Frühaufsteher
Dax nach Wall-Street-Verlusten vor Problemen
2. Juli 2002
Dem deutschen Aktienmarkt drohen Verluste
Marktbeobachter haben sich vorbörslich bereits weitgehend damit abgefunden, dass es am Dienstag am deutschen Aktienmarkt mit den Kursen weiter nach unten gehen wird. Die pessimistische Haltung basiert auf den ausgesprochen schlechten Vorgaben von der Wall Street. Die auf ein Fünfjahrestief abgerutschte Nasdaq dürfte dabei vor allem die Technologiewerte unter Druck setzen, so die Befürchtung. Die jüngste Zwischenerholung dürfte damit bereits wieder ad acta gelegt werden. Neun von der Nachrichtenagentur vwd befragte Händler sehen den Dax zum Handelsende bei 4.279 Punkten nach 4.367 Punkten zum Handelsschluss am Montag.
Rentenmarkt profitiert wieder von seinem Sicherheitsstatus
Mit einem Plus von 13 Basispunkten auf 107,46 Prozent startet der Bund-Future am Dienstag in den Handel. Damit profitiert der deutsche Rentenmarkt nach etwas leichteren Kursen am Montag wieder von seinem Status als sicherer Hafen. Dahinter steckt die Annahme, dass die Aktienkurse nach der schwachen Vorstellung an der Wall Street auch in Europa unter Druck geraten werden.
Euro bläst Angriff auf die Parität zunächst ab
Etwas leichter zeigt sich der Euro am Dienstag im asiatischen Handel. Gegen 8.25 Uhr kostet ein Euro 0,9846 Dollar verglichen mit 0,9898 Dollar am späten Montagnachmittag in New York. Gegenüber dem Yen steht der Dollar aktuell bei 119,90 Yen, nachdem er im US-Handel am Vortag bei 119,87 Yen notiert hatte. Da der Euro nun mehrfach vergeblich versucht habe, die Parität zu knacken, werde nun eben das Potenzial nach unten ausgelotet, heißt es. Man sorge sich um eine schwächere Stimmung unter den Verbrauchern in Euroland, so die Einschätzung, zumal der am Montag bekanntgegebene US-Einkaufsmanagerindex gut ausgefallen sei. Mittelfristig stünden die Zeichen aber unverändert in Richtung steigender Euro.
Börse in Japan mit überraschender Trendwende
Mit einer überraschenden Trendwende kurz vor Handelsschluss ist es dem japanischen Aktienmarkt am Dienstag gelungen, die schwachen Vorgaben von der Wall Street abzuschütteln. Der Nikkei-225-Index gewann letztlich 0,3 Prozent auf 10.622 Yen, nachdem er zwischenzeitlich schon sehr deutlich im Minus gelegen hatte. Der Topix-Index notierte prozentual unverändert bei 1.029 Punkten.
Aktien in Hongkong am Mittag schwach - Alle Sektoren verlieren
Schwach präsentiert sich die Börse in Hongkong am Dienstagmittag (Ortszeit), wobei die Kursrückgänge an Wall Street am Vortag die Notierungen belasten. Der Hang-Seng-Index verliert in der ersten Sitzungshälfte 1,3 Prozent oder 135 Punkte auf 10.464 Stellen. Händler berichten, alle Sektoren verzeichneten Kursverluste. Aktien von Unternehmen mit einer Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung in den USA seien besonders von den Abschlägen betroffen. Für den Nachmittag werde mit einem ruhigen Handelsverlauf gerechnet. Eine Unterstützung werde bei 10.400 Punkten gesehen.
Brasiliens Börse ohne WM-Bonus
Die lateinamerikanischen Börsen sind mehrheitlich mit Verlusten in den neuen Monat gestartet. In Brasilien konnte der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft den verängstigten Anlegern keinen frischen Mut machen. Der Bovespa-Index an der Börse von São Paulo fiel um 246,70 Punkte (2,21 Prozent) auf 10 892,46 Punkte. Seit Wochen belasten die Sorge um die hohe Staatsverschuldung und die Angst vor einem Wahlsieg der Linken im Oktober die brasilianischen Märkte. Auch der Real zeigte sich am Montag, dem achten Jahrestag seiner Einführung, schwach. Der Dollar stieg um 2,83 Prozent auf einen neuen Höchststand von 2,90 Real. Angesichts des Fehlstarts, den sich die New Yorker Börsen am Montag zum Auftakt des dritten Quartals leisteten, ging es auch in Mexiko abwärts. Die Verluste hielten sich mit einem Rückgang des IPC um 97,9 Punkte (1,52 Prozent) auf 6.363,05 Punkte noch in Grenzen.
