
Dax & Co. dürften nach oben schauen
Der deutsche Aktienmarkt sieht sich unter dem Strich günstigen Vorgaben gegenüber. Bei einem stabilen Ölpreis hat die Wall Street mit schönen Gewinnen geschlossen, die das zuvor im deutschen Leitindex Dax verbuchte Plus übertrafen. Die technologielastige Computerbörse Nasdaq hat sogar mehr als doppelt so stark zugelegt wie der TecDax. Diese Gemengelage spricht für weiter, wenn auch nicht unbedingt stark steigende Kurse. Nur der starke Euro könnte den sanften Lauf nach oben bremsen.
Impulse von außen könnte der Aktienmarkt am Nachmittag erhalten, wenn die Daten zum Häuserverkauf in Amerika einlaufen.
Anleihemarkt könnte Delle vom Dienstag ausbeulen
Der deutsche Rentenmarkt hat sich etwas schwächer aus dem Dienstag verabschiedet, nachdem er zunächst freundlich tendiert hatte. Der Grund waren unerwartet positiv ausgefallene Daten zum Verbrauchervertrauen in Amerika, die dem Dollar zwischenzeitlich Auftrieb gaben. Der wegweisende Terminkontrakt Bund-Future verlor 56 Ticks auf 118,47 Prozent und schloß damit auf seinem Tagestief. Das Tageshoch lag bei 119,24 Prozent. Der Handel habe mit Bekanntgabe der Daten aus Amerika deutlich an Schwung gewonnen, sagten Marktteilnehmer. Verwunderlich sei vor allem, daß sich der „Bund” von der Entwicklung der Anleihen in Amerika völlig losgelöst habe. Dies sei wohl nur mit dem Durchbrechen wichtiger technischer Marken bei nicht allzu hohen Umsätzen zu erklären, hieß es. Zunächst hatte der Terminkontrakt die Marke bei 119 Prozent und anschließend auch jene bei 118,50 Prozent durchschlagen. Nun sei technisch gesehen Platz bis 118 Prozent, so ein Beobachter. Er geht für den Handel am Mittwoch dennoch zunächst von einer Gegenreaktion aus. Widerstände sieht er bei 118,50 Prozent und danach bei 118,80 Prozent. Unterstützung dürfte vom Euro kommen, der wieder fester tendiert und sein Rekordhoch zum Dollar anstrebt.
Dollar gegenüber Euro wieder im Hintertreffen
Der Dollar hat am Mittwoch im fernöstlichen Devisenhandel zwischenzeitlich etwas fester gegenüber dem Euro tendiert. Händler begründeten dies unter anderem mit dem positiven Verbraucher-Vertrauensindex vom Dienstag in Amerika, fügten jedoch gleich hinzu, an der allgemeinen Dollarschwäche ändere sich vorläufig wohl auch weiterhin nichts. Gegen 4.00 Uhr deutscher Zeit wurde der Euro mit 1,3584/92 Dollar notiert nach 1,3612 im späten Handel in New York und einem neuen Rekordhoch von 1,3644 Dollar. Gegen 7.20 Uhr kostet ein Euro aber wieder 1,3617 Dollar. Bis jetzt hat der Dollar in diesem Jahr rund acht Prozent gegenüber dem Euro und dem britischen Pfund eingebüßt, gegenüber der japanischen Währung Yen waren es rund vier Prozent. Für den Dollar wurden in Tokio am Mittwochmorgen 103,31 Yen gezahlt.
Börse in Tokio dreht nach Gewinnen ins Minus
Gewinnmitnahmen haben den Aktienmarkt in Tokio am Mittwoch belastet und zu einem etwas leichteren Schlußstand geführt. Der Nikkei-225 verlor 0,4 Prozent oder 43 Punkte auf 11.382, der Topix fiel um 0,1 Prozent oder knapp einen Punkt auf 1.139 Stellen. Der Nikkei drehte in der letzten Handelsstunde ins Minus, nachdem er zuvor leichte Gewinne verbucht hatte. Insbesondere die in den vorherigen Sitzungen festen Bankenwerte seien durch Gewinnmitnahmen unter Druck geraten, sagten Teilnehmer. Die Stimmung bleibe aber gut, im nächsten Jahr werde der Nikkei wahrscheinlich auf 12.000 Punkte klettern, so ein Händler.
