3. Funktionsweise einer Terminbörse
Was versteht man unter Clearing?
Clearing umfaßt die Erfassung, Abwicklung, Absicherung sowie die geld- und stückmäßige Regulierung der abgeschlossenen Termingeschäfte. An organisierten Terminmärkten, zum Beispiel an der EUREX, wird das Clearing durch eine separate Clearing-Stelle durchgeführt. Diese tritt als Vertragspartner zwischen die Kontrahenten eines Termingeschäfts. Auf diese Weise wird das Kontrahentenrisiko der Marktteilnehmer verringert. Gleichzeitig wird die Glattstellung bestehender Positionen ermöglicht.
Die Clearing-Stelle hat außerdem die Aufgabe, börsentäglich die Sicherheitsleistungen, die für den Abschluß der meisten Termingeschäfte erforderlich sind, zu ermitteln und sorgt damit für eine Abdeckung der bestehenden Preisänderungsrisiken.
Was ist eine Margin?
Unter dem Begriff "Margin" versteht man eine Sicherheitsleistung (Bareinschuß), die zur Risikoabsicherung einer Terminposition (einer Option oder eines Future-Kontraktes) zu stellen ist. Bei Futures wird zwischen Initial Margin (Betrag, der zur Sicherheitsleistung bei der Eröffnung einer Future-Position zu hinterlegen ist) und Variation Margin (wird bei laufenden Future-Kontrakten börsentäglich zum Zweck des Ausgleichs der noch vorläufigen Gewinne und Verluste berechnet) differenziert. Bei Optionen ist die Hinterlegung von Margin nur dann erforderlich, wenn Short-Positionen aufgebaut werden, da bei ihnen besonders hohe Verluste entstehen können.
Wichtig: Es ist insbesondere zu beachten, daß Sie durch Hinterlegung einer Margin mit relativ geringem Einsatz ein sehr hohes Kapital "hebeln". Dadurch erhöht sich Ihr Verlustrisiko drastisch.
Risk-Based-Margining
Das Risk-Based-Margining umfaßt das gesamte Verfahren der Bemessung, Berechnung und Abwicklung von Sicherheitsleistungen, die für offene Positionen an der DTB (Deutsche Terminbörse) bzw. EUREX zu hinterlegen sind. Dabei bemißt sich die Höhe der zu hinterlegenden Sicherheitsleistungen nach dem Gesamtrisiko des abzurechnenden Kontos. Das Gesamtrisiko wiederum wird aus den eventuell einander entgegengerichteten Preisrisiken der im Konto enthaltenen Derivate ermittelt. Die risikoreduzierende Wirkung von Kombinationen wird hierbei berücksichtigt, um eine Überdeckung (Overmargining) zu vermeiden.
Um die verschiedenen Terminkontrakte eines Portefeuilles mit gleichartigen Risiken zu gruppieren, faßt man sie nach den ihnen zugrundeliegenden Basiswerten in sogenannte Margin-Klassen (zum Beispiel eine Margin-Klasse für DAX-Produkte) zusammen. Mögliche Gewinne/Verluste von Kontrakten, die derselben Margin-Klasse angehören, werden gegeneinander verrechnet. Dieses Verfahren bezeichnet man als Cross-Margining. Es ist liquiditätsschonend, da das Herausrechnen von Risiken, die einander entgegengesetzt sind, zu einer wesentlich geringeren Gesamt-Margin-Leistung führt, als wenn die Summe der Margins aller einzelnen Kontrakte zu hinterlegen wäre.
Werden zwei oder mehrere Margin-Klassen, deren Basiswerte hinsichtlich ihrer Risikostruktur verwandt sind, zusammengefaßt, so spricht man von einer Margin-Gruppe. Innerhalb einer Margin-Gruppe ist wiederum ein Cross-Margining, also eine Aufrechnung einander entgegengesetzter Risiken, möglich.
Die Margin-Höhe wird täglich neu festgesetzt. Dies geschieht einerseits zur Liquiditätsschonung, andererseits, da Glattstellungen vor Ende der Kontraktlaufzeit möglich und üblich sind. Die tägliche Anpassung ist problemlos, da börsennotierte, standardisierte Terminkontrakte eine ständige Preisverfolgung ermöglichen.
Abgesichert werden soll das Risiko der höchstmöglichen Glattstellungskosten eines Kontos am jeweils nächsten Börsentag unter der Annahme der ungünstigsten möglichen Preisentwicklung der im Konto enthaltenen Positionen (Worst-Case-Loss-Annahme). Risiken, die einander genau entgegengesetzt sind, nämlich Risiken aus Long- und Short-Positionen gleicher Kontrakte mit gleichen Fälligkeiten, würden zu einer unnötigen Erhöhung des Margin-Erfordernisses führen. Um dies zu vermeiden, werden die offenen Long- und Short-Positionen zunächst gegeneinander aufgerechnet. Es ergibt sich entweder ein Überhang an Long-Positionen (Netto-Long-Position) oder ein Überhang an Short-Positionen (Netto-Short-Position).
Zielsetzung des Risk-Based-Margining ist es, zu schätzen, wieviel im ungünstigsten Fall die Glattstellung eines Portefeuilles an Options- und Future-Positionen am nächsten Tag, d.h. bis zum nächsten Neuberechnungszeitpunkt der Margin, kosten würde. Dazu betrachtet man die bisherige Kursentwicklung der Basiswerte. Die historische Volatilität (30 bzw. 250 Tage) bietet einen Anhaltspunkt für die zu erwartende maximale Kursschwankung. Um auch das Risiko von extremen Kursausschlägen abzudecken, wird die ermittelte Volatilität zusätzlich mit einem Risikofaktor multipliziert. Die so errechnete maximal mögliche Kursveränderung des Basiswertes bis zur nächsten Margin-Berechnung wird als Margin-Intervall bezeichnet.
