Dax zum Wochenstart vermutlich auf Richtungssuche
03. Februar 2003 Weiterhin überschattet die Politik die Börse. Vor allem das Thema Irak beherrscht den Markt. Ein wichtiger Termin ist dabei der Mittwoch, denn dann wollen die USA Beweise dafür vorlegen, dass das Zweistromland sowohl Massenvernichtungswaffen besitzt als auch Terroristen unterstüzt. Bis zu diesem Termin rechnen Händler und Analysten mit einer weiter abwartenden Haltung des Marktes. UN-Chefinspekteur Hans Blix legte am Montag seinen Untersuchungsbericht vor. Er warf darin dem Irak mangelnde Kooperationsbereitschaft vor, sieht die Abrüstungsforderungen nicht wirklich akzeptiert und forderte einige Monate Zeit für zusätzliche Inspektionen.
Alles in allem schürt der als fast unvermeidlich erscheinende Irak-Krieg die Ängste und Verunsicherungen der Marktteilnehmer. Dies schlägt sich in einer wieder deutlich angestiegenen Schwankungsbreite der Indizes wieder. Der für den deutschen Markt die Volatilität erfassende VDax ist erneut auf ein historisch hohes Niveau um 50 Prozent gestiegen, gegen Ende der Woche allerdings wieder etwas abgesunken.
Rentenmarkt konsolidiert
Wie schon an den vergangenen Handelstagen sehen Marktteilnehmer den deutschen Rentenmarkt am Montag auf hohem Niveau per saldo seitwärts tendieren. Der Bund-Future werden vermutlich weiterhin um die Marke von 115 Prozent pendeln, bis neue Impulse für Klarheit über die weitere Richtung sorgen würden.
Euro mit kleineren Abschlägen zum Dollar
Der Dollar zeigt sich am Montag weiter relativ stark. Am Morgen liegt er gegen 7.30 Uhr bei 1,0739 Dollar nach Kursen im späten New Yorker Handel am Freitag von 1,0750 Dollar. Die US-Devise notiert gegen den Yen bei 120,20 Yen nach einem Stand in New York von 119,87 Yen. Geprägt werde das Geschehen am Devisenmarkt aktuell vom Verhältnis Dollar-Yen. Hier sorge unverändert das Eingeständnis der Japaner, zuletzt zugunsten des Dollar interveniert zu haben, für Gesprächsstoff. Außerdem spekulieren Beobachter darüber, welche Politik der neue japanische Notenbankchef verfolgen wird.
Börse Japan deutlich gestiegen
Die Börse in Tokio zeigte sich am Montag sehr fest. Der Nikkei-225-Index kletterte um 1,9 Prozent auf 8.501 Punkte. Der Topix-Index stieg um 2,0 Prozent auf 838 Zähler. Händler sprachen von breiten Käufen auf Grund von Short-Covering. Vor allem große Exporttitel hätten auf den Kauflisten gestanden. Die Händler achteten vor allem auf den Devisenmarkt, wo der Yen nachgab, nachdem das japanische Finanzministerium Interventionen im Januar eingeräumt hat, sagte ein Beobachter.
Chinesisches Neujahrsfest in Hongkong
Auf Grund des Chinesischen Neujahrsfests bleiben am Montag Börsen, Banken und Behörden in Hongkong geschlossen.
Nachbörsliche Entwicklungen am US-Aktienmarkt
Im nachbörslichen Geschäft zeigten sich die US-Aktienkurse am Freitag etwas höher. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator stieg um 0,14 Prozent auf 984,39 Punkte.
Intrado fielen um weitere 4,8 Prozent auf 7,55 Dollar gefallen. Im regulären Geschäft hatten die Papiere erst ein Zwölfmonatstief bei 7,77 Dollar markiert und 6,5 Prozent leichter bei 7,93 Dollar geschlossen. Das Serviceunternehmen für Datenspeicherung hatte einen Nettogewinn von 0,61 Dollar je Aktie im vierten Quartal gemeldet und die Prognose von 0,02 bis 0,05 Dollar Gewinn je Aktie im ersten Quartal aufrecht erhalten. Allerdings sei ein Umsatzrückgang in einigen Bereichen zu sehen, erklärten Teilnehmer. Auch bei Aspen Technology ging der Kursverfall nach Börsenschluss verstärkt weiter. Das Unternehmen hatte am Vortag Zahlen gebracht. Der Kurs reduzierte sich an der Nasdaq um knapp 24 Prozent auf 2,26 Dollar. Im Tagesgeschäft hatten die Titel bereits vier Prozent eingebüßt.