Im krisengeschüttelten Argentinien wich das Börsengeschehen am Montag einmal mehr vom allgemeinen Trend ab. Hoffnung auf eine baldige Einigung zwischen der Regierung und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über neue Kredite ließen die Kurse steigen. Der Merval schloss bei 370,74 Punkte um 20,09 Punkte (5,72 Prozent) höher als am Freitag.
US-Nachbörse: Rational fallen nach Gewinnwarnung
Nach einer Gewinnwarnung von Rational Software gaben die Titel des Softwareherstellers am Montag im nachbörslichen US-Handel deutlich nach. Das Unternehmen erwartet für das erste Quartal nur noch einen Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 0,03 bis 0,04 Dollar, nachdem bislang 0,05 bis 0,06 Dollar angekündigt worden waren. Die Aktien stürzten darauf nachbörslich um 10,7 Prozent auf 6,65 Dollar, nachdem sie im regulären Handel bereits um mehr als neun Prozent abgegeben hatten.
Unverändert notierten Worldcom, die in der regulären Handelssitzung bereits 93 Prozent auf 0,06 Dollar verloren hatten. Auch bei anderen Titeln waren keine Anzeichen für eine Kurserholung auszumachen. Electronic Data Systems notierten nachbörslich mit unverändert 30,45 Dollar. Die Aktien hatten im regulären Handel 18 Prozent verloren, da Worldcom zu den größten Kunden des Unternehmens gehört. Der Nasdaq 100 After Hours Indicator notierte mit plus 0,01 Prozent bei 998,22 Punkten wenig verändert.
Vertrauenskrise treibt die Nasdaq auf ein Fünf-Jahres-Tief
Waren die amerikanischen Börsen mit leichten Kursgewinnen zunächst relativ freundlich in die neue Woche und das dritte Quartal gestartet, so kam vor allem in der letzten Handelsstunde wieder Verkaufsstimmung auf. Da die Bilanz von Worldcom noch intensiver als bisher untersucht werden soll, wurden die Bilanzierungssorgen wieder aufgefrischt. Auch der unerwartete Rückgang der Bauausgaben dürfte belastet haben, ist die Baubranche bisher eine der großen Konjunkturstützen.
Beim „Ausverkauf“ standen vor allem Unternehmen im Brennpunkt, die stark durch Akquisitionen gewachsen sind. Allen voran AOL Time Warner und IBM, die 8,16 Prozent auf 13,51 Dollar und 6,11 Prozent auf 67,6 Dollar nachgaben. Sie zogen den Dow Jones um 1,44 Prozent auf 9.109,79 Prozent nach unten und den Nasdaq Composite mit einem Minus von satten 4,06 Prozent auf 1.402,76 Dollar damit sogar auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren.
„Es ist vor allem die Vertrauenskrise, die die Märkte momentan bewegt“, sagt Philip Ferguson, der als Senior Investment Officer für 140 Milliarden Dollar bei der AIM Management Group in Houston mit verantwortlich ist. „Um diese Situation zu bereinigen, sind Zeit und das Handeln der Aufsichtsorgane notwendig“, ergänzt er seine Einschätzung.
Die Aktie von Worldcom selbst fiel um sagenhafte 92,77 Prozent auf gerade noch sechs Cent. Die Bilanzprüfer seien nun auf der Suche nach „Reserve Konten“, hatte das Unternehmen mitgeteilt. Das bedeutet, der Bilanzbetrug könnte eine neue Dimension annehmen.
Neben IBM erwischte es im Dow Jones aber wieder einmal JP Morgan mit einem Verlust von 7,55 Prozent und AT&T mit einem Minus von 6,26 Prozent. Neben General Motors, Intel und Microsoft zeigten Kursverluste von Merck und Johnson & Johnson, dass auch die Pharmawerte nicht mehr unbedingt die „sicheren Häfen“ sind, für die sie lange Zeit gehalten wurden. Hier dürfte belasten, dass die Bundesstaaten dazu tendieren, die Medikamentenpreise zu regulieren. Eine Industriegruppe unter der Beteiligung so prominenter Namen wie etwa Pfizer wollen gegen die Praxis in elf Bundesstaaten vorgehen, Patienten in Richtung günstiger Medikamente „ zu steuern“.
