Merrill Lynch-Umfrage
Fondsmanager glauben an Kursgewinne
16. Jan. 2002 Fondsmanager setzen weltweit auf eine konjunkturelle Belebung in diesem Jahr sowie auf steigende Aktienkurse. Dies geht aus der neuesten Umfrage von Merrill Lynch unter 273 Fondsmanagern hervor, die insgesamt 755 Milliarden Dollar verwalten.
Inzwischen rechnen 86 Prozent der Befragten mit einer wirtschaftlichen Erholung. Eine weitere Zunahme verglichen mit den 78 Prozent, die sich bei der vorherigen Umfrage in dieser Hinsicht zuversichtlich zeigten. Nur fünf Prozent gehen von einer schwächeren Konjunktur im Jahr 2002 aus.
Nur verhaltene Gewinnsteigerungen erwartet
Die Unternehmen sollen davon in Form steigender Gewinne profitieren. Dieses Szenario steht zumindest bei 72 Prozent der Fondsmanager in den Regiebüchern. Zuvor glaubten daran nur 65 Prozent. Immerhin 39 Prozent kalkulieren allerdings nur mit Gewinnsteigerungen von unter zehn Prozent. Dies zeigt laut David Bowers, weltweit verantwortlicher Investment-Stratege bei Merrill Lynch, noch immer eine gewisse Skepsis unter den Fondsmanagern, was die Gewinnperspektiven angeht.
Gleichzeitig befürchten die Experten eine wieder zunehmende Inflation. Zusammen mit den positiven Konjunkturprognosen mündet dies in der Erwartungshaltung, dass die Leitzinsen wieder anziehen werden. 70 Prozent rechnen mit steigenden Zinsen, nur sieben Prozent mit weiter fallenden.
Zuversicht für Aktien, aber keine Euphorie
Am Aktienmarkt soll sich dies alles auf Sicht von zwölf Monaten in steigenden Notierungen niederschlagen. Damit rechnet zumindest ein unverändert hoher Anteil von 79 (78) Prozent der Befragten. Doch die Meinungen der Gelehrten gehen noch auseinander, wie stark der Anstieg ausfallen soll. Der Anteil derjenigen, die mit zweistelligen prozentualen Zuwächsen rechnen, ist zuletzt von 36 auf 23 Prozent gefallen. Dies erklärt sich aus der Einschätzung, dass die Aktienmärkte nicht mehr billig sind. Der Anteil der Experten, die von einer Überbewertung sprechen, ist von 19 auf 25 Prozent gestiegen.
Trotz nachlassender Euphorie bekräftigen die Fondsmanager ihren Willen, den Aktienanteil in ihren Depots zu erhöhen. Dabei werden die Märkte in Europa und den Schwellenländern Anlagen in den USA und in Japan vorgezogen. Unter dem Branchenaspekt werden derzeit Technologie- und Industrieaktien bevorzugt, während die Sektoren Nahrungsmittel, Versorger und Pharma eher gemieden werden.
Text: @jüb
Bildmaterial: dpa