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20.06.01 08:13
Medienschau


20. Juni 2001 Oracle-Effekt vorerst verflogen
Nachdem der „Oracle-Effekt“ an der Wall Street nur vorübergehend für Euphorie sorgte, könnte sich mangels neuer Impulse auch am deutschen Markt der Seitwärtstrend fortsetzen. Interessiert werden die Märkte der Greenspan-Rede vor dem Bankenausschuss lauschen, die um 16.00 MEZ beginnt. Darin erhoffen sie sich Aufschluss über die am kommenden Mittwoch erwartete Zinssenkung. Die meisten Marktteilnehmer gehen von einem Zinsschritt um 25 Basispunkte aus; einige erwarten aber auch einen aggressiveren Schritt von 50 Basispunkten.

Euro-Rentenmarkt ohne große Impulse
Ähnliche Hoffnungen liegen den europäischen Rentenmärkten fern. Die deutlich über drei Prozent liegende Inflation in Euroland überlagert die Schwächezeichen der europäischen Konjunktur und lässt einen baldigen Zinsschritt der EZB unwahrscheinlich werden. Weiteren Aufschluss über die Inflation werden erst die am Donnerstag veröffentlichten Verbraucherpreise für Juni in Italien liefern.

Zinsspekulation belastet Euro im Fernen Osten

Spekulationen über unveränderte  Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) bei ihrem Ratstreffen am Donnerstag in Dublin haben den Euro am  Mittwoch an den Märkten des Fernen Ostens belastet. Händlern zufolge konnte die Gemeinschaftswährung ihr zwischenzeitliches Hoch bei Kursen um 0,86 Dollar zudem nicht behaupten, weil die Investoren davon  ausgingen, dass der am Freitag erwartete Ifo-Bericht die Abkühlung der Konjunktur in Deutschland  bestätigen werde. Um 6.45 Uhr MESZ notiert er bei 0,8533 Dollar nach 0,8540 Dollar in späten New Yorker Handel. Die nächsten technischen Unterstützungen geben Händler mit 0,8437 und 0,8366 Dollar an. Die Widerstände nach oben liegen bei 0,8634/0,8694/0,8731 Dollar, heißt es weiter.

Börse in Tokio etwas fester
Die Tokioter Börse hat sich am Mittwoch gegen Mittag (Ortszeit) etwas fester gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag gegen 6.15 Uhr MESZ bei 12.617 Punkten mit 0,35 Prozent im Plus. Die Marktteilnehmer hätten allerdings vorsichtig agiert, sagten Händler. Es herrsche Unsicherheit über die weitere Entwicklung. Sie wiesen darauf hin, dass die Börse nach einer festeren Eröffnung ins Minus gerutscht und dann ins Plus wieder zurückgekehrt sei. Vor allem Bankenwerte hätten nachgegeben. Mizuno Holding fielen dabei um 2,38 Prozent auf 493.000 Yen und damit auf den tiefsten Stand seit September 2000. (Reuters)

Hang Seng tendiert etwas schwächer
Die Hongkonger Börse hat gegen Mittag (Ortszeit) etwas schwächer tendiert. Der Hang-Seng-Index der Blue Chips fiel um 0,83 Prozent oder 109 Punkte auf 13.024 Punkte. Nach dem uneinheitlichen Vortagsschluss der Wall Street seien die Anleger verunsichert, sagten Händler. Sie wüssten nicht, ob sie kaufen oder verkaufen sollten. (Reuters)

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach US-Börsenschluss
Nach der Schlussglocke setzte sich die leichte Ernüchterung nach der Oracle-Euphorie fort. Die meisten Computertitel wie Cisco, Oracle, Sun oder Intel verbuchten leichte Abschläge. Die Aktie von Tellabs reagierte auf eine deutliche Umsatzwarnung des Telekom-Ausrüsters mit einem Minus von 14 Prozent auf 18,25 Dollar. Die Futures auf den Nasdaq 100 verloren acht Punkte auf 1.688 Zähler, während die S&P 500-Kontrakte 1,70 Punkte auf 1.222,20 Punkte nachgaben.