Insgesamt dürfte die Stimmung alles andere als optimistisch sein. Immer Anleger werden sich fragen, ob die positiven Konjunktursignale mehr als nur Strohfeuer sind. Vor allem die Bilanzen aber dürften immer wieder besorgte Blicke auf sich ziehen. Bei zu vielen Unternehmen sah die Gewinnentwicklung in der Vergangenheit zu schön aus, um wirklich wahr zu sein. So dürfte sich zumindest im Unterbewusstsein noch länger das dunkle Gefühl halten, es könnten noch mehr schlechte Nachrichten kommen. Und selbst falls die ausbleiben sollten - so „schöne“ Gewinnreihen wie in der Vergangenheit dürfte es in der Zukunft nicht mehr geben. Dafür ist die Wirtschaft eigentlich zu unberechenbar.
US-Anleihen schließen etwas fester
Mit etwas festeren Notierungen haben sich die Kurse der US-Anleihen am Montag im späten New Yorker Handel gezeigt. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,875 Prozent stiegen um 4/32 auf 100-23/32 und die Rendite fiel von 4,801 Prozent auf 4,78 Prozent. Der 30-jährige Longbond mit einer Zinsausstattung von 5,375 Prozent legte 11/32 auf 98-14/32 zu. Die Rendite fiel von 5,508 Prozent auf 5,48 Prozent. In der letzten Stunde des Handels konnten die Papiere in positives Terrain drehen, nachdem die Verluste der Aktien sich an Wall Street ausgeweitet hatten, sagte ein Beobachter.
Die Anleihen hätten sich am Nachmittag noch weitgehend “lustlos“ auf negativem Terrain bewegt, meinte ein Händler. Zwar hätten sich die Papiere von ihren Tiefständen gelöst, doch hätten sie es - obwohl die Aktien nachgaben - zunächst nicht geschafft, ins Plus zu drehen, hieß es. Wie Händler ergänzten, verlief der Handel recht impulslos, da einige Teilnehmer wegen des anstehenden Feiertage und eines damit verbundenen langen Wochenendes nicht anwesend waren. Auch hätten sich einige Investoren zurückgehalten, nachdem es in der vergangenen Woche wegen des Quartalsendes einige “wilde Aktivitäten“ gegeben habe.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
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Text: @JüB
Dax nach Wall-Street-Verlusten vor Problemen
2. Juli 2002
Dem deutschen Aktienmarkt drohen Verluste
Marktbeobachter haben sich vorbörslich bereits weitgehend damit abgefunden, dass es am Dienstag am deutschen Aktienmarkt mit den Kursen weiter nach unten gehen wird. Die pessimistische Haltung basiert auf den ausgesprochen schlechten Vorgaben von der Wall Street. Die auf ein Fünfjahrestief abgerutschte Nasdaq dürfte dabei vor allem die Technologiewerte unter Druck setzen, so die Befürchtung. Die jüngste Zwischenerholung dürfte damit bereits wieder ad acta gelegt werden. Neun von der Nachrichtenagentur vwd befragte Händler sehen den Dax zum Handelsende bei 4.279 Punkten nach 4.367 Punkten zum Handelsschluss am Montag.
Rentenmarkt profitiert wieder von seinem Sicherheitsstatus
Mit einem Plus von 13 Basispunkten auf 107,46 Prozent startet der Bund-Future am Dienstag in den Handel. Damit profitiert der deutsche Rentenmarkt nach etwas leichteren Kursen am Montag wieder von seinem Status als sicherer Hafen. Dahinter steckt die Annahme, dass die Aktienkurse nach der schwachen Vorstellung an der Wall Street auch in Europa unter Druck geraten werden.
Euro bläst Angriff auf die Parität zunächst ab
Etwas leichter zeigt sich der Euro am Dienstag im asiatischen Handel. Gegen 8.25 Uhr kostet ein Euro 0,9846 Dollar verglichen mit 0,9898 Dollar am späten Montagnachmittag in New York. Gegenüber dem Yen steht der Dollar aktuell bei 119,90 Yen, nachdem er im US-Handel am Vortag bei 119,87 Yen notiert hatte. Da der Euro nun mehrfach vergeblich versucht habe, die Parität zu knacken, werde nun eben das Potenzial nach unten ausgelotet, heißt es. Man sorge sich um eine schwächere Stimmung unter den Verbrauchern in Euroland, so die Einschätzung, zumal der am Montag bekanntgegebene US-Einkaufsmanagerindex gut ausgefallen sei. Mittelfristig stünden die Zeichen aber unverändert in Richtung steigender Euro.
