France Telecom lässt MobilCom fallen
Paris/Büdelsdorf - Der Rückzug kam nicht unerwartet: France Telecom steigt aus dem deutschen Telekommunikationsunternehmen MobilCom aus. Der Chef des französischen Telefonriesen, Michel Bon, dessen Rücktritt mittlerweile beschlossen und offiziell bestätigt ist, kündigte in der Nacht zum Freitag in Paris an, der Konzern werde das Unternehmen im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf nicht mehr finanziell unterstützen. France Telecom ist mit 28,5 Prozent an MobilCom beteiligt und der einzige Kreditgeber für das angeschlagene deutsche Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten. Ihnen droht nun der Verlust des Arbeitsplatzes. Mobilcom wollte sich vorerst nicht äußern.
France Telecom: 1. Halbjahr 2002
Verlust 12,2 Mrd. €
Schuldenstand 69,7 Mrd. €
Insolvenz in Sicht
Der deutsche MobilCom-Vorstand Thorsten Grenz erklärte, im Fall eines Ausstiegs von France Telecom müsse das Büdelsdorfer Unternehmen binnen weniger Tage Insolvenz anmelden. Die deutsche Regierung hatte bis zuletzt um eine Rettung von MobilCom gerungen. Bevor die Entscheidung bekannt wurde, hatten die 21 Mitglieder des Verwaltungsrates am Donnerstagabend mehr als vier Stunden über die Schulden des Konzerns und die Zukunft der MobilCom-Beteiligung beraten.
Unterstützung durch französische Regierung
Nach der offiziellen Ankündigung des Rücktritts des France-Telecom-Chefs sagte die französische Regierung dem Unternehmen seine Unterstützung bei der Sanierung zu. Der Staat werde sich an der Erhöhung des Eigenkapitals des Unternehmens beteiligen, erklärte das Wirtschaftsministerium in Paris noch in der Nacht zum Freitag. Bis dahin werde Paris "notfalls alle Maßnahmen ergreifen, mit denen dem Unternehmen finanzielle Probleme erspart werden können", hieß es weiter. Der französische Staat ist mit 55,4 Prozent Mehrheitsaktionär von France Telecom.
Massen-Rücktritte
Bon stand seit 1995 an der Vorstandsspitze. Unter seiner Regie erfolgte der Einstieg des Konzerns beim Mobilfunkanbieter MobilCom. Nach dem Rücktritt von Bon nahmen weitere vier Verwaltungsratsmitglieder aus Solidarität ebenfalls ihren Hut.
Paris/Büdelsdorf - Der Rückzug kam nicht unerwartet: France Telecom steigt aus dem deutschen Telekommunikationsunternehmen MobilCom aus. Der Chef des französischen Telefonriesen, Michel Bon, dessen Rücktritt mittlerweile beschlossen und offiziell bestätigt ist, kündigte in der Nacht zum Freitag in Paris an, der Konzern werde das Unternehmen im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf nicht mehr finanziell unterstützen. France Telecom ist mit 28,5 Prozent an MobilCom beteiligt und der einzige Kreditgeber für das angeschlagene deutsche Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten. Ihnen droht nun der Verlust des Arbeitsplatzes. Mobilcom wollte sich vorerst nicht äußern.
France Telecom: 1. Halbjahr 2002
Verlust 12,2 Mrd. €
Schuldenstand 69,7 Mrd. €
Insolvenz in Sicht
Der deutsche MobilCom-Vorstand Thorsten Grenz erklärte, im Fall eines Ausstiegs von France Telecom müsse das Büdelsdorfer Unternehmen binnen weniger Tage Insolvenz anmelden. Die deutsche Regierung hatte bis zuletzt um eine Rettung von MobilCom gerungen. Bevor die Entscheidung bekannt wurde, hatten die 21 Mitglieder des Verwaltungsrates am Donnerstagabend mehr als vier Stunden über die Schulden des Konzerns und die Zukunft der MobilCom-Beteiligung beraten.
Unterstützung durch französische Regierung
Nach der offiziellen Ankündigung des Rücktritts des France-Telecom-Chefs sagte die französische Regierung dem Unternehmen seine Unterstützung bei der Sanierung zu. Der Staat werde sich an der Erhöhung des Eigenkapitals des Unternehmens beteiligen, erklärte das Wirtschaftsministerium in Paris noch in der Nacht zum Freitag. Bis dahin werde Paris "notfalls alle Maßnahmen ergreifen, mit denen dem Unternehmen finanzielle Probleme erspart werden können", hieß es weiter. Der französische Staat ist mit 55,4 Prozent Mehrheitsaktionär von France Telecom.
Massen-Rücktritte
Bon stand seit 1995 an der Vorstandsspitze. Unter seiner Regie erfolgte der Einstieg des Konzerns beim Mobilfunkanbieter MobilCom. Nach dem Rücktritt von Bon nahmen weitere vier Verwaltungsratsmitglieder aus Solidarität ebenfalls ihren Hut.