Däumchen drehen
4. Juli 2001
Dax mit Kursverlusten gesehen
MIt Kursverlusten dürften die deutschen Aktien in den Mittwoch gehen. Die asiatischen Börsen notieren am Mittwoch ebenfalls leichter. Dabei dürfte der Handel von dünnen Umsätzen begleitet sein, denn in den USA bleiben die Börsen wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen. Zudem stehen am Donnerstag in der Eurozone und in England Zinsentscheidungen an und am Freitag geben die amerikansichen Arbeitsmarktdaten wichtige Hinweise auf die Frage, Sommerrally oder kurze Gewitterunterbrechung. Daher gibt es am Mittwoch wenig Gründe, sich strategisch zu positionieren.
Euro in Asien behauptet
Der Euro hat am Mittwoch im Fernosthandel trotz der schwindenden Hoffnung auf eine Zinssenkung in der Euro-Zone durch die Europäische Zentralbank (EZB) behauptet tendiert. Gegen 6.45 Uhr MESZ notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,8468 Dollar nach einer letzten Notiz in New York bei 0,8489 Dollar.
Kurse in Tokio notieren schwach
Der schwächere Vortagsschluss der Wall Street belastet am Mittwoch die japanischen Aktien. Bis gegen 7.30 Uhr verliert der Nikkei 225-Index 1,5 Prozent auf 12.626 Punkte. Die jüngsten Gewinnwarnungen von US-Unternehmen hätten vor allem im Technologiesektor die Kurse gedrückt, hieß es. Der Kurs der Sony Corp-Aktie fiel auf dem tiefsten Stand seit Dezember. Fujitsu sackten sogar auf den tiefsten Stand seit 2-1/2 Jahren ab. Die Anleger rechneten damit, dass diese Firmen ihre Gewinn- und Umsatzziele nicht erreichen würden.
Honkong etwas leichter
Die Aktien in Hongkong tendieren am Mittag etwas leichter Etwas leichter präsentieren sich die Aktienkurse in Hongkong. Bis zur Mittagspause gibt der Hang-Seng-Index um 0,4 Prozent auf 13.128,27 nach. Der Umsatz ist wegen des US-Feiertags gedämpft. Als Grund für die etwas leichtere Tendenz werden Gewinnmitnahmen angeführt. Zu den Gewinnern zählen lediglich einige chinesische Aktien, da darauf spekuliert werde, dass diese Titel besonders profitieren werden, sollte China die Olympiade 2008 ausrichten. Der HSI dürfte sich am Nachmittag über 13.000 Punkten halten, heißt es.
Wall Street schließt nach Gewinnwarnungen schwächer
Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag nach verkürztem Handel (bis 19.00 Uhr MESZ) im Minus geschlossen. Gewinnwarnungen von Blue-Chip-Unternehmen wie dem größten US-Chemiekonzern Dupont und einigen großen Technologiekonzernen trübten nach Händlerangaben die Stimmung. Der Dow Jones ging um 0,21 Prozent tiefer auf 10.571,11 Punkten aus der Sitzung, während der Nasdaq-Index 0,37 Prozent auf 2.140,80 Zähler nachgab.
"Wir hatten geglaubt, dass die Gewinnwarnungen nun vorüber seien, aber offensichtlich sind sie das nicht", sagte Robert Stovall von Prudential Securities. Der Chemiekonzern Dupont hatte am Montag nach US-Börsenschluss mitgeteilt, im zweiten Quartal werde der Gewinn unter den Erwartungen der Analysten liegen. Die Aktien des Unternehmens gaben am Dienstag um 1,91 Prozent auf 47,20 Dollar nach. Belastend auf die Blue Chips habe sich auch die Ablehnung der geplanten Übernahme von Honeywell durch General Electric (GE) durch die EU-Kommission ausgewirkt, sagten Börsianer. GE-Titel gaben um 1,59 Prozent auf 49,40 Dollar nach. Honeywell legten dagegen um 2,9 Prozent auf 35,10 Dollar zu.
Der Technologiesektor litt unter einer Reihe von Gewinnwarnungen. Check Point Software Technologies brachen um 12,56 Prozent auf 44,55 Dollar ein. Das Unternehmen erwartet einen geringeren Umsatzanstieg im zweiten Quartal als von Analysten vorhergesagt. Die Aktien der Internet Security Systems rutschten um 40,22 Prozent auf 29,99 Dollar, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, im zweiten Quartal sei ein Verlust zu erwarten.