Börse Hongkong knapp behauptet
Etwas fester tendiert die Börse in Hongkong am Mittwochmittag (Ortszeit). Der Hang Seng Index (HSI) gewinnt zum Ende der ersten Sitzungshälfte 0,5 Prozent oder 74 auf 14.271 Punkte. Die Gewinne an Wall Street stützten, wobei das Volumen weiterhin deutlich unter dem von vor Weihnachten liege, sagen Händler. Zu den stärksten Gewinnern gehören China Resources, die sich um 2,2 Prozent auf 11,90 Hongkong Dollar verteuern. Auch Hutchison tendieren erneut fest, sie legen um 1,1 Prozent auf 72,25 Hongkong Dollar zu. Hintergrund sind bessere Aussichten für das UMTS-Geschäft.
Nachbörsliche Notierungen in Amerika
Der Nasdaq-100 After Hours Indicator zeigte sich am Dienstag mit einem hauchdünnen Minus von 0,08 Prozent auf 1.622,84 Punkte.
PeopleSoft haben sich im nachbörslichen Handel am Dienstag bis um 17.20 Uhr Ortszeit auf der Handelsplattform Nasdaq.com um 0,2 Prozent auf 26,46 Dollar gesteigert. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass David A. Duffield als Director, Chairman und CEO mit unmittelbarer Wirkung zurücktritt. Näheres wurde nicht bekannt. Die Aktien von Wet Seal profitierten von dem Restrukturierungsplan des Unternehmens. Der Textilhändler hat sich dazu entschieden, 150 seiner Filialen zu schließen. Zudem sollen 2.000 Stellen abgebaut werden. Die Papiere steigerten sich daraufhin bis 18.28 Uhr Ortszeit um über 12 Prozent auf 2,35 Dollar. Die Titel von AirNet Communications zogen um rund 30 Prozent auf 3,47 Dollar an, nachdem die Nasdaq nach Börsenschluss mitgeteilt hatte, dass einer Fortführung des Listings der Aktien nichts mehr im Wege stehe. Informationen wurden nicht mitgeteilt.
Wall Street schließt mit schönen Gewinnen
Unerwartet gut ausgefallene Konjunkturdaten sorgten am Dienstag für eine feste Tendenz an der Wall Street. Das Verbrauchervertrauen für Dezember war mit einem Stand von 102,3 Punkten deutlich besser ausgefallen als erwartet. Volkswirte hatten mit 93,5 Punkten gerechnet. Der Dow Jones Index für 30 Industriewerte (DJIA) stieg um 0,7 Prozent oder 78 Punkte auf 10.855 Zähler. Der S&P-500 kletterte um 0,7 Prozent oder 9 auf 1.214 Zähler. Der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 1,1 Prozent oder 23 Punkte auf 2.177 Stellen.
Sämtliche Indizes notierten damit auf einem Jahreshoch. ”Der Ausweis zum Verbrauchervertrauen hat das Feuer bei den Aktien entzündet. Und die Stimmung ist bis zum Schluß gut geblieben”, erklärte Nick Perry von Schaeffers Investment Research. Ein anderer Händler verwies allerdings darauf, dass die zu beobachtenden sehr dünnen Umsätze zwischen den Feiertagen dafür sorgen, daß die Kursbewegungen deutlich stärker ausfallen als an normalen Tagen. Daher sei auch mit Blick auf die Entwicklung vom Vortag sehr ungewiß, wie nachhaltig die Kursaufschläge seien.
Unter den Einzelwerten im DJIA ragten vor allem die Titel von Pfizer und Home Depot hervor. Pfizer gewannen 1,7 Prozent auf 26,94 Dollar. Der Pharmakonzern hatte die Genehmigung der FDA zum Vertrieb eines neuen Mittels zur Bekämpfung von Blutvergiftungen erhalten, das im Vergleich zu den herkömmlichen Mitteln geringere Nebenwirkungen hat. Home Depot zogen um 1,4 Prozent auf 42,84 Dollar an. Der Einzelhändler für Baumaterial will seine Online-Aktivitäten in Zukunft ausbauen.
