Dax mit vorwiegend positiven Vorgaben
1. Aug. 2001 Dax dürfte im Plus eröffnen
Freundliche Vorgaben aus New York und eine günstige charttechnische Lage lassen einen angenehmen Börsenstart in den August erwarten. Heute legt die Deutsche Bank ihre Quartalszahlen vor. Das angespannte Marktumfeld im zweiten Quartal dürfte auf das Provisions- und Handelsgeschäft gewirkt haben; Analysten erwarten eine leichte Abschwächung des operativen Ergebnisses.
Euro-Renten mit uneinheitlicher Vorgabe
In den USA regen sich weiter die Zinshoffnungen, in Europa aber sind diese noch fern. Vor dem Hintergrund der wachsenden Geldmenge und der zwar rückläufigen, aber immer noch weit über dem Referenzwert von zwei Prozent liegenden Inflation ist ein Zinsschritt der EZB am Donnerstag auszuschließen. Am Dienstag war der Bund-Future kräftig um 23 Ticks auf 108,39 Prozent gestiegen. Nach dem rasanten Anstieg und angesichts eines verbesserten Sentiments für Aktien könnten heute Gewinnmitnahmen einsetzen.
Euro in Asien fester
Fester zeigt sich der Euro am Mittwochmorgen in Asien. Gegen 7.00 Uhr MESZ wird die Gemeinschaftswährung mit 0,8802 Dollar gehandelt nach 0,8756 Dollar am Dienstag im späten US-Geschäft. Zum Yen notiert der Dollar mit 124,84 Yen nach 125,08 Yen im späten New Yorker Handel.
Börse Tokio im Verlauf knapp behauptet
Der Aktienmarkt in Tokio hat sich am Mittwoch knapp behauptet gezeigt. Der Nikkei-Index lag gegen 6.30 Uhr MESZ nahezu unverändert zu seinem Schlusskurs vom Dienstag bei 11.853 Punkten. Analysten sagten, dass trotz positiver Ansätze nach der Oberhauswahl immer noch die Möglichkeit einer US-Wirtschaftsflaute einen Kursanstieg behindere. Gewinner waren die Aktien von Honda Motor. Matsushita stand auf der Verliererseite. Honda Motor gewannen im Verlauf fast zwei Prozent auf 5.790 Yen. Honda hatte am späten Dienstag für das vergangene Quartal ein Rekordergebnis ausgewiesen. Die Werte des Elektronik-Konzern Matsushita verloren rund 1,2 Prozent auf 1.719 Yen. Matsushita hatte am Vortag den ersten Quartalsverlust überhaupt ausgewiesen.
Aktien in Hongkong fester
Die Börse Hongkong reagierte freundlich auf die Vorgaben der Wall Street. Der Hang Seng Index stieg im Verlauf um 0,7 Prozent auf 12.400 Zähler. Analysten zufolge habe sich der Anstieg der amerikanischen Verbraucherausgaben bemerkbar gemacht. Die Wall Street hatte am Dienstag von einem unerwartet hohen Anstieg der US-Konsumentenausgaben beflügelt fester geschlossen.
Kursbewegungen und Nachrichten nach US-Börsenschluss
Nachbörslich stand die Aktie von Lucent unter Druck, nachdem der Telekomausrüster die Ausgabe von Vorzugsaktien in Höhe fast einer Milliarde Dollar angekündigt hatte. Das Papier verlor 60 Cents auf 6,10 Dollar. Priceline.com, das Flugtickets über das Internet vertreibt, hat im zweiten Quartal die Gewinnzone erreicht und wurde dafür mit einem Aufschlag von 89 Cents auf 9,76 Dollar belohnt. KLA-Tencor, der Halbleiterausrüster, konnte ebenfalls von positiven Quartalszahlen profitieren. Die Aktie gewann 91 Cents auf 55,30 Dollar.
Die Index-Futures gaben leicht nach. Die September-Futures auf den Nasdaq 100 gaben drei Punkte auf einen Stand von 1.690 ab. S&P 500-Futures verloren 1,60 Punkte auf 1.213,70 Zähler.
Wall Street schließt mit Hoffnung auf Konjunkturerholung im Plus
Die Aktien an Wall Street haben am Dienstag mit Kursgewinnen geschlossen, wobei sich die Standardwerte besser als die Technologietitel entwickelten. Der Dow Jones gewann 1,2 Prozent auf 10.522,81 Punkte. Der Nasdaq-Composite legte um 0,5 Prozent auf 2.027,13 Zähler zu. Besonders Zykliker hätten von aufkommenden Hoffnungen auf eine baldige Konjunkturerholung profitiert. Zu dieser Hoffnung hätten die privaten Ausgaben beigetragen, die im Juni weiter gewachsen seien. Mit den Anzeichen einer Besserung wollten einige Anleger nicht länger mit ihren Investitionen warten, hieß es. Zu den Gewinnern gehörten Boeing, die um zwei Prozent auf 58,53 Dollar kletterten. Caterpillar stiegen um 2,9 Prozent auf 55,10 Dollar.