Börse in Japan mit überraschender Trendwende
Mit einer überraschenden Trendwende kurz vor Handelsschluss ist es dem japanischen Aktienmarkt am Dienstag gelungen, die schwachen Vorgaben von der Wall Street abzuschütteln. Der Nikkei-225-Index gewann letztlich 0,3 Prozent auf 10.622 Yen, nachdem er zwischenzeitlich schon sehr deutlich im Minus gelegen hatte. Der Topix-Index notierte prozentual unverändert bei 1.029 Punkten.
Aktien in Hongkong am Mittag schwach - Alle Sektoren verlieren
Schwach präsentiert sich die Börse in Hongkong am Dienstagmittag (Ortszeit), wobei die Kursrückgänge an Wall Street am Vortag die Notierungen belasten. Der Hang-Seng-Index verliert in der ersten Sitzungshälfte 1,3 Prozent oder 135 Punkte auf 10.464 Stellen. Händler berichten, alle Sektoren verzeichneten Kursverluste. Aktien von Unternehmen mit einer Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung in den USA seien besonders von den Abschlägen betroffen. Für den Nachmittag werde mit einem ruhigen Handelsverlauf gerechnet. Eine Unterstützung werde bei 10.400 Punkten gesehen.
Brasiliens Börse ohne WM-Bonus
Die lateinamerikanischen Börsen sind mehrheitlich mit Verlusten in den neuen Monat gestartet. In Brasilien konnte der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft den verängstigten Anlegern keinen frischen Mut machen. Der Bovespa-Index an der Börse von São Paulo fiel um 246,70 Punkte (2,21 Prozent) auf 10 892,46 Punkte. Seit Wochen belasten die Sorge um die hohe Staatsverschuldung und die Angst vor einem Wahlsieg der Linken im Oktober die brasilianischen Märkte. Auch der Real zeigte sich am Montag, dem achten Jahrestag seiner Einführung, schwach. Der Dollar stieg um 2,83 Prozent auf einen neuen Höchststand von 2,90 Real. Angesichts des Fehlstarts, den sich die New Yorker Börsen am Montag zum Auftakt des dritten Quartals leisteten, ging es auch in Mexiko abwärts. Die Verluste hielten sich mit einem Rückgang des IPC um 97,9 Punkte (1,52 Prozent) auf 6.363,05 Punkte noch in Grenzen.
Im krisengeschüttelten Argentinien wich das Börsengeschehen am Montag einmal mehr vom allgemeinen Trend ab. Hoffnung auf eine baldige Einigung zwischen der Regierung und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über neue Kredite ließen die Kurse steigen. Der Merval schloss bei 370,74 Punkte um 20,09 Punkte (5,72 Prozent) höher als am Freitag.
US-Nachbörse: Rational fallen nach Gewinnwarnung
Nach einer Gewinnwarnung von Rational Software gaben die Titel des Softwareherstellers am Montag im nachbörslichen US-Handel deutlich nach. Das Unternehmen erwartet für das erste Quartal nur noch einen Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 0,03 bis 0,04 Dollar, nachdem bislang 0,05 bis 0,06 Dollar angekündigt worden waren. Die Aktien stürzten darauf nachbörslich um 10,7 Prozent auf 6,65 Dollar, nachdem sie im regulären Handel bereits um mehr als neun Prozent abgegeben hatten.
Unverändert notierten Worldcom, die in der regulären Handelssitzung bereits 93 Prozent auf 0,06 Dollar verloren hatten. Auch bei anderen Titeln waren keine Anzeichen für eine Kurserholung auszumachen. Electronic Data Systems notierten nachbörslich mit unverändert 30,45 Dollar. Die Aktien hatten im regulären Handel 18 Prozent verloren, da Worldcom zu den größten Kunden des Unternehmens gehört. Der Nasdaq 100 After Hours Indicator notierte mit plus 0,01 Prozent bei 998,22 Punkten wenig verändert.
Vertrauenskrise treibt die Nasdaq auf ein Fünf-Jahres-Tief
Waren die amerikanischen Börsen mit leichten Kursgewinnen zunächst relativ freundlich in die neue Woche und das dritte Quartal gestartet, so kam vor allem in der letzten Handelsstunde wieder Verkaufsstimmung auf. Da die Bilanz von Worldcom noch intensiver als bisher untersucht werden soll, wurden die Bilanzierungssorgen wieder aufgefrischt. Auch der unerwartete Rückgang der Bauausgaben dürfte belastet haben, ist die Baubranche bisher eine der großen Konjunkturstützen.
