Wenn zwei Sparkassen ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, ist das eine hochpolitische Angelegenheit. Schon wegen der Politiker in den Verwaltungsräten. So vernünftig es betriebswirtschaftlich ist, die Kräfte zu bündeln, so schwierig ist es, dieses hehre Ziel in die Realität umzusetzen. Denn schließlich geht es um Besitzstände. Im Sommer 2000 haben Frankfurter Sparkasse (Sitz: Frankfurt) und Nassauische Sparkasse (Naspa, Sitz: Wiesbaden) die Gründung einer gemeinsamen Bankservicegesellschaft beschlossen, um zunächst ihren beleghaften Inlandszahlungsverkehr und später vielleicht weitere Transaktionen mit vereinten Kräften und kostensparend abzuwickeln. Aber wohin mit dem Ding? Frankfurt: Würde aus Sicht der Naspa-Gewährträger nach dem Beginn einer unfreundlichen Übernahme durch die Macht am Main aussehen - kommt also nicht in die Tüte. Wiesbaden: Bitte kein Neid, aber die Finanzhauptstadt ist nun einmal Bankfurt. Doppelsitz: Würde den Synergievorteil ad absurdum führen. Also neutrales Gelände. Ein Jahr hat man gesucht, jetzt ist der Standort gefunden: Die Bankfabrik kommt nach Kriftel. Das liegt zwischen beiden Städten, vor allem aber liegt es - und das musste sein - gerade noch außerhalb der Frankfurter Gemarkungsgrenze.