Endlich mal etwas ganz Neues
4. Sep. 2001 Dax dürfte höher eröffnen
Nach der überraschend schwachen Tendenz und neuen Jahrestiefs zu Wochenbeginn kann es auch am deutschen Markt zu einer Reaktion nach oben kommen. Positive Impulse sind von der gerade verkündeten Großfusion zwischen Hewlett Packard und Compaq zu erwarten. Ob der Dax im Plus schließt, hängt vor allem von der Tendenz an der Wall Street ab, die nach dem Feiertag wieder ins Geschehen eingreift. Und diese wird wiederum stark von den anstehenden Konjunkturdaten, besonders dem NAPM-Einkaufsmanagerindex abhängen. Die US-Volkswirte erwarten mehrheitlich ein leicht verbessertes Stimmungsbild unter den Einkaufsmanagern.
Rentenmarkt harrt auf Konjunkturdaten
Mit Spannung erwartet der Rentenmarkt die um 16.00 Uhr MEZ anstehende Veröffentlichung des amerikanischen NAPM-Einkaufsmanagerindex für August. Kann er eine Bodenbildung der amerikanischen Konjunktur bestätigen? Wenn ja, dürfte der Bund-Future nach den starken Gewinnen der vergangenen Tage unter Druck kommen. Am Montag hatte der Bund-Future sechs Ticks höher bei 109,19 Prozent notiert.
Euro in Fernost unter Druck - Yen weiter stark
Der Euro ist im frühen Fernosthandel am Dienstag sowohl zum Dollar als auch zum Yen unter Druck geraten. Gegen 6.47 Uhr MESZ kostete ein Euro 0,9054 Dollar nach einer letzten Notiz am Montag in New York bei 0,9073/78 Dollar. Händlern zufolge halten sich immer noch Befürchtungen, größere Verkäufe von Aktien der Deutschen Telekom nach Ablauf der Haltefrist aus der VoiceStream-Übernahme könnten zu Umschichtungen in andere Währungen führen. Zudem gebe es Spekulationen über größere Optionspositionen bei 0,9050 Dollar, die im Verlauf des Dienstags ausgeübt werden könnten. Die japanische Währung hielt sich trotz anhaltender Interventionsspekulationen nahe eines Sechs-Wochen-Hochs zum Euro und eines Drei-Monats-Hochs zum Dollar. Die US-Valuta notierte zum Yen mit 118,99/04 Yen. Zuvor hatte der Dollar ein Drei-Monatstief bei 118,62 Yen markiert.
Börse Tokio dreht ins Plus
In Tokio hat die Börse am Dienstag freundlicher tendiert. Der Nikkei-Index lag gegen 6.35 Uhr MESZ ein Prozent im Plus bei 10.513,29 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich mit 10.325,83 Zählern auf den tiefsten Stand seit August 1984 gefallen war. Händlern zufolge verhielten sich Investoren auf Grund weiterer Gewinnwarnungen zurückhaltend. Die Meldung vom Zusammengehen von Hewlett-Packard und Compaq drehte den Markt. Vor allem Werte, wie beispielsweise Zulieferer, die von der Übernahme mit größeren Aufträgen profitieren könnten, verbessern sich deutlich. Auch die möglicherweise enstehende Konsolidierung auf dem PC-Markt beflügele die Anleger, sagten Händler.
Aktien in Hongkong gut behauptet
Der Hang-Seng-Index der Hongkonger Börse notierte mit 10.920,45 Punkten um 0,16 Prozent fester. Kursgewinne verbuchten insbesondere Immobilien-Werte. Zuvor hatte die Regierung ein Zehn-Monats-Moratorium für den Verkauf von subventionierten Wohnungen angekündigt.
Wall Street am Freitag leicht erholt
Wegen des „Labor Day“ waren die amerikanischen Börsen am Montag geschlossen. Am vergangenen Freitag waren die Aktien nach besseren Konjunkturdaten etwas fester aus dem Markt gegangen. Der Dow Jones stieg um 0,3 Prozent auf 9.949,75 Punkte. Der S&P 500 gewann 0,4 Prozent auf 1.133,58 Zähler. Der Nasdaq Composite legte 0,8 Prozent auf 1.805,43 Indexpunkte zu.
Die US-Anleihen hatten uneinheitlich geschlossen.
Medienschau
4. Sep. 2001
Unternehmensnachrichten
Hewlett-Packard und Compaq bestätigen Fusion
Die US-Computerfirmen Hewlett-Packard (HP) und Compaq haben nach eigenen Angaben am Montag ihrer Fusion zugestimmt. Beide Unternehmen teilten mit, HP werde 64 Prozent der Anteile der neuen Gesellschaft halten, Compaq 36 Prozent. Die Fusion erfolge über eine Aktientausch in Höhe von 25 Milliarden Dollar. Vorstandsvorsitzende der neuen Gesellschaft soll die bisherige HP-Chefin Carly Fiorina werden. (Reuters)
Telekom und Liberty einigen sich über TV-Kabelnetz
In den Verhandlungen über den Verkauf der restlichen zwei Drittel des TV-Kabelnetzes der Deutschen Telekom hat es einem Zeitungsbericht zufolge einen Durchbruch gegeben. Alle Differenzen zwischen der US-Holding Liberty Media und der Telekom seien am Montag beigelegt worden, hieß es aus Verhandlungskreisen. Der Vertrag solle „so bald wie möglich“ unterzeichnet werden. (FTD S. 1)
Bayer mit Aventis über CropScience einig
Bayer hat sich nach Informationen des „Handelsblatt“ mit den Konkurrenten Aventis und Schering auf die Übernahme des Pflanzenschutzmittelherstellers Aventis CropScience geeinigt. Bayer zahle für Aventis CropScience 5,5 Milliarden Euro. An dem Pflanzenschutzmittelhersteller hält Aventis 76 Prozent und Schering 24 Prozent. Über den Kaufpreis hinaus übernehme Bayer Schulden in Höhe von rund zwei Milliarden Euro. (Handelsblatt S. 1)
Wirtschaftsnachrichten
Unilever und Suez kommen in den Stoxx 50
Nach der Einführung der Free-Float-Gewichtung im September 2000 wurde am Montag die Dow Jones Stoxx-Familie zum ersten Mal regulär angepasst. Dabei werden Suez und Unilever im Stoxx 50 die France Telecom und Marconi verdrängen, KPN wird im Euro Stoxx 50 durch Saint Gobain ersetzt. Deutsche Aktien sind nicht betroffen. (FAZ.NET)