Börsen dürften freundlich tendieren
18. Juli 2001 Dax freundlich erwartet
Nach den freundlichen Vorgaben von den amerikanischen Märkten dürften auch die europäischen Märkte zunächst freundlich tendieren. Allerdings wird mit einer eher abwartenden Grundhaltung gerechnet, warten die Märkte doch auf eine Einschätzung des amerikanischen Notenbankpräsidenten Alan Greenspan über die weitere Entwicklung der Wirtschaft. Sollten seine traditionell kryptischen Äusserungen auf eine schnelle Erholung hindeuten, wird mit steigenden Börsen gerechnet. Sollte er sich eher skeptisch zeigen, könnte es zu weiteren Kursverlusten kommen. Bleibt er neutral, werden die Börsen weiterhin unter mehr oder weniger starken Schwankungen seitwärts tendieren.
Euro in Asien gut behauptet
Gut behauptet notiert der Euro am Mittwochmorgen in Asien. Gegen 6.46 Uhr MESZ wird die Gemeinschaftswährung mit 0,8602 Dollar gehandelt nach 0,8593 Dollar/Euro am Dienstag im späten US-Geschäft. Zum Yen notiert der Dollar mit 125,16 Yen nach 125,00 Yen im späten New Yorker Handel.
Bund-Future dürfte seitwärts tendieren
Die europäischen Rentenmärkten warten auf Hinweise auf die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank. Mit Spannung werde deshalb vor allem die Anhörung von Fed-Chef Alan Greenspan vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses am Mittwoch erwartet. Das Ratstreffen der Europäischen Zentralbank am Donnerstag werde voraussichtlich noch keine Änderung der Geldpolitik in der Euro-Zone bringen. Mit Blick auf die leicht erholten Aktienmärkte in den USA dürfte hier wenig Fantasie für grosse Kursgewinne bestehen.
Nikkei fällt unter 12.000 Punkte
Der Aktienmarkt in Tokio hat am Dienstag rund zwei Prozent niedriger tendiert, wobei der Nikkei-Index das erste Mal seit Mitte März wieder unter die 12.000er Marke fiel. Gegen 07.00 Uhr MESZ lag der Nikkei-Index bei 11.869 Punkten und notierte damit um 2,14 Prozent schwächer als am Vortag. Händler machten für die Verluste zu hoch gesteckte Erwartungen im Zuge der Geschäftszahlen des US-Chipproduzenten Intel verantwortlich. „Die Anleger hatten sich von den Intel-Zahlen eigentlich eine Aufschwung des Marktes erwartet. Vielleicht waren die Erwartungen zu überschwänglich", sagte ein Händler.
Hongkong leichter
Die Hang-Seng-Index der Hongkonger Börse notierte in einem lustlosen Vormittagshandel um 0,3 Prozent leichter bei 12.454 Punkten, was Händler auf eine abwartende Haltung in Bezug auf eine Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan am Nachmittag zurüchführten.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss
Nachbörslich kamen die Aktien von Computerfirmen unter Druck. Einerseits hatte Intel zwar mit seinen Zahlen für das zweite Quartal die bescheidenen Erwartungen der Analystengemeinde gut erfüllt, andererseits war der Ausblick nicht gerade begeisternd. Die Aktie verlor nachbörslich 45 Cents auf 29,45 Dollar. Größerer Kursverluste gab es dagegen bei Veritas Software. Das Papier verlor 14 Prozent auf 43,47 Dollar, nachdem das Unternehmen zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit die Umsatzprognosen für das Gesamtjahr reduziert hat. Apple verloren elf Prozent auf 22,40 Dollar. Denn der Umsatz im vergangenen Quartal lag nur bei 1,48 Milliarden Dollar, statt der erwarteten 1,57 Milliarden.
Wall Street schließt auf breiter Front fester
Die New Yorker Aktienmärkte haben am Dienstag auf breiter Front fester geschlossen. Einige über den Erwartungen der Analysten liegende Quartalsergebnisse von Unternehmen der „Old Economy“ hätten die Hoffnung der Anleger auf eine baldige Erholung der US- Konjunktur wieder erweckt. Der Dow Jones ging 1,3 Prozent fester auf 10.606,39 Zählern aus dem Handel. Die Nasdaq gewann 1,9 Prozent auf 2.067,32 Zähler.