US-Standardwerte im Plus, Nasdaq mit kleinen Verlusten
Überraschend positive US-Konjunkturdaten und die besser als erwartet ausgefallene Quartalsbilanz des US-Medien- und Unterhaltungskonzerns Walt Disney haben den US-Standardwerten und dem breiten Markt am Freitag zu Kursgewinnen verholfen. Verluste bei Halbleiteraktien hätten allerdings die Technologiewerte unter Druck gesetzt, sagten Händler. Der Dow-Jones-Index schloss 1,37 Prozent höher auf rund 8.054 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Index gab dagegen leicht um 0,1 Prozent auf rund 1.321 Zähler nach. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 1,31 Prozent auf rund 856 Punkte zu.
Einige Analysten sprachen auch von einer technischen Korrektur nach den jüngsten Kursverlusten. „Wir erhalten heute das zurück, was wir gestern verloren hatten", sagte Peter Boockvar, Aktienstratege bei Miller Tabak & Co. „Disney und der Einkaufsmanagerindex haben geholfen, das waren die Hauptgründe für die Gewinne. Aber gestern waren die Verluste auch übertrieben.“ Die Unsicherheit über die weltpolitische Lage und die anhaltende Angst vor einem Krieg gegen Irak belasteten das Geschäft, sagte Phil Flynn, Marktanalyst bei Alaron Trading.
Für Kursgewinne bei den Standardwerten sorgte unter anderem die Bilanz von Walt Disney. Der Konzern hatte im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal zwar einen Gewinnrückgang verbucht. Das Ergebnis lag allerdings über den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Die Aktie legte zum Handelsschluss rund sieben Prozent auf 17,50 Dollar zu. Walt Disney bekräftigte zudem das für das Gesamtjahr vorausgesagte Gewinnwachstum auf operativer Basis von 25 bis 35 Prozent.
Auch die Kursgewinne der Boeing-Aktien haben nach Händlerangaben die Standardwerte angetrieben. Die Titel gewannen rund drei Prozent auf 31,59 Dollar. Die irische Billigfluglinie Ryanair hatte mitgeteilt, sie habe 22 weitere Boeing-Flugzeuge des Typs 737-800 bestellt und ihre Kaufoptionen um weitere 78 Maschinen erweitert. Das Geschäft habe nach Katalogpreis ein Volumen von rund sechs Milliarden Dollar.
Die Papiere des weltgrößten Herstellers von Chipmaschinen, Applied Materials, büßten rund 7,6 Prozent auf 11,97 Dollar ein. Das Unternehmen hatte zuvor wegen niedrigerer Investitionen der Chiphersteller seinen Umsatzausblick für das erste Quartal deutlich gesenkt. Auch die Aktien des Chipausrüsters Novellus Systems gaben rund 1,5 Prozent auf 29,45 Dollar nach, die Titel des Konkurrenten KLA Tencor rutschten rund 3,3 Prozent ab auf 32,64 Dollar.
US-Anleihen schließen behauptet
Die US-Anleihen zeigten sich am Freitag im New Yorker Geschäft gut behauptet. So notierten zehnjährige Titel mit einem Kupon von vier Prozent unverändert bei 100-7/32 und rentieren mit 3,972 Prozent nach 3,97 Prozent am Donnerstag. Der 30-jährige Longbond mit einer Zinsausstattung von 5,375 Prozent gewann 6/32 auf 107-31/32 und bot eine Rendite von 4,85 Prozent nach 4,86 Prozent.