An der Nasdaq stiegen Amazon am zweiten Tag in Folge deutlich. Die Papiere legten um 5,6 Prozent auf 44,63 Dollar zu. Bear Stearns hatte die Titel auf ”Outperform” von ”Peer Perform” hoch gestuft und die Gewinnprognosen für das Unternehmen angehoben. Gleichzeitig wurde das Kursziel auf 55 von 46 Dollar erhöht. Der E-Commerce befinde sich noch in einer frühen Phase, und Amazon dürfte von seinem aufkeimenden Wachstum profitieren, begründeten die Analysten ihren Schritt. Im Sog von Amazon befanden sich Ebay, deren Papiere sich um 2,9 Prozent auf 116,16 Dollar erhöhten.
Amerikanische Anleihen mit Verlusten
Nahezu unverändert haben sich die Notierungen der US-Anleihen am Dienstag gezeigt. Die zehnjährigen Titel mit einem Kupon von 4,250 Prozent schlossen auf Vortagesniveau bei 99-20/32 und rentierten mit 4,293 Prozent nach 4,295 Prozent. Der mit 5,375 Prozent verzinste 30jährige Treasury erhöhte sich um 2/32 auf 106-23/32. Die Rendite lag bei 4,914 Prozent nach 4,841 Prozent. Der T-Bond-Future legte um sechs Ticks auf 111,38 Prozent zu und unterbrach seine Konsolidierung. Die Anleihen erholten sich im späten Handel nach Angaben von Marktteilnehmern vor allem aufgrund von technisch bedingten Käufen. Nachdem es schon am Vortag zu Ausverkäufen gekommen war, sei die Luft nach unten wohl dünner geworden, hieß es von einem Beobachter.
Lediglich für kurzfristigen Druck auf die Papiere sorgte im Handelsverlauf der weit über den Erwartungen liegende Ausweis zum Verbrauchervertrauen. Da allerdings schon der Index der Universität Michigan ein verbessertes Sentiment bei den Konsumenten angedeutet habe, seien die Abschläge verhalten geblieben, so ein Händler.
Das Conference Board teilte am Dienstag mit, daß der Index des Verbrauchervertrauens im Dezember auf 102,3 gestiegen ist. Volkswirte hatten lediglich einen Stand von 93,5 prognostiziert. Das Forschungsinstitut begründete den unerwartet deutlichen Indexanstieg mit der verbesserten Lage am Arbeitsmarkt. Besonders deutlich verbesserte sich im Dezember die Einschätzung der aktuellen Lage.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
Medienschau
Phoenix-Aktionäre für Verschmelzung mit ContiTech
Unternehmensnachrichten
Phoenix-Aktionäre für Verschmelzung mit ContiTech
Die Phoenix AG wird mit der ContiTech AG verschmolzen. Dem entsprechenden Vertragswerk stimmte am Dienstagabend eine außerordentliche Hauptversammlung des Hamburger Konzerns zu. Von den Stimmberechtigten votierten 90,6 Prozent für den Verschmelzungsvertrag. Allein ContiTech hält 75,6 Prozent des Grundkapitals, wodurch bereits im Vorfeld eine Zustimmung als sicher galt. Die im Vorfeld der Versammlung vom Phoenix-Betriebsrat angedeutete Möglichkeit einer Verschiebung des Treffens aufgrund einer Überfüllung der Veranstaltungsräume trat nicht ein. Anwesend waren rund 400 Aktionäre. Allerdings wurde von Aktionärsvertretern und einigen Kleinaktionären deutliche Kritik an der Übernahme geübt und teilweise auch ein Abbruch der Hauptversammlung gefordert. Der Phoenix-Vorstand sprach von einem wirtschaftlich nachvollziehbaren Vorgehen seitens Continental. (Dow Jones-vwd)
Studie: Toyota wird DaimlerChrysler in Amerika überholen