Unter den Standardwerten zählten Caterpillar zu den Gewinnern und kletterten 6,31 Prozent auf 53,55 Dollar. Das Unternehmen hatte zuvor zwar einen Gewinnrückgang von 14 Prozent bekannt gegeben, dennoch konnte es damit die Erwartungen der Analysten übertreffen. Ebenfalls in der Gunst der Anleger standen die Papiere des Pharma- und Medizintechnikkonzerns Johnson & Johnson, die 2,2 Prozent auf 54,91 Dollar gewannen. Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben im zweiten Quartal seinen Gewinn gesteigert. Gefragt waren auch Eastman Kodak, die sich um fast drei Prozent auf 46,03 Dollar verbesserten, nachdem der Gewinnrückgang im zweiten Quartal nicht so schlimm wie befürchtet ausfiel. Zu den Verlierern gehörten die Anteilsscheine von General Motors, die 1,57 Prozent auf 65,99 Dollar abgaben. Der weltgrößte Autokonzern hatte zuvor einen Gewinneinbruch von 70 Prozent bekannt gegeben, der allerdings schwächer als die Schätzungen der Analysten ausfiel. Im Technologiesektor standen die Titel des Chipherstellers Novellus Systems im Fokus der Anleger, die nach anfänglichen Kursverlusten um 5,35 Prozent auf 48,85 Dollar stiegen. Zuvor hatte Novellus über einen Gewinnrückgang von 24 Prozent im zweiten Quartal 2001 berichtet. Auch Intel verzeichneten im Vorfeld der Quartalsergebnisse Gewinne von 2,64 Prozent auf 29,90 Dollar.
US-Anleihen schließen leichter bei geringem Handelsvolumen
Leichter haben die US-Treasurys am Dienstag den US-Handel beendet. Zehnjährige Papiere mit einem Kupon von fünf Prozent verloren 8/32 auf 98-17/32 und rentierten mit 5,192 Prozent. Der 5,375-prozentige Longbond gab 6/32 auf 96-29/32 nach, wodurch sich die Rendite auf 5,587 Prozent erhöhte. Viele Anleger hätten sich wegen der für Mittwoch anstehenden Rede von Notenbankpräsident Alan Greenspan zurückgehalten, erklärten Händler das geringe Volumen. Gegen Ende der Sitzung habe sich eine späte Rally auf den Aktienmärkten auf die Anleihekurse negativ ausgewirkt, hieß es weiter.
Medienschau
18. Juli 2001
Unternehmensnachrichten
Zeit großer Margen bei der Pharma ist vorbei
Die Attraktivität des Pharmamarktes wird nach Ansicht des Bayer-Chefs Manfred Schneider vielfach überschätzt. Schätzungen, nach denen der Markt in den kommenden Jahren jährlich um acht bis zehn Prozent wachsen wird, hält er für überhöht. Er glaubt eher an Wachstumsraten von sechs bis sieben Prozent. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, S. 16)
Regulierer kritisiert Telekom
Matthias Kurth, Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, hat der Deutschen Telekom eine Verzögerung des Wettbewerbs im Ortsnetz vorgeworfen. „Man kann darauf kommen, dass da auf Zeit gespielt wird“. (FTD, S. 3)
Wirtschaftsnachrichten
Lebensversicherer müssen Renditen senken
Viele Lebensversicherer können ihre Renditezusagen nicht mehr halten. Die Kunden müssen in der Folge mit geringeren Überschussbeteiligungen rechnen. Auslöser sind fallende Aktienkurse, niedrige Zinsen und zum Teil auch schwache Immobilienmärkte in den vergangenen Jahren. (Handelsblatt, S. 1)
Argentinier verständigen sich auf Spar-Pakt
Die argentinische Regierung hat sich mit den oppositionellen Provinzgouverneuren auf einen Sparkurs verständigt, mit dem ein Schuldenmoratorium vermieden und das Land aus der Finanzkrise geführt werden soll. Ein entsprechendes Spar-Abkommen mit dem Ziel des Haushaltsausgleichs auch in den Provinzen wurde am Dienstag in Buenos Aires von der Regierung und den oppositionellen Peronisten unterzeichnet. Die Finanzmärkte reagierten positiv auf die Einigung. Der Leitindex an der Börse in Buenos Aires gewann 4,84 Prozent auf 339,67 Zähler. (Reuters)
Haftung für Aktienanleihen
Aktienanleihen werden vom Bundesgerichtshof wegen ihrer speziellen Risiken voraussichtlich als Börsentermingeschäfte eingestuft. Die Kreditwirtschaft habe mir der Bezeichnung „Irreführungsgefahren“ geschaffen. ((Frankfurter Allgemeine Zeitung, S. 25)