An der Nasdaq gingen die Kurse im Handelsverlauf wieder etwas zurück, nachdem der Index zeitweise mit zwei Prozent im Plus gestanden hatte. Verizon Communications fielen um 3,3 Prozent auf 54,15 Dollar, nachdem der Telekommunikationskonzern seine Gewinnprognose für 2001 gesenkt und einen Nettoverlust im zweiten Quartal gemeldet hatte. Zu den Gewinnern gehörten dagegen Telekom- und Netzwerkausrüster wie Ciena, Cisco und JDS Uniphase. Ciena legten um knapp sechs Prozent auf 33,15 Dollar zu, JDS Uniphase stiegen um 4,7 Prozent auf 9,18 Dollar, Cisco kletterten um 1,6 Prozent auf 19,20 Dollar. Dagegen gaben Dell 53 Cents auf 26,93 Dollar nach. Steve Fortuna, Analyst bei Merrill Lynch, hatte seine Prognosen für den PC-Hersteller gesenkt. Er rechne mit weiteren Rückschlägen auf Grund des schwachen Geschäfts in Europa.
US-Anleihen schließen uneinheitlich
Uneinheitlich haben die US-Treasurys am Dienstag im späten Geschäft in New York notiert. Zehnjährige Papiere mit einem Kupon von fünf Prozent gewannen 7/32 auf 99-18/32 und rentierten mit 5,054 Prozent. Der 5,375-prozentige Longbond notierte unverändert mit 97-27/32 und mit einer Rendite von 5,522 Prozent. Das Verbrauchervertrauen unter den Erwartungen und der schlechte Chicagoer Einkaufsmanagerindex ließen Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen aufkommen, hieß es. Analysten sagten, die US-Notenbank könne die Zinsen vielleicht bis auf drei Prozent von aktuell 3,75 Prozent verringern, bevor wieder mit Zinssteigerungen zu rechnen sei.
Medienschau
1. Aug. 2001
Unternehmensnachrichten
Gewinnausweis von Priceline.com übertrifft Analysten-Erwartungen
Die US-Internetfirma Priceline.com hat im zweiten Quartal 2001 einen über den Erwartungen liegenden Gewinn und Umsatz erwirtschaftet. Wie das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss in New York mitteilte, betrug das Ergebnis auf Pro-Forma-Basis 11,7 Millionen Dollar oder sechs Cents je Aktie. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Gewinn von nur einem Cent je Aktie gerechnet. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge auf 364,8 Millionen Dollar von 352,1 Millionen Dollar im zweiten Quartal 2000. Analysten waren von Umsatzerlösen von 301 Millionen Dollar ausgegangen. Für das dritte Quartal 2001 rechne das Unternehmen mit einem höheren Umsatz als im gleichen Vorjahreszeitraum. (Reuters)
Lucent erwartet aus Emission von Vorzugsaktien ein Milliarde Dollar
Der Telekomausrüster Lucent Technologies will aus einer privaten Emission von rückzahlbaren, wandelbaren Vorzugsaktien eine Milliarde Dollar erlösen. Wie das angeschlagene Technologieunternehmen mitteilte, sollen die Einnahmen für allgemeine Unternehmenszwecke genutzt werden. Käufer der Aktien seien institutionelle Anleger inner- und außerhalb der USA. Um seine geplanten Restrukturierungspläne umzusetzen, benötigt Lucent Angaben zufolge sieben bis neun Milliarden Dollar allein in diesem Quartal. (vwd) Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem weiteren Kursrückgang um 0,60 Dollar auf 6,10 Dollar.
Deutsche Bank entlässt Unternehmensberater
Die Deutsche Bank schließt ihre Unternehmensberatung DB Consulting Group. Wie ein Sprecher bestätigte, sind davon weltweit rund 450 Mitarbeiter betroffen. Allerdings würden weiterhin rund 100 Mitarbeiter in Deutschland bankintern als Berater arbeiten. Der Branchenprimus hatte die DB Consulting Group erst vor gut einem Jahr im Rahmen der Internet-Strategie Global E gegründet. Ziel war es, den hohen Bedarf an extern eingekauften Beratungsleistungen zu reduzieren. Zur Höhe der Verluste aus dem Aufbau der DB Consulting Group wollte sich der Bank-Sprecher nicht äußern. (Die Welt S. 11)
Krones steigert Gewinn und Umsatz
Krones hat im ersten Halbjahr mehr verdient und umgesetzt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der weltgrößte Hersteller von Getränkeabfüllanlagen teilte am Dienstagabend mit, dass dank höherer Produktivität und weiterer interner Prozessoptimierung das Halbjahresergebnis nach Steuern im Konzern um 33 Prozent auf 25,1 Millionen Euro von 19,2 Millionen Euro im Vorjahr gestiegen sei. Der Konzernumsatz habe sich um 15,4 Prozent auf 578,4 (501,3) Millionen Euro verbessert, teilte das Unternehmen weiter mit. Der Auslandsanteil belief sich den Angaben zufolge auf rund 74 Prozent. (Ad-hoc)
CAA tiefer in der Verlustzone
Die am Neuen Markt notierte CAA AG ist trotz Umsatzsteigerung im ersten Halbjahr auf Grund von höheren Forschungs- und Entwicklungskosten tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Softwarehersteller teilte am Dienstagabend mit, dass ein Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 16,73 Millionen Mark angefallen sei nach einem Fehlbetrag von 1,3 Millionen Mark im Vorjahr. Der Umsatz sei dagegen um 30 Prozent auf 5,31 Millionen Mark von 4,09 Millionen Mark gestiegen. Die liquiden Mittel betrugen den Angaben zufolge 77,01 Millionen Mark. (Ad-hoc)
Wirtschaftsnachrichten
Maschinenbauer spüren Auftragsflaute
Der Branchenverband der deutschen Maschinenbauer VDMA hat die Wachstumsaussichten für das laufende Jahr von fünf auf drei Prozent gesenkt. Zuvor hatten schon die Verbände der deutschen Chemie- und Elektroindustrie ihre Jahresprognose gesenkt. (Börsen-Zeitung S. 1)