
Zum Wochenauftakt sieht sich der deutsche Aktienmarkt unvorteilhaften Vorgaben gegenüber. An der Wall Street sind die Kurse gefallen, der Ölpreis klettert wegen Befürchtungen, das Produzentenkartell Opec könnte die weniger „schwarzes Gold” fördern als gedacht, und der Euro tendiert im Verhältnis zum Dollar nach einer für viele Aktien günstigen Talfahrt nun gut behauptet. Dax & Co. dürften mit Abgaben eröffnen.
Nach dem guten Start des deutschen Aktienmarkts in das neue Börsenjahr rechnen Börsianer überdies für die kommende Woche mit fallenden Kursen. "Wir beobachten schon seit mehreren Wochen eine nachlassende Kaufbereitschaft vieler Anleger", sagt Aktienstratege Berndt Fernow von der LBBW. Dies sei ein Signal für eine bevorstehende Korrektur. Sein Kollege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt rechnet spätestens zum Auftakt der deutschen Berichtssaison Ende Januar mit größeren Kursverlusten.
Impulse von außen könnte der Aktienmarkt durch Konjunkturdaten aus Amerika am Nachmittag erhalten, wenn Zahlen zu den Lagerbeständen von Großhändlern einlaufen. Zuvor werden schon die Handels- und Leistungsbilanz Deutschlands bekanntgegeben.
Rentenmärkte vor einem freundlichen Wochenstart
Der deutsche und der europäische Anleihemarkt stehen vor einem freundlichen Wochenstart, nachdem sie sich gut behauptet aus dem Freitag verabschiedet hatte. Da in Amerika im Dezember weniger Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen wurden als erwartet, ist der für den deutschen Markt wegweisende Terminkontrakt Bund-Future, der auf langlaufende Anleihen gemünzt ist, um 13 Ticks auf 119,19 Prozent. Damit schloß der Kontrakt allerdings zwar unter seinem Tageshoch bei 119,69 Prozent. Das Tagestief lag indes bei 118,75 Prozent.
Der Arbeitsmarktbericht aus Amerika wurde gemischt interpretiert. Denn der Dezember-Anstieg der neugeschaffenen Stellen sei zwar etwas geringer ausgefallen als erwartet, doch seien gleichzeitig die Zahlen für den Vormonat nach oben revidiert worden. Den nächsten Widerstand für den Bund-Future sehen Marktteilnehmer bei 119,48 Prozent. Eine weitere Widerstandsmarke liege bei 119,97 Prozent. Eine kleine Unterstützung gebe es bei 118,48 Prozent. Da der Aktienmarkt etwas schwächer eröffnen dürfte und der Euro sich gegenüber dem Dollar etwas erholt zeigt, dürften Anleihekurse am Montag steigen.
Dollar mit leichten Gewinnen zum Euro
Der Dollar hat sich am Montag in Fernost nahe seinem höchsten Stand seit sieben Wochen behauptet. Nach zwischenzeitlichen geringfügigen Verlusten tendiert er im frühen europäischen Handel gut behauptet bei 1,3068 Dollar. Äußerungen von Finanzminister John Snow, die Vereinigten Staaten verfolgten weiter eine Politik des starken Dollar, hatten die amerikanische Devise am Freitag steigen lassen und den Euro auf Kurse bis zu 1,3023 Dollar gedrückt.
Börse Tokio feiert „Tag der Volljährigkeit”
Die Börse Tokio bleibt am Montan geschlossen. Japan begeht den „Tag der Volljährigkeit”.
Aktien Hongkong am Mittag knapp behauptet
Der Aktienmarkt in Hongkong zeigt sich am Montag zum Ende der ersten Sitzungshälfte knapp behauptet und deutlich von seinem Tagestief erholt. Der Hang Seng Index (HSI) steht 0,1 Prozent oder 12 Punkte tiefer bei 13.563, das Tagestief betrug 13.435. Teilnehmer berichten von Short-Eindeckungen, nachdem der Handel nach der schwachen Vorwoche erneut mit Verlusten gestartet war. China Unicom, die im vergangenen Jahr zu den Schlußlichtern gehörten, gewinnen 1,8 Prozent auf 5,70 Hong Kong Dollar. Diese Jahr könnte sich das Papier besser als der Markt entwickeln, erklären Beobachter das Kursplus. Obgleich sich der Markt zum Wochenauftakt stabilisiert zeige, herrsche weiter skeptische Vorsicht. Bei Morgan Stanley heißt es, trotz der jüngsten Korrektur ”sieht der Markt noch ziemlich teuer aus” angesichts des begrenzten Gewinnwachstums 2005.