Den anfänglichen Verkäufen nach den unerwartet positiven Konjunkturdaten seien Short-Eindeckungen gefolgt, hieß es im Handel. “Niemand will bei der unsicheren weltpolitischen Lage mit Short-Positionen in Staatsanleihen ins Wochenende gehen“, sagte Anleihenexperte James Caron von Merrill Lynch in New York. So sorgten letztlich weder die Konjunkturdaten noch die steigende Wall Street für Kurseinbrüche bei den Anleihen.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
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Text: @cri
03. Februar 2003 Weiterhin überschattet die Politik die Börse. Vor allem das Thema Irak beherrscht den Markt. Ein wichtiger Termin ist dabei der Mittwoch, denn dann wollen die USA Beweise dafür vorlegen, dass das Zweistromland sowohl Massenvernichtungswaffen besitzt als auch Terroristen unterstüzt. Bis zu diesem Termin rechnen Händler und Analysten mit einer weiter abwartenden Haltung des Marktes. UN-Chefinspekteur Hans Blix legte am Montag seinen Untersuchungsbericht vor. Er warf darin dem Irak mangelnde Kooperationsbereitschaft vor, sieht die Abrüstungsforderungen nicht wirklich akzeptiert und forderte einige Monate Zeit für zusätzliche Inspektionen.
Alles in allem schürt der als fast unvermeidlich erscheinende Irak-Krieg die Ängste und Verunsicherungen der Marktteilnehmer. Dies schlägt sich in einer wieder deutlich angestiegenen Schwankungsbreite der Indizes wieder. Der für den deutschen Markt die Volatilität erfassende VDax ist erneut auf ein historisch hohes Niveau um 50 Prozent gestiegen, gegen Ende der Woche allerdings wieder etwas abgesunken.
Rentenmarkt konsolidiert
Wie schon an den vergangenen Handelstagen sehen Marktteilnehmer den deutschen Rentenmarkt am Montag auf hohem Niveau per saldo seitwärts tendieren. Der Bund-Future werden vermutlich weiterhin um die Marke von 115 Prozent pendeln, bis neue Impulse für Klarheit über die weitere Richtung sorgen würden.
Euro mit kleineren Abschlägen zum Dollar
Der Dollar zeigt sich am Montag weiter relativ stark. Am Morgen liegt er gegen 7.30 Uhr bei 1,0739 Dollar nach Kursen im späten New Yorker Handel am Freitag von 1,0750 Dollar. Die US-Devise notiert gegen den Yen bei 120,20 Yen nach einem Stand in New York von 119,87 Yen. Geprägt werde das Geschehen am Devisenmarkt aktuell vom Verhältnis Dollar-Yen. Hier sorge unverändert das Eingeständnis der Japaner, zuletzt zugunsten des Dollar interveniert zu haben, für Gesprächsstoff. Außerdem spekulieren Beobachter darüber, welche Politik der neue japanische Notenbankchef verfolgen wird.
Börse Japan deutlich gestiegen
Die Börse in Tokio zeigte sich am Montag sehr fest. Der Nikkei-225-Index kletterte um 1,9 Prozent auf 8.501 Punkte. Der Topix-Index stieg um 2,0 Prozent auf 838 Zähler. Händler sprachen von breiten Käufen auf Grund von Short-Covering. Vor allem große Exporttitel hätten auf den Kauflisten gestanden. Die Händler achteten vor allem auf den Devisenmarkt, wo der Yen nachgab, nachdem das japanische Finanzministerium Interventionen im Januar eingeräumt hat, sagte ein Beobachter.
Chinesisches Neujahrsfest in Hongkong
Auf Grund des Chinesischen Neujahrsfests bleiben am Montag Börsen, Banken und Behörden in Hongkong geschlossen.
Nachbörsliche Entwicklungen am US-Aktienmarkt
Im nachbörslichen Geschäft zeigten sich die US-Aktienkurse am Freitag etwas höher. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator stieg um 0,14 Prozent auf 984,39 Punkte.
Intrado fielen um weitere 4,8 Prozent auf 7,55 Dollar gefallen. Im regulären Geschäft hatten die Papiere erst ein Zwölfmonatstief bei 7,77 Dollar markiert und 6,5 Prozent leichter bei 7,93 Dollar geschlossen. Das Serviceunternehmen für Datenspeicherung hatte einen Nettogewinn von 0,61 Dollar je Aktie im vierten Quartal gemeldet und die Prognose von 0,02 bis 0,05 Dollar Gewinn je Aktie im ersten Quartal aufrecht erhalten. Allerdings sei ein Umsatzrückgang in einigen Bereichen zu sehen, erklärten Teilnehmer. Auch bei Aspen Technology ging der Kursverfall nach Börsenschluss verstärkt weiter. Das Unternehmen hatte am Vortag Zahlen gebracht. Der Kurs reduzierte sich an der Nasdaq um knapp 24 Prozent auf 2,26 Dollar. Im Tagesgeschäft hatten die Titel bereits vier Prozent eingebüßt.