Wall Street schließt uneinheitlich
Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Ein unerwartet gutes Quartalsergebnis von Oracle hatte zunächst die Kauflust der Anleger auf Tech-Werte geweckt. Bis zum Handelsschluss hatten aber die meisten Technologietitel die Kursgewinne wieder abgegeben.  

Der Dow Jones verlor 0,46 Prozent auf 10.596,67 Zähler, während die Nasdaq gerade einmal vier Punkte auf 1.992,66 Zähler zulegen konnte.

Der Dow ist insbesondere durch Kursverluste von Honeywell belastet worden, die Aktie verlor 3,75 Prozent auf 38,50 Dollar. Zuvor hatte der Präsident von General Electric (GE) einer französischen Zeitung mitgeteilt, dass sich die Chancen einer Übernahme von Honeywell durch General Electric (GE) auf Grund der kritischen Haltung der EU-Kartellbehörden praktisch verflüchtigt hätten. Auch die Papiere von General Electric folgten dem Trend und verloren 0,27 Prozent auf 48,87 Dollar.

Im Technologiesektor gehörten die rege gehandelten Papiere des Softwarekonzerns Oracle zu den Tagesgewinnern und legten knapp 13 Prozent auf 16,76 Dollar zu. Das Unternehmen hatte am Vortag nach Börsenschluss mitgeteilt, bei einem neuerlichen Aufschwung der US-Konjunktur könne es zu seinen starken Wachstumszahlen der Vergangenheit zurückkehren. Im Sog von Oracle verbuchten auch andere im Software-Bereich tätige Unternehmen wie Adobe Systems Kursgewinne und stiegen um 5,45 Prozent auf 42,75 Dollar.

Die Aktien der Telefongesellschaft Qwest Communications International verzeichneten Kursgewinne von fast fünf Prozent auf 31,27 Dollar. Das Unternehmen erwartet nach eigenen Angaben, die Umsatz-und Ergebnisziele für 2001 zu erreichen.

Bei den Finanzwerten standen die Papiere der Lehman Brothers in der Gunst der Anleger und schlossen 7,73 Prozent fester bei 72,50 Dollar. Die Investmentbank hatte einen Gewinnanstieg um 14 Prozent im zweiten Quartal bekannt gegeben, der über den Erwartungen der Analysten gelegen hatte. Dagegen verloren die Aktien von Goldman Sachs 0,53 Prozent auf 88,18 Dollar, nachdem das Unternehmen einen Gewinnrückgang um 24 Prozent im abgelaufenen Quartal gemeldet hatte.

US-Anleihen schließen etwas fester - Warten auf Greenspan-Rede
Etwas fester zeigten sich die US-Anleihen am Dienstag im späten New Yorker Geschäft. Zehnjährige Titel mit einer Zinsausstattung von fünf Prozent gewannen 5/32 auf 98-8/32 und rentierten mit 5,228 Prozent. Der Longbond mit einem Kupon von 5-3/8 Prozent verbesserte sich um 8/32 auf 95-18/32, die Rendite lag bei 5,684 Prozent. Im Vorfeld der Rede von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan am Mittwoch vor dem Bankenausschuss des Senats hätten sich die Anleger deutlich zurückgehalten, erklärte ein Teilnehmer den Verlauf. Die leichten Aufschläge seien auf Positionierungen von Investoren zurückzuführen, hieß es weiter. Die Mehrzahl der Analysten rechnet auf der Fed-Sitzung in der kommenden Woche mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte. Es gebe aber auch Stimmen, die mit einem aggressiveren Schritt der US-Notenbank rechnen und eine Senkung um 50 Basispunkte erwarten. Diese würde einen wesentlich deutlicheren Schub für den Anleihemarkt bedeuten, erklärte ein Händler.

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