Kursentwicklung und Neuigkeiten nach Börsenschluß
Mit einem dünnen Kursgewinn von 0,13 Prozent auf 1.566,83 Punkte verabschiedete sich am Freitag der Nasdaq-100 After Hours Indicator vom nachbörslichen Handel.
Ein optimistischer Ausblick hat am Freitag im nachbörslichen Geschäft Lexicon Genetics zu einem Kurssprung verholfen. Die Titel verbesserten sich bis 18.12 Uhr Ortszeit auf Nasdaq.com um 6,2 Prozent auf 7,23 Dollar, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, es habe den Umsatz im vergangenen Jahr vermutlich auf knapp 60 (42,8) Millionen Dollar gesteigert. Für dieses Jahr prognostiziert Lexicon Genetics Erlöse von 70 Millionen bis 75 Millionen Dollar. Westaff verloren dagegen nachbörslich bis 16.17 Uhr Ortszeit zwei Prozent auf 5,00 Dollar. Hier wurden vermutlich die Gewinne aus der regulären Sitzung mitgenommen, in der die Aktie um 31,5 Prozent auf 5,10 Dollar vorgeprescht war, erklärten Händler. Das Zeitarbeitsunternehmen hatte im vierten Quartal sein Ergebnis je Aktie auf 0,15 Dollar erhöht, nachdem es das vergleichbare Vorjahresquartal mit einem Verlust von 0,04 Dollar abgeschlossen hatte. Taser erholten sich leicht von ihrer Talfahrt und legten bis 18.29 Uhr um 1,4 Prozent auf 23,03 Dollar. Bis zur offiziellen Schlußglocke hatten die Titel 17,7 Prozent auf 22,72 Dollar eingebüßt. Die Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen das Unternehmen.
Wall Street schließt knapp behauptet
Knapp behauptet haben die Aktienkurse am Freitag an Wall Street eine volatile Sitzung beendet. Der Arbeitsmarktbericht für Dezember verfehlte zwar die Erwartungen, hat den Markt nach Aussage von Beobachtern zunächst aber kaum beeinflußt. Erst gegen Ende des Handelstages sei den Anleger bewusst geworden, daß sich die Beschäftigungssituation in den Vereinigten Staaten vergleichsweise langsam bessere.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verlor 0,2 Prozent oder 19 Punkte auf 10.604. Der S&P-500-Index sank um 0,1 Prozent oder 2 Zähler auf 1.186. Der Nasdaq-Composite-Index fiel um 0,1 Prozent oder eins Punkt auf 2.089. Damit beendete der Markt die erste Handelswoche des neuen Jahres mit einer negativen Bilanz.
Die Zahl der neugeschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft war im Dezember um 157.000 gestiegen. Ökonomen hatten im Schnitt jedoch eine Zunahme um 175.000 prognostiziert. Allerdings wurde der Stellenzuwachs im Vormonat auf plus 137.000 von plus 112.000 nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 5,4 Prozent. Diese Zahl deckte sich mit der Konsensprognose. Insgesamt betrachtet hätten die Daten im Rahmen der Prognosen gelegen.
Unter den im DJIA gelisteten Titeln waren Merck und General Motors mit Abgaben von 1,3 Prozent auf 31,13 Dollar und 1,1 Prozent auf 39,00 Dollar die größten Verlierer. Im Technologiesektor verbesserten sich Intel um 1,5 Prozent auf 22,80 Dollar und Apple um 7,3 Prozent auf 64,55 Dollar. Die Titel hätten von der Erwartung profitiert, daß die beiden Unternehmen in der kommenden Woche gute Geschäftszahlen vorlegten, hieß es dazu. Broadcom verteuerten sich um 6,2 Prozent auf 32,90 Dollar, nachdem das Unternehmen eine neue HDTV-Technik angekündigt hatte.
Bausch & Lomb rückten um 4,4 Prozent auf 65,60 Dollar vor. Die Bayer AG hat dem Unternehmen die weltweiten Exklusivrechte zur Vermarktung von ”Plasmin” in der Augenheilkunde übertragen. Bayer entwickelt Plasmin darüber hinaus auch zur Behandlung von Blutgerinnseln.