US-Standardwerte im Plus, Nasdaq mit kleinen Verlusten
Überraschend positive US-Konjunkturdaten und die besser als erwartet ausgefallene Quartalsbilanz des US-Medien- und Unterhaltungskonzerns Walt Disney haben den US-Standardwerten und dem breiten Markt am Freitag zu Kursgewinnen verholfen. Verluste bei Halbleiteraktien hätten allerdings die Technologiewerte unter Druck gesetzt, sagten Händler. Der Dow-Jones-Index schloss 1,37 Prozent höher auf rund 8.054 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Index gab dagegen leicht um 0,1 Prozent auf rund 1.321 Zähler nach. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 1,31 Prozent auf rund 856 Punkte zu.
Einige Analysten sprachen auch von einer technischen Korrektur nach den jüngsten Kursverlusten. „Wir erhalten heute das zurück, was wir gestern verloren hatten", sagte Peter Boockvar, Aktienstratege bei Miller Tabak & Co. „Disney und der Einkaufsmanagerindex haben geholfen, das waren die Hauptgründe für die Gewinne. Aber gestern waren die Verluste auch übertrieben.“ Die Unsicherheit über die weltpolitische Lage und die anhaltende Angst vor einem Krieg gegen Irak belasteten das Geschäft, sagte Phil Flynn, Marktanalyst bei Alaron Trading.
Für Kursgewinne bei den Standardwerten sorgte unter anderem die Bilanz von Walt Disney. Der Konzern hatte im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal zwar einen Gewinnrückgang verbucht. Das Ergebnis lag allerdings über den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Die Aktie legte zum Handelsschluss rund sieben Prozent auf 17,50 Dollar zu. Walt Disney bekräftigte zudem das für das Gesamtjahr vorausgesagte Gewinnwachstum auf operativer Basis von 25 bis 35 Prozent.
Auch die Kursgewinne der Boeing-Aktien haben nach Händlerangaben die Standardwerte angetrieben. Die Titel gewannen rund drei Prozent auf 31,59 Dollar. Die irische Billigfluglinie Ryanair hatte mitgeteilt, sie habe 22 weitere Boeing-Flugzeuge des Typs 737-800 bestellt und ihre Kaufoptionen um weitere 78 Maschinen erweitert. Das Geschäft habe nach Katalogpreis ein Volumen von rund sechs Milliarden Dollar.
Die Papiere des weltgrößten Herstellers von Chipmaschinen, Applied Materials, büßten rund 7,6 Prozent auf 11,97 Dollar ein. Das Unternehmen hatte zuvor wegen niedrigerer Investitionen der Chiphersteller seinen Umsatzausblick für das erste Quartal deutlich gesenkt. Auch die Aktien des Chipausrüsters Novellus Systems gaben rund 1,5 Prozent auf 29,45 Dollar nach, die Titel des Konkurrenten KLA Tencor rutschten rund 3,3 Prozent ab auf 32,64 Dollar.
US-Anleihen schließen behauptet
Die US-Anleihen zeigten sich am Freitag im New Yorker Geschäft gut behauptet. So notierten zehnjährige Titel mit einem Kupon von vier Prozent unverändert bei 100-7/32 und rentieren mit 3,972 Prozent nach 3,97 Prozent am Donnerstag. Der 30-jährige Longbond mit einer Zinsausstattung von 5,375 Prozent gewann 6/32 auf 107-31/32 und bot eine Rendite von 4,85 Prozent nach 4,86 Prozent.
Den anfänglichen Verkäufen nach den unerwartet positiven Konjunkturdaten seien Short-Eindeckungen gefolgt, hieß es im Handel. “Niemand will bei der unsicheren weltpolitischen Lage mit Short-Positionen in Staatsanleihen ins Wochenende gehen“, sagte Anleihenexperte James Caron von Merrill Lynch in New York. So sorgten letztlich weder die Konjunkturdaten noch die steigende Wall Street für Kurseinbrüche bei den Anleihen.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
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Text: @cri