April, wie nachbörslich mitgeteilt worden war. (vwd)
Ex-Worldcom-Manager verweigern Aussage vor US-Ausschuss
Ehemalige Top-Manager des nach dem Bilanzskandal angeschlagenen US-Telekomkonzerns Worldcom haben vor einem Ausschuss des US-Parlaments ihr Recht zur Zeugnisverweigerung genutzt. „Obwohl ich noch lieber als sie die Antworten auf ihre Fragen über Worldcom wissen möchte, haben mich meine Anwälte angewiesen, auf Grund des fünften Verfassungszusatzes nicht auszusagen", sagte Ex-Worldcom-Chef Bernard Ebbers am Montag vor dem für Finanzdienstleistungen zuständigen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. (Reuters)
InfoGenie verliert Großteil des Grundkapitals
Der am Neuen Markt gelistete Informationsdienstleister InfoGenie hat einen Großteil seines Grundkapitals verloren und deshalb die Hauptversammlung einberufen. InfoGenie teilte am Montagabend mit, bei einer Zwischenbilanz zum 31. Mai sei ein Fehlbetrag in Höhe von 836.000 Euro zu Tage getreten. Zusammen mit dem Verlustvortrag von 5,624 Millionen Euro aus früheren Geschäftsjahren übersteige der Fehlbetrag die Hälfte des Grundkapitals. Die Zwischenbilanz habe der im Mai neu berufene Vorstand Thomas Dehler in Auftrag gegeben. Zur Sanierung des Unternehmens würden der Vorstand und der Aufsichtsrat den Aktionären eine vereinfachte Kapitalherabsetzung und unmittelbar darauf Kapitalerhöhung vorschlagen. (Reuters)
Bmp verringert Konzernverlust und steigert Umsatz im Halbjahr
Die Risikokapitalgesellschaft bmp hat nach vorläufigen Angaben im ersten Halbjahr 2002 ihren Konzernverlust mehr als halbiert und die Umsätze deutlich gesteigert. Auf Grund von niedrigeren Betriebskosten und Wertberichtigungen habe sich der Konzernverlust zum 30. Juni um 58 Prozent auf 3,7 Millionen Euro von 8,8 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum verringert, teilte das Unternehmen am Montagabend in einer Pflichtveröffentlichung mit. Die Umsatzerlöse seien um 119 Prozent auf 5,9 Millionen Euro von 2,7 Millionen Euro geklettert. Die Liquidität habe zum Ende des ersten Halbjahres leicht um 0,3 Millionen Euro auf 1,1 Millionen Euro abgenommen, teilte das Unternehmen weiter mit. (Reuters)
Warren Buffet kauft Anleihe der Technologie-Firma Level 3
Mit seiner ersten Investition im Technologie-Sektor hat der wohl Einfluss reichste Einzelinvestor der USA, Warren Buffet, mit seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway am Montag Neuland betreten. Buffet zeichnete nach eigenen Angaben zusammen mit zwei weiteren Investoren eine Anleihe des derzeit Verlust schreibenden Faseroptik-Herstellers Level 3 Communications über 500 Millionen Dollar. Eines seiner Entscheidungskriterien für Investmentchancen war für den 71-jährigen Buffet nach eigenen Angaben bislang, dass er das Geschäft eines Unternehmens verstehen müsse. Von dem Boom und dem folgenden Niedergang vieler Internet-Firmen in den vergangenen Jahren blieb Buffet daher vollständig unbeeinflusst. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Ausblick: Aufwärtstrend der Industrieproduktion intakt
Volkswirte rechnen für Mai überwiegend mit einem erneuten Anstieg der Erzeugung des Produzierenden Gewerbes in Deutschland. Im Mittel erwarten von vwd befragte Institute im saisonbereinigten Monatsvergleich einen Anstieg um 0,3 Prozent; auf Jahressicht (ebenfalls bereinigt) liegt die Produktion damit allerdings noch um 1,9 Prozent niedriger. Das Bundesfinanzministerium wird die vorläufigen Daten am Dienstag bekannt geben. Im April war die Fertigung im Produzierenden Gewerbe gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 0,2 Prozent und auf Jahressicht um 4,6 Prozent gestiegen. (vwd)
US-Notenbankchef Greenspan sicherte 2001 sein privates Vermögen
US-Notenbankchef Alan Greenspan hat im vergangenen Jahr ungeachtet der Turbulenzen an den Finanzmärkten sein Vermögen bewahrt. Nach dem am Montag von der US-Regierung veröffentlichten Einblick in die Finanzen des Notenbankchefs schwankte Greenspans Finanzvermögen zwischen 3,1 und 6,5 Millionen Dollar. Den größten Teil habe Greenspan dabei in US-Staatsanleihen angelegt, hieß es in der Mitteilung. Aktien habe Greenspan im Berichtszeitraum nicht gehalten. Im Vorjahr war die Vermögensspanne mit 3,1 bis 9,6 Millionen Dollar angegeben worden. (Reuters)
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Text: @la