Die Toyota Motor Corp wird nach einer Studie im Jahr 2009 mit ihrem Absatz in Amerika die DaimlerChrysler AG, Stuttgart, knapp übertreffen und nach GM und Ford den dritten Rang einnehmen. Nach einer Langfristprognose werde der japanische Automobilhersteller inklusive seiner Marken Lexus und Scion im Jahr 2009 auf einen Marktanteil von 14,1 Prozent in Amerika kommen, teilte das Marktforschungsunternehmen CSM Worldwide am Dienstag mit. DaimlerChrysler werde mit ihren Marken dann bei 14 Prozent liegen. Toyota werde von Produktneuheiten, einem stärkeren Engagement im Luxussegment und einem zunehmenden Volumen der Marke Scion profitieren. Für die General Motors Corp sieht CSM im Jahr 2009 einen Marktanteil von 25 Prozent und für die Ford Motor Co von 19,2 Prozent. Die Marktanteile in den ersten elf Monaten 2004 lagen für GM bei 27,5 Prozent, für Ford bei 19,7 Prozent, DaimlerChrysler erreichte 14,3 Prozent und Toyota 12,2 Prozent, wie aus Angaben der Autodata Corp hervorgeht. (Dow Jones-vwd)
Chef von Peoplesoft zurückgetreten
Der CEO und Chairman der Peoplesoft Inc, David A. Duffield, ist zurückgetreten. Darüber informierte das Softwareunternehmen am Dienstag die Börsenaufsicht SEC in einer Pflichtmitteilung, ohne Angaben zu den Gründen zu machen. Ein Sprecher von Peoplesoft wollte den Schritt Duffields nicht kommentieren. PeopleSoft hatte im Dezember nach langer Zeit der Ablehnung der Übernahme durch den Wettbewerber Oracle Corp, Redwood City, zugestimmt. (Dow Jones-vwd)
Wirtschaftsnachrichten
Abgeordnetenkammer Italiens billigt Steuersenkungen für Reiche
Das italienische Abgeordnetenhaus hat am Dienstag dem Haushalt 2005 zugestimmt und der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi das Vertrauen ausgesprochen. 380 Abgeordnete stimmten für den Entwurf, 144 votierten dagegen. Die vier Parteien der rechtsgerichteten Regierungskoalition verfügen über eine breite Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments. Der Haushalt sieht unter anderem eine Obergrenze von 2 Prozent für Mehrausgaben sowie Notmaßnahmen zur Einhaltung der EU-Defizitgrenze vor. Außerdem sind Steuersenkungen im Umfang von sechs Milliarden Euro vorgesehen. Diese betreffen jedoch nur 40 Prozent der Italiener, vor allem Besserverdienende, und werden zum Teil durch die Erhöhung indirekter Steuern finanziert. Gegen die Steuerpläne hatte es Ende November einen Generalstreik gegeben. Der Senat hatte dem Haushaltsentwurf bereits Mitte Dezember zugestimmt. Auch dort war die Abstimmung mit der Vertrauenfrage für die Regierung verknüpft gewesen. Anschließend wurde der Entwurf jedoch noch einmal überarbeitet. (Dow Jones-vwd)
Banken: Höhenflug des Euro wird 2005 enden
Währungsexperten gehen davon aus, daß die europäische Einheitswährung Euro innerhalb der nächsten zwölf Monate gegenüber dem Dollar an Wert verliert. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ”Handelsblatts” unter 32 in- und ausländischen Banken. Im Durchschnitt der Prognosen wird der Euro Ende kommenden Jahres bei 1,32 Dollar gesehen. Allerdings rechnen die meisten Analysten und Volkswirte damit, dass die gegenwärtige Schwäche des Dollars noch einige Monate andauert. Vier Fünftel der befragten Devisenmarktexperten erwarten im Verlauf des nächsten Jahres Euro-Kurse von 1,40 Dollar und darüber. Die anhaltende Unsicherheit über die hohen Defizite Amerikas im Staatshaushalt und in der Leistungsbilanz setze die amerikanische Währung weiter unter Abwertungsdruck, lautet die Begründung. Die Zuversicht der Analysten und Volkswirte, daß der Dollar im zweiten Halbjahr 2005 wieder an Stärke gewinnen wird, spiegelt sich in den Prognosen. 24 der 32 befragten Institute rechnen damit, daß der Dollar gegenüber dem Euro bis Ende nächsten Jahres um gut drei Prozent an Wert gewinnen wird. Mehr als die Hälfte der Experten erwartet im Dezember 2005 Kurse von weniger als 1,30 Dollar. (Dow Jones-vwd)