US-Anleihen schließen bei verkürztem Handel schwächer
Schwächer haben sich die US-Anleihen am Dienstag in New York gezeigt. Wegen des “Independence Day“ am Mittwoch fand nur eine verkürzte Sitzung bis 20 Uhr MESZ statt. Zehnjährige Titel mit einer Zinsausstattung von fünf Prozent gaben um 6/32 auf 97-12/32 nach und rentierten mit 5,348 Prozent. Der Longbond mit einem Kupon von 5-3/8 Prozent reduzierte sich um 16/32 auf 95-2/32, die Rendite lag bei 5,72 Prozent. Im Vorfeld des US-Feiertages berichteten die Teilnehmer von einem ruhigen Handel. Im Blickpunkt des Interesses stünden die US-Arbeitsmarktdaten für Juni, die am Freitag bekannt gegeben werden. Auf die Konjunkturdaten, die um 16.00 Uhr MESZ veröffentlicht wurden, reagierte der Markt hingegen kaum. Die Abgaben führten Händler auf einen leichten Verkaufsdruck sowie einzelne Gewinnmitnahmen nach der Rally am Montag zurück.
4. Juli 2001
Unternehmensnachrichten
Apple stellt Produktion des G4 Cube vorerst ein
Die Apple Computer wird die Produktion ihres Power Mac G4 Cube auf unbestimmte Zeit einstellen. Apple hatte im September in Verbindung mit einer Gewinnwarnung für das vierte Quartal Probleme mit dem G4 Cube angedeutet. (vwd)
Henkel steht kurz vor Cognis-Verkauf
Henkel steht kurz davor, die Tochter Cognis zu verkaufen. Beste Aussichten für den Zuschlag hat bislang Schroder Ventures. Als möglicher Preis kursiert derzeit drei Milliarden Euro. (FTD, S. 3)
Mercedes-Benz: US-Absatz sinkt im Juni
Mercedes-Benz hat m Juni 17.322 (Vorjahreszeitraum: 17.919) Fahrzeuge verkauft. Im laufenden Jahr wurden 100.216 (100.399) Fahrzeuge abgesetzt. (vwd)
GFK kauft in Portugal ein
Die GFK hat 51 Prozent an dem portugiesischen Forschungsinstitut Metris übernommen. Darüber hinaus sei ein “Letter of Intent“ unterzeichnet worden, dem zufolge GfK 2002 die Mehrheit an Intercampus übernehmen werde. (Ad-hoc)
Bayer verlängert Vertrag mit Morphosys
Bayer und Morphosys haben ihre Zusammenarbeit um weitere vier Jahre verlängert. Bayer wird demnach weiterhin Lizenzgebühren sowie Meilensteinzahlungen an das Biotech-Unternehmen überweisen. (Ad-hoc)
Lycos Europe erhält Auftrag mit Volumen von 10,7 Mio EUR
Lycos Europe hat mit dem Online-Werbeträger Espotting Media einen Vertrag abgeschlossen, der dem Unternehmen Umsatzerlöse von mindestens 10,7 Millionen Euro garantieren wird. (Ad hoc)
Sonderabschreibung belastet Highlight.
Um den Unsicherheiten am Kapitalmarkt zu begegnen, will Highlight eine Sonderabschreibung auf den Goodwill der zu 80 Prozent in ihrem Besitz befindlichen Tochter TEAM-Holding vornehmen. Diese werde 136 Millionen Schweizer Franken betragen. Der Umsatz im ersten Halbjahr lag dagegen gerade einmal bei 95 Millionen Schweizer Franken. (Ad-hoc)
Procon korrigiert Prognosen
Procon hebt die Umsatzprognosen für 2001 bis 2003 an. Im laufenden Jahr soll der Umsatz auf 91 Millionen Euro steigen, bislang war Procon von 74 Millionen Euro ausgegangen. Der Gewinn je Aktie soll dagegen bei 0,53 Euro liegen, nachdem das Unternehmen zuvor von 0,78 Euro ausgegangen war. (Ad-hoc)
Wirtschaftsnachrichten
Streit um Steuer für Beteiligungsverkäufe
Zwar sollen die Gewinne aus Beteiligungsverkäufe angesichts heftiger Proteste der Wirtschaft nun vorerst doch icht gewerbesteuerpflichtig werden. Ungereimtheiten in der Steuerreform könnten den Minister aber schon bald zu Steuererhöhungen zwingen. (HB, S. 5)
OPEC: Fördermengen unverändert
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) lässt ihre Ölförderung auch nach dem Exportstopp Iraks unverändert. Darauf einigten sich die Vertreter des Kartells am Dienstag zum Abschluss ihrer Sondersitzung in Wien. Opec-Präsident Chakib Khelil hatte zuvor gesagt, es gebe genug Öl auf dem Weltmarkt. Das Kartell sei eher über einen möglichen Verfall der Preise beunruhigt. (vwd)
US-Finanzministerium - USA drängen Europa nicht zur Zinssenkung
US-Finanzminister Paul O'Neill wird nach Angaben eines führenden Vertreters seines Hauses bei dem Treffen mit seinen G7-Amtskollegen am Samstag in Rom keinen Druck auf Europa ausüben, die Zinsen zu senken. „Es gibt immer - wie dies auch sein sollte - Diskussionen bei diesen Treffen über das, was geschieht, und über Fragen der Politik und des richtigen Zeitpunktes", sagte der Vertreter des US-Finanzministeriums. (Reuters)