Amerikanische Anleihen schließen uneinheitlich
Uneinheitlich haben die amerikanischen Anleihen am Freitag im späten Geschäft tendiert. Der Markt habe kaum auf den Arbeitsmarktbericht für Dezember reagiert, berichteten Marktteilnehmer. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,250 Prozent verloren 2/32 auf 99-26/32. Ihre Rendite stellte sich auf 4,273 Prozent nach 4,263 Prozent. Der mit 5,375 Prozent verzinste 30jährige Treasury stieg um 3/32 auf 107-28/32 und rentierte mit 4,839 Prozent nach 4,846.
Die Zahl der neugeschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft war im Dezember um 157.000 gestiegen. Ökonomen hatten im Schnitt jedoch eine Zunahme um 175.000 prognostiziert. Allerdings wurde der Stellenzuwachs im Vormonat auf plus 137.000 von plus 112.000 nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 5,4 Prozent. Diese Zahl deckte sich mit der Konsensprognose.
Insgesamt betrachtet hätten die Daten im Rahmen der Prognosen gelegen, erklären Beobachter die verhaltene Reaktion des Marktes. Die Notenbank Fed werde dadurch vermutlich nicht zu einer Änderung ihrer Zinspolitik bewogen. Der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Papieren hat sich unterdessen erneut verringert. Ein Marktteilnehmer bezeichnet diese Entwicklung als ”angemessen”. Die Beschäftigungslage spreche für maßvolle weitere Zinsschritte. Dabei sei ein Abflachen der Renditekurve der ”Weg des geringsten Widerstands”, erklärte er.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
Unternehmensnachrichten
Software AG: Dividende wahrscheinlich
Die Software AG strebt 2005 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von vier Prozent bis sechs Prozent an. Dies sagte Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG, der ”Börsenzeitung”. Streibich präzisierte damit die bei der Vorlage der Neunmonatszahlen gegebene Prognose eines einstelligen Wachstums. Zudem bestätigte er, daß eine Dividendenzahlung wahrscheinlich sei. An der Börse kommt diese Nachricht gut an: Positiv sehen Händler einen Bericht, dem zufolge die Software AG ihre Umsatzprognosen für das kommende Jahr konkretisiert hat. Das dürfte den Kurs leicht stützen, sagt ein Marktteilnehmer. Software AG seien bei 23,80 Euro, ein Widerstand liege bei rund 26,50 Euro. (Dow Jones-vwd)
Großauftrag für Tochter von ThyssenKrupp
Der westfälische Anlagenbauer Polysius AG hat den Auftrag zur Lieferung eines 235 Millionen Euro teuren Zementwerks nach Mexiko erhalten. Der Auftrag zählt zu einem der größten der Unternehmensgeschichte, teilte der Mutterkonzern ThyssenKrupp Technologies am Montag in Essen mit. Die schlüsselfertig zu liefernde Anlage soll nach der Inbetriebnahme im November 2006 täglich 3000 Tonnen Zementklinker produzieren können. Auftraggeber ist eine Tochter der Cooperativa La Cruz Azul. (dpa)
UBS übernimmt Finanzdienstleister Etra SIM
Die UBS AG übernimmt den italienischen Finanzdienstleister Etra SIM SpA. Die UBS Italia und die Etra-Aktionäre hätten sich auf diese Transaktion geeinigt, teilte UBS am Montag mit. Mit der Übernahme baue UBS ihre Stellung am italienischen Markt für Privatkunden aus und stärke ihre lokale Kundenbasis. Etra verwalte Kundenvermögen von rund 500 Millionen Euro. Die Transaktion müsse von der Banca d' Italia und der italienischen Wettbewerbsbehörde genehmigt werden. Einzelheiten zum Kaufpreis wurden nicht genannt. (Dow Jones-vwd)
Allianz/Dresdner Bank mit Interesse an Fraspa
Die Allianz-Tochter Dresdner Bank AG, hat Interesse an der Frankfurter Sparkasse (Fraspa). ”Für uns wäre es interessant, im Raum Frankfurt als einer der wichtigsten deutschen Wachstumsregionen den Kundenstamm zu erweitern”, sagte Dresdner-Bank-Vorstandsvorsitzender Herbert Walter dem ”Handelsblatt”. Bislang wehrt sich das Sparkassenlager gegen einen Verkauf an eine private Bank. Auch andere Banken haben ihr Interesse an der Fraspa angemeldet. Bis zum 28. Februar wollen die beiden Träger der Kasse, die Stadt Frankfurt und der Bürgerverein Polytechnische Gesellschaft, mit der Hessischen Landesbank verhandeln. Abgesehen von außergewöhnlichen Gelegenheiten wie der Fraspa wolle die Dresdner vor allem organisch wachsen, sagte Walter weiter. ”Wir sind nicht aktiv auf der Suche nach Übernahmezielen”, wird er von der Zeitung zitiert. (Dow Jones-vwd)
VW-Tochter Audi rechnet mit steigenden Verkäufen...