Beim „Ausverkauf“ standen vor allem Unternehmen im Brennpunkt, die stark durch Akquisitionen gewachsen sind. Allen voran AOL Time Warner und IBM, die 8,16 Prozent auf 13,51 Dollar und 6,11 Prozent auf 67,6 Dollar nachgaben. Sie zogen den Dow Jones um 1,44 Prozent auf 9.109,79 Prozent nach unten und den Nasdaq Composite mit einem Minus von satten 4,06 Prozent auf 1.402,76 Dollar damit sogar auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren.
„Es ist vor allem die Vertrauenskrise, die die Märkte momentan bewegt“, sagt Philip Ferguson, der als Senior Investment Officer für 140 Milliarden Dollar bei der AIM Management Group in Houston mit verantwortlich ist. „Um diese Situation zu bereinigen, sind Zeit und das Handeln der Aufsichtsorgane notwendig“, ergänzt er seine Einschätzung.
Die Aktie von Worldcom selbst fiel um sagenhafte 92,77 Prozent auf gerade noch sechs Cent. Die Bilanzprüfer seien nun auf der Suche nach „Reserve Konten“, hatte das Unternehmen mitgeteilt. Das bedeutet, der Bilanzbetrug könnte eine neue Dimension annehmen.
Neben IBM erwischte es im Dow Jones aber wieder einmal JP Morgan mit einem Verlust von 7,55 Prozent und AT&T mit einem Minus von 6,26 Prozent. Neben General Motors, Intel und Microsoft zeigten Kursverluste von Merck und Johnson & Johnson, dass auch die Pharmawerte nicht mehr unbedingt die „sicheren Häfen“ sind, für die sie lange Zeit gehalten wurden. Hier dürfte belasten, dass die Bundesstaaten dazu tendieren, die Medikamentenpreise zu regulieren. Eine Industriegruppe unter der Beteiligung so prominenter Namen wie etwa Pfizer wollen gegen die Praxis in elf Bundesstaaten vorgehen, Patienten in Richtung günstiger Medikamente „ zu steuern“.
Insgesamt dürfte die Stimmung alles andere als optimistisch sein. Immer Anleger werden sich fragen, ob die positiven Konjunktursignale mehr als nur Strohfeuer sind. Vor allem die Bilanzen aber dürften immer wieder besorgte Blicke auf sich ziehen. Bei zu vielen Unternehmen sah die Gewinnentwicklung in der Vergangenheit zu schön aus, um wirklich wahr zu sein. So dürfte sich zumindest im Unterbewusstsein noch länger das dunkle Gefühl halten, es könnten noch mehr schlechte Nachrichten kommen. Und selbst falls die ausbleiben sollten - so „schöne“ Gewinnreihen wie in der Vergangenheit dürfte es in der Zukunft nicht mehr geben. Dafür ist die Wirtschaft eigentlich zu unberechenbar.
US-Anleihen schließen etwas fester
Mit etwas festeren Notierungen haben sich die Kurse der US-Anleihen am Montag im späten New Yorker Handel gezeigt. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,875 Prozent stiegen um 4/32 auf 100-23/32 und die Rendite fiel von 4,801 Prozent auf 4,78 Prozent. Der 30-jährige Longbond mit einer Zinsausstattung von 5,375 Prozent legte 11/32 auf 98-14/32 zu. Die Rendite fiel von 5,508 Prozent auf 5,48 Prozent. In der letzten Stunde des Handels konnten die Papiere in positives Terrain drehen, nachdem die Verluste der Aktien sich an Wall Street ausgeweitet hatten, sagte ein Beobachter.
Die Anleihen hätten sich am Nachmittag noch weitgehend “lustlos“ auf negativem Terrain bewegt, meinte ein Händler. Zwar hätten sich die Papiere von ihren Tiefständen gelöst, doch hätten sie es - obwohl die Aktien nachgaben - zunächst nicht geschafft, ins Plus zu drehen, hieß es. Wie Händler ergänzten, verlief der Handel recht impulslos, da einige Teilnehmer wegen des anstehenden Feiertage und eines damit verbundenen langen Wochenendes nicht anwesend waren. Auch hätten sich einige Investoren zurückgehalten, nachdem es in der vergangenen Woche wegen des Quartalsendes einige “wilde Aktivitäten“ gegeben habe.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
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Text: @JüB