Frühaufsteher der tägliche ausblick a.d.börse

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Frühaufsteher
Spannender Halbjahresausklang


28. Juni 2002


Dax etwas fester erwartet

Die Börse macht es wieder spannend. Zwar ist die Börsenwelt in dieser Woche durchaus nicht schöner geworden, doch war die Kurseaktion nach dem Worldcom-Schock etwas mehr als nur eine technische Reaktion. Mit Freuden haben sich die Börsianer auf die guten Konjunkturdaten in den USA gestürzt. Damit haben die September-Tiefs bei Nasdaq und S&P 500, aber auch beim Dax, den ersten Ansturm Stand gehalten. Acht von vwd vorbörslich befragte Marktteilnehmer erwarten den Dax um 20.00 Uhr bei durchschnittlich 4.282 Punkten nach 4.259 Zählern zum Handelsschluss am Donnerstag. Beim Maklerhaus Lang & Schwarz notiert der Dax um 8.30 Uhr bei 4.291 Zählern.

Der Euro Stoxx 50 macht allerdings Sorgen, da er - anders als der Dax - unter den langfristigen Aufwärtstrend von 1982 gefallen ist. Auch sind die fundamentalen Belastungsfaktoren neben der Bilanz-Vertrauenskrise - Terrorwarnungen, Naher und Mittlerer Osten, Lateinamerika - derzeit nur in den Hintergrund gerückt und können jederzeit wieder zum Thema werden.

Wechselspiel Bund-Future/Aktien geht weiter

Das Wechselspiel der vergangenen Wochen zwischen Aktien und Renten setzt sich fort. Eine Erholung am Aktienmarkt lässt die Funktion der Anleihen als Fluchtburg schwinden. Bis 8.06 Uhr gibt der Bund-Future 13 Ticks auf 107,48 Prozent ab. Die Revision des US-Bruttoinlandsprodukts für das erste Quartal von 5,6 auf 6,1 Prozent sowie das überraschend hohe Geldmengenwachstum in der Euro-Zone tragen dazu bei. Am Donnerstag hatte der September-Kontrakt 28 Ticks auf 107,61 Prozent verloren.

Euro gut behauptet

Gut behauptet zeigt sich der Euro am Freitagmorgen. Gegen 8.20 Uhr MESZ kostet ein Euro 0,9884 Dollar verglichen mit 0,9880 Dollar am späten Donnerstagnachmittag in New York. Gegenüber dem Yen steht der Dollar aktuell bei 119,50 Yen, nachdem er im US-Handel am Vortag bei 119,41 notiert hatte. Damit bieten die positiven Konjunkturdaten weiterhin keine nachhaltige Stütze für den Greenback. „Der Aufwärtstrend des Euro ist ungebrochen“, sagte ein Händler in Tokio. Der Euro werde eher früher als später die Parität zum US- Dollar erreichen.

Börse Tokio tendiert im Sog der Wall Street fester

Gestützt von der Erholung an der Wall Street und einem unerwartet starken Anstieg der Industrieproduktion in Japan hat der Aktienmarkt in Tokio zum Wochenausklang sehr fest geschlossen. Der Nikkei-Aktienindex legte um 3,5 Prozent auf 10.622 Punkte zu, wobei vor allem Chipwerte kletterten. Händler sprachen von einer technischen Erholung. Der Nikkei durchbrach damit auch die psychologisch wichtige Marke von 10.500 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index rückte um 3,1 Prozent  auf 1.025 Punkte vor.

Aktien Hongkong am Mittag fester - HSBC und China Mobile treiben

Die Börse in Hongkong weitet am Freitag ihre Vortagsgewinne aus und präsentiert sich mit fester Tendenz. Der Hang-Seng-Index steigt in der ersten Sitzungshälfte um 1,3 Prozent auf 10.657 Punkte. Wie schon am Vortag wird der Index von den Schwergewichten HSBC, die 1,7 Prozent zulegen, und China Mobile - plus 2,2 Prozent - angetrieben. Dank der verbesserten Wachstumsaussichten in den USA klettern auch Li & Fung um 3,5 Prozent. Marktteilnehmer sehen für den Index einen Widerstand bei 10.700 Zählern und rechnen nach der zweitägigen Kurserholung mit Gewinnmitnahmen. Gewarnt sein dürften unterdessen nach dem unerwarteten Kursverlauf am Vortag Short-Verkäufer, heißt es.

Börsen Lateinamerikas deutlich erholt

Die wichtigsten Börsen Lateinamerikas haben sich am Donnerstag vorwiegend stark erholt präsentiert. Am größten Wertpapiermarkt des Subkontinents in der brasilianischen Wirtschaftsmetropole São Paulo kletterte der Bovespa-Index um 3,02 Prozent auf 11.013,32 Zähler. Händler führten als Hauptgrund für den Anstieg die Aufweichung des Inflationsziels für das laufende Jahr durch die Regierung in Brasilia an, die bei den Anlegern die Hoffnung auf eine Senkung der Zinssätze nährt. Zudem habe sich die Entwicklung an den New Yorker Leitmärkten positiv ausgewirkt. In Mexiko-Stadt erreichte der IPC-Index unterdessen mit 3,71 Prozent den höchsten Anstieg des Jahres. Der IPC legte - unter anderem wegen New York und dem Anstieg der Telekommunikations-Aktie América Móvil um über zwölf Prozent - auf 6.400,89 Punkte zu. Der Merval-Index im krisengeschüttelten Argentinien gab dagegen um 0,56 Prozent auf 332,75 Zähler nach.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach US-Börsenschluss