Die Ingolstädter Volkswagen-Tochter Audi rechnet nach den Worten von Vorstandschef Martin Winterkorn nach einem Absatzplus im vergangenen Jahr mit weltweit weiter steigenden Verkäufen. Zugleich bekräftigte der Konzernchef das Ertragsziel für 2004. „Das werden wir toppen", sagte Winterkorn am Sonntag am Rande der Autoschau in Detroit mit Blick auf den Absatzanstieg von Audi im vergangenen Jahr von 1,2 Prozent auf 799.441 Fahrzeuge. Er begründete seine Zuversicht damit, dass 2005 mehrere neue Modelle voll zur Verfügung stünden. Auch bei den Verhandlungen über ein Sparpaket sei Audi auf einem guten Weg. Mit einer Einigung könne weiterhin im kommenden Monat gerechnet werden. (Reuters)
...ebenso Daimlyer-Chrysler
Die Nobelmarke Mercedes-Benz des deutsch-amerikanischen Autokonzerns DaimlerChrysler rechnet 2005 mit einem weltweiten Absatzanstieg. Mercedes-Chef Eckhard Cordes sagte am Sonntag bei der Autoschau in Detroit: „Unsere Verkaufszahlen werden dieses Jahr anziehen.” Konkrete Zahlen nannte er nicht. Corde ergänzte, die Mercedes Car Group werde Maßnahmen zur Kosteneinsparung nutzen, um bei einem schwachen Dollar „angemessene” Gewinne zu erzielen. Cordes bekräftigte, das Betriebsergebnis bei Mercedes sei 2004 rückläufig gewesen. Einzelheiten nannte er nicht. (Reuters)
VW hält an Prognose fest
Der Volkswagenkonzern hält an seiner Planung fest, wonach sich der operative Gewinn im laufenden Jahr durch Einsparungen verbessern soll. Für 2006 bekräftigte Finanzchef Hans Dieter Pötsch am Sonntag am Rande der Detroiter Automesse die Prognose, wonach sich das Ergebnis dann deutlich „um einige Milliarden” Euro verbessern werde. Dabei dürften Pötsch zufolge Aufwendungen für Rabatte weiteres Ergebnispotential kosten. Das Ziel von Einsparungen in Höhe von 3,1 Milliarden Euro für das laufende Jahr bekräftigte Pötsch ebenfalls. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Deutschland steigert Exportüberschuß
Die deutsche Wirtschaft hat im November 2004 abermals einen deutlichen Exportüberschuß erzielt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden vom Montag stieg der Überschuß in der Außenhandelsbilanz auf 11,9 Milliarden Euro nach 10,2 Milliarden Euro im gleichen Vorjahresmonat. Die Exporte wuchsen binnen Jahrefrist um 13,2 Prozent auf 66,6 Milliarden Euro, die Importe zogen ebenfalls an, nämlich um 12,5 Prozent auf 54,7 Milliarden Euro. (dpa)
SPD: Kein Spielraum für weitere Steuersenkungen
Die SPD sieht keinen Spielraum für weitere Steuersenkungen. Das hat SPD-Vize und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse zu Beginn einer zweitägigen Klausur der SPD-Führung in Weimar deutlich gemacht. ”Wir müssen uns abheben von denen, die ständig Steuersenkungen versprechen”, sagte er der ”Berliner Zeitung”, wie ddp berichtet. ”Der Staat hat für soziale Sicherung, Bildung und Infrastruktur elementare Leistungen zu erbringen. Die müssen so sozial gerecht wie möglich finanziert werden.” Thierse sagte, die Unternehmer hätten versprochen, nach Steuersenkungen mehr Leute einzustellen. Dieser Ruf sollte bei den Firmen nun erst einmal ein Echo finden, erklärte der SPD-Vize. Er bekannte sich ferner zu einer Fortsetzung der Reformpolitik der rot-grünen Koalition. ”Die Arbeit ist nicht getan”, sagte Thierse. ”Wir müssen die Veränderungsprozesse fortsetzen, allerdings in einer Art und Weise, die eine Diskussion ermöglicht.” Es sei nicht alles auf einmal möglich. ”Die Bevölkerung stöhnt und ächzt unter der Last der vielen gleichzeitigen Veränderungen”, fügte er hinzu. (Dow Jones-vwd)