Sind mit Hilfe des Margin-Intervalls die möglichen Minimum- bzw. Maximumpreise des Basiswertes ermittelt worden, so werden die sich daraus ergebenden theoretischen Tiefst- bzw. Höchstpreise der zugehörigen Kontrakte errechnet. Dies geschieht an der DTB / EUREX mit Hilfe des Binomial-Optionspreismodells von Cox, Ross und Rubinstein.
Premium Margin
Die Premium Margin ist vom Stillhalter einer Optionsposition zu hinterlegen. Sie deckt den Verlust ab, der entstehen würde, wenn der Stillhalter sich heute glattstellen würde. Die Premium Margin wird ständig angepaßt. Wenn sich die Kurse so entwickeln, daß der Glattstellungsverlust des Stillhalters steigt, so ist dieser zum Nachschuß (Auffüllung) der Premium Margin verpflichtet.
Die Premium Margin wird berechnet für alle Optionen, deren Optionsprämie bereits beim Kauf in voller Höhe zu entrichten ist (Aktienoptionen, DAX-Option). Die Premium Margin deckt die Kosten ab, die bei der Glattstellung zum Tagesendwert aller in einer Margin-Klasse enthaltenen Optionspositionen anfallen würden. Der Optionskäufer braucht keine Margin zu hinterlegen, da er mit der Zahlung der Optionsprämie ein Recht erworben hat, aber keine Verpflichtung eingegangen ist. Sein maximales Risiko besteht darin, den Kontrakt verfallen zu lassen.
Bei Optionen auf Futures wird keine Premium Margin erhoben, da hier im Mark-to-Market-Verfahren ein täglicher Gewinn- und Verlustausgleich erfolgt. Der Gewinn des einen Kontraktpartners ist dabei der Verlust des anderen.
Futures Spread Margin
Die Futures Spread Margin deckt das Risiko ab, das durch die nicht perfekte positive Preiskorrelation verschiedener Fälligkeitsmonate des zugrundeliegenden Finanzinstrumentes bedingt ist.
Sind in einem Konto mehrere Future-Positionen enthalten, die sich auf den gleichen Basiswert beziehen, so können Long- und Short-Positionen problemlos gegeneinander verrechnet werden, sofern es sich um gleiche Kontraktlaufzeiten handelt. In diesem Falle stehen die Kursrisiken sich genau gegenüber. Es verbleiben dann diejenigen Long- bzw. Short-Positionen, deren Fälligkeitsmonate nicht übereinstimmen. Auch diese Positionen können einander gegenübergestellt werden, da sich die entsprechenden Risiken weitgehend ausgleichen (zum Beispiel Long Bund September gegen Short Bund Dezember). Es verbleibt jedoch ein Restrisiko, da Kontrakte mit verschiedenen Fälligkeiten keine vollständige Preiskorrelation aufweisen. Die Futures Spread Margin hat die Aufgabe, die hieraus resultierenden Risiken bis zum nächsten Börsentag aufzufangen.
Additional Margin
Die Additional Margin dient dazu, für alle Optionspositionen und für die Non-Spread-Future-Positionen die bis zum nächsten Tag zusätzlich anfallenden möglichen Glattstellungskosten abzudecken. Diese potentiellen Glattstellungskosten würden dann entstehen, wenn, ausgehend vom aktuellen Preis der im Konto enthaltenen Kontrakte, innerhalb von 24 Stunden die ungünstigste mögliche Preisentwicklung (Worst-Case-Loss) eintreten würde. Die Additional Margin wird erhoben bei Optionen (auch Optionen auf Futures) und Non-Spread-Future-Positionen.
Variation Margin (Täglicher Gewinn- und Verlustausgleich)
Für Produkte, die nach dem Mark-to-Market-Verfahren abgerechnet werden, bucht die DTB / EUREX börsentäglich Gewinne und Verluste aus offenen Positionen. Das Mark-to-Market-Verfahren findet Anwendung bei Futures und bei Optionen auf Futures. Durch die Variation Margin werden Gewinne und Verluste der offenen Positionen, die durch Kursveränderungen gegenüber dem Vortag entstehen, täglich ausgeglichen.
Hier handelt es sich also nicht um eine Sicherheitsleistung wie bei den anderen Margins, sondern um einen täglichen Gewinn- und Verlustausgleich in bar.
Die Positionen werden täglich zum Tagesendwert neu bewertet. Die Differenz zwischen dem Tagesendwert des Vortages und des darauffolgenden Börsentages wird durch tägliche Ausgleichszahlungen verrechnet. Der wesentliche Effekt ist also das Vorziehen potentieller Glattstellungsgewinne bzw. -verluste. Somit braucht am Schlußabrechnungstag nur eine letzte Bewertung aller offenen Positionen zum Schlußabrechnungspreis vorgenommen zu werden. Bei Optionen auf Futures findet die letzte Bewertung zum Abrechnungspreis entweder am Verfalltag der Option oder am Ausübungstag statt.
Hinterlegung der Margin
Die Additional Margin, die Futures Spread Margin und die Premium Margin können in bar oder durch die Hinterlegung von Wertpapieren geleistet werden. Da hinterlegte Sicherheitsleistungen in bar von der Deutsche Börse AG nicht verzinst werden, bietet die Hinterlegung von Wertpapieren des eigenen Bestandes dem Teilnehmer einen Zinsvorteil.
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www.adelphi.edu/day-trading-survey
www.vantage.de
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www.mechtrading.com
www.tradewire.de/futures/futures.php3
etc. keine zeit mehr:)
gruß
proxi