Nike haben nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für das vierte Quartal 2001/02 nachbörslich kräftig um 5,5 Prozent auf 54,26 Dollar zugelegt. Zudem hatte der US-Sportartikelhersteller erklärt, im neuen Geschäftsjahr 2002/03 den Gewinn je Aktie weiterhin „solide“ zu steigern. Nachbörslich zulegen konnten auch Intuit. Sie gewannen 0,7 Prozent auf auf 47,70 Dollar, nachdem das Unternehmen, mitgeteilt hatte, den Softwarehersteller für Großhandel, Eclipse, zu übernehmen und in diesem Zusammenhang die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2002/03 zu erhöhen. Während der Börsensitzung waren Intuit bereits um sechs Prozent geklettert. Desweiteren zogen nachbörslich Conexant Systems und Integrated Circuit Systems an. Beide Titel waren am Donnerstag von Lehman hochgestuft worden. Conexant gewannen drei Prozent auf 1,51 Dollar, Integrated Circuit legten um 1,3 Prozent auf 20,50 Dollar zu.

Wall Street schließt nach positiven Konjunkturdaten sehr fest

Sehr fest sind die Aktienkurse am Donnerstag an Wall Street aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones gewann 1,6 Prozent auf 9.270 Punkte. Der S&P-500-Index legte 1,8 Prozent auf 991 Zähler zu. Der Nasdaq Composite rückte um 2,1 Prozent auf 1.459 Punkte vor.

Nach einer freundlichen Eröffnung, die durch überraschend gute Konjunkturdaten gestützt wurde, führten Gerüchte über Bilanzmanipulationen bei General Motors (GM) den Index vorübergehend in negatives Terrain. Der Handel mit GM war für kurze Zeit unterbrochen. Nachdem GM etwaige Manipulationen dementiert hatte, drehte der breite Markt ins Plus. GM schlossen jedoch mit einem Minus von 3,0 Prozent auf 51,50 Dollar. „Die GM-Geschichte war nichts als Spekulation“, meinte James Park von Brean Murray.

Die Anleger seien aber nach dem Worldcom-Skandal sensibilisiert für derartige Nachrichten und reagierten entsprechend nervös, hieß es im Handel. Sobald sich die Gerüchte als falsch erwiesen hätten, habe sich der Markt erholt, und es seien Short-Eindeckungen zu beobachten gewesen. Intel gewannen 0,2 Prozent auf 18,65 Dollar und Hewlett-Packard 2,4 Prozent auf 15,18 Dollar, obwohl Lehman Brothers wegen der schwachen Nachfrage nach IT-Technologie und Computern die Gewinnprognosen für beide Unternehmen gekürzt hatte.

Lehman Brothers hat indessen auch einige Unternehmen hochgestuft. Dazu gehören Micron Technology. Die Titel verteuerten sich um 7,9 Prozent auf 20,50 Dollar. Im Werbesektor gaben Omnicom Group 9,2 Prozent auf 44,30 Dollar ab. Die Ratingagentur Moody's will die Verbindlichkeiten des Unternehmens mit Blick auf einer Herabstufung prüfen. Tabakwerte litten nach Angaben von Händlern abermals unter den jüngsten erfolgreichen Schadenersatzklagen von Rauchern, die durch den Tabakkonsum Gesundheitsschäden erlitten hatten. Philip Morris büßten 4,7 Prozent auf 42,87 Dollar ein. R.J. Reynolds schlossen unverändert mit 53,05 Dollar.

Solide entwickelten sich auch die Aktienkurse von Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen. Boeing verteuerten sich um 4,9 Prozent auf 44,80 Dollar und Raytheon um 4,5 Prozent auf 40,10 Dollar. Im Bankensektor erholten sich Citigroup von den Vortagesverlusten, die im Handel mit dem Engagement der Bank bei Worldcom erklärt wurden. Die Papiere verbesserten sich um 5,8 Prozent auf 39,16 Dollar. American Express kletterten um 4,0 Prozent auf 37,08 Dollar. Auf der Verliererseite fand sich der Mobilfunksektor. AT&T Wireless verbilligten sich um 2,9 Prozent auf 5,44 Dollar.

US-Anleihen schließen sehr schwach

Sehr schwach haben sich die Kurse der US-Anleihen am Donnerstag im späten New Yorker Geschäft gezeigt. Zehnjährige Papiere mit einem Kupon von 4,875 Prozent verloren 20/32 auf 100-12/32, die Rendite stieg von 4,709 auf 4,822 Prozent. Der mit 5,375 Prozent verzinste Longbond sank um 1-12/32 auf 97-28/32. Die Rendite stieg von 5,409 auf 5,523 Prozent. Die am Berichtstag veröffentlichten Konjunkturdaten waren überraschend gut. Das Bruttoinlandsprodukt der USA für das erste Quartal (zweite Revision) lag mit einem Plus von 6,1 Prozent deutlich über den ersten Schätzungen von 5,6 Prozent. Auch die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe übertraf mit einem Rückgang von 10.000 die Prognosen von minus 5.000.

Die Erholung der Aktienmärkte trug nach Angaben von Marktbeobachtern ebenfalls dazu bei, dass die Anleihen ihre Vortagesgewinne wieder abgaben. Vor allem Fonds, die sowohl in Anleihen als auch in Aktien investierten, hätten die Gewichtung zu Gunsten von Aktien verschoben. Viele Anleger hätten zudem wegen bevorstehender Neu-Emissionen von Unternehmensanleihen Mittel aus Staatsanleihen abgezogen, hieß es.

 
 Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.


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