Flaute bei der Dividende?


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Flaute bei der Dividende?

 
21.03.02 16:59
Wenn es je etwas gab, auf dass sich der deutsche Börsianer überhaupt verlassen konnte, dann waren das kontinuierliche Dividendenausschüttungen. Hierzulande waren die Unternehmen nämlich stets bestrebt, dem Anleger einmal im Jahr eine vom Ertrags des Unternehmens unabhängige, möglichst gleichbleibende, Dividende auszuzahlen.

Damit erhielten die eigentlich erfolgsabhängigen Dividenden eine Art Zinscharakter. Um die Dividenden zahlen zu können, sorgten die Aktiengesellschaften in guten Jahren durch Rückstellungen und Aufbau von Reserven dafür, dass auch in schlechten Jahren eine kontinuierlich hohe Dividende ausgeschüttet werden konnte. „Die Dividendenkontinuität ist eine gute alte deutsche Sitte“, erklärte Stratege Björn Becker von der Commerzbank.Wenn aber in den nächsten Wochen die Saison der Hauptversammlungen beginnt und die ersten Einladungen ins Haus flattern, dürfte die Furcht der Anleger wachsen, in diesem Jahr sinkende oder sogar keine Dividende verbuchen zu müssen.

Einige Dax-30 Unternehmen können weder die Hoffnung auf eine Kurssteigerung nähren, noch sehen sie sich in der Lage, einer langen deutschen Börsentradition nachzukommen. DaimlerChrysler, die Deutsche Telekom und Schering ihre Dividendenausschüttungen senken. Bei Epcos und Infineon gibt es für die Aktionäre in diesem Jahr keinen Cent Dividende mehr. Die Deutsche Lufthansa AG wird nach Informationen von Pressesprecherin Christine Ritz auf der am 19. Juni in Köln stattfindenden Hauptversammlung den Beschluss fassen, ebenfalls keine Dividende auszahlen: „Die weltweite Konjunkturschwäche und die Folgen des 11. Septembers führten insgesamt zu einem deutlich negativen Betriebsergebnis von minus 591 Millionen Euro. Zudem wollen wir unsere Verschuldung weiter abbauen.“

Schnell wird wieder der Ruf nach der guten alten Dividendenkontinuität laut. Aber ist dies noch Zeitgemäß? Es spricht zumindest bei den Hochtechnologie-Aktien im Dax einiges dafür, dass die Unternehmen aus der Erfahrung des vergangenen Geschäftsjahres lernen und künftig von großzügigen Dividendenzahlung abkommen.

Microsoft in den USA könnte dann das leuchtende Beispiel für deutsche Unternehmen werden. Dort tobt derzeit ein Kampf der Kleinaktionäre gegen den mächtigen Boss Steve Ballmer. Microsoft hat noch nie Dividende gezahlt, und auch jetzt verteidigt der gewichtige Computerchef weiter seine Nicht-Dividendenpolitik. Und zumindest das vergangene Jahr gibt Ballmer einige starke Argumente an die Hand. "Wir investieren unsere Gewinne ins Wachstum", sagt Ballmer, und sitzt wohl vor allem deshalb auf einem gigantischen Geldberg von zur Zeit 36 Milliarden Dollar. Das macht das Unternehmen vergleichsweise unverwundbar gegen feindliche Attacken, lässt Phantasie aufkommen für weiteres Marktwachstum und, siehe da - bescherte zumindest im vergangenen Jahr Kursanstiege und damit strahlende Aktionäre.

So weit wie bei Microsoft geht man bei der deutschen Telekom noch nicht. Aber dennoch: die einstige Volksaktie steht mächtig unter Druck. Stand die T-Aktie Anfang des Jahres noch bei über 20 Euro, konnten die Kleinaktionäre zuletzt nur noch fallende Kurse verbuchen. Derzeit ist das Papier 16,56 Euro wert. Zudem belasten Schulden und hohe Investitionskosten (UMTS) das Betriebsergebnis nachträglich. Telekom Chef Ron Sommer sah sich daraufhin gezwungen zu handeln. Kurzerhand wurde die 2001 gezahlte Dividende von 0,60 Euro auf 0,37 Euro gesenkt. Von Dividendenkontinuität keine Spur. „Wir mussten bei unsere Entscheidung die aktuelle Marktlage beachten. Zudem müssen wir die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens wahren“, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Für Professor Klaus-Peter Franz vom Lehrstuhl für Unternehmensprüfung und Controlling der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist die heikle Dividendendiskussion nichts neues. „Die Dividendenentscheidung trifft stets ins Herz der Unternehmung. Entscheidende Faktoren der Dividendenpolitik sind die Aktionärsstruktur der Aktiengesellschaft, sowie die Höhe der Rückstellungen.“ Im Fall der Volksaktie Telekom sieht Franz große Interessensdifferenzen. „Einerseits gibt es den Kleinanleger, der auf Kurssteigerung und Dividendenausschüttung hofft, andererseits ist da das Unternehmen, welches die eigene Wettbewerbsfähigkeit nicht aufs Spiel setzten will. Das sorgt häufig für Probleme.“

Quelle: wiwo.de / Tobias Laxa

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Brummer:

Dividenden-Kalender 2002

 
21.03.02 17:03
www2.wiwo.de/wiwowwwangebot/fn/ww/SH/0/sfn/...pot/0/index.html
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HB_Männchen:

bei 677550 gibts über 8,5 % am 13.5.

 
21.03.02 18:25
ist zwar markteng, aber hält sich seit Jahren relativ stabil.

HB
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