Fed sorgt bei Anlegern für Verwirrung


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mothy:

Fed sorgt bei Anlegern für Verwirrung

 
20.03.02 07:27
Aus der FTD vom 20.3.2002  
Fed sorgt bei Anlegern für Verwirrung
Von Norbert Häring, Frankfurt

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Federal Reserve sorgte am Dienstag mit einer unerwarteten Formulierung des Statements im Anschluss an seine Sitzung für Verwirrung an den Finanzmärkten.

Wie weithin erwartet, ließ die Fed den Leitzins bei 1,75 Prozent unverändert und stufte eine Rezession nicht mehr als Hauptgefahr für die US-Wirtschaft ein, wie auf den Sitzungen zuvor. Durch die Formulierung ihrer üblichen Risikoeinschätzung erweckte sie jedoch bei Finanzmarktteilnehmern den Eindruck, dass die Erwartung einer Zinssenkung bereits auf der nächsten Sitzung am 7. Mai doch verfrüht sein könnte.

"Obwohl die Ausrichtung der Geldpolitik gegenwärtig akkommodierend ist, glaubt der Ausschuss, dass auf absehbare Zukunft, vor dem Hintergrund seines langfristigen Ziels der Preisstabilität und des nachhaltigen Wirtschaftswachstums und an Hand der gegenwärtig verfügbaren Informationen, die Risiken in Bezug auf beide Ziele ausgewogen sind", lautet die Risikoeinschätzung, die der Ausschuss nach jeder Sitzung vornimmt.


Damit machten die Ausschussmitglieder explizit klar, dass das Rezessionsrisiko nur deshalb nicht mehr höher bewertet wird als das Inflationsrisiko, weil das historisch sehr niedrige - Leitzinsniveau die Konjunktur stützt.


Inwieweit damit eine Neigung signalisiert werden soll, die Zinsen noch eine Weile konstant zu lassen, oder nur gerechtfertigt wird, dass die Leitzinsen nicht gleich auf ein weniger expansiv wirkendes Niveau angehoben wurden, geht aus dem kurzen Statement nicht hervor.

Rentenmärkte reagierten mit Renditerückgängen

Die Rentenmärkte reagierten zunächst mit deutlichen Renditerückgängen von bis zu sechs Hundertstel Prozentpunkten bei zehnjährigen Staatsanleihen und die großen Aktienindizes büßten gegenüber dem Stand vor der Entscheidung rund ein halbes Prozent ein, bevor es zu einer Gegenbewegung kam. Die Devisenmärkte blieben ruhig.

Für die Aktienmärkte bedeutet die Aussicht auf niedrige Zinsen einerseits günstigere Bewertungen. Andererseits würde eine entsprechende Einstellung der Notenbank jedoch auch als Hinweis dafür eingeschätzt, dass sie dem Aufschwung noch nicht traut.


"Die Information, die seit der letzten Ausschusssitzung verfügbar wurde, zeigt an, dass die Wirtschaft, unterstützt durch einen ausgeprägten Umschwung bei den Lagerinvestitionen, mit einem beträchtlichen Tempo expandiert", heißt es in dem Fed-Statement. Wie nach der letzten Sitzung im Januar folgt jedoch die Einräumung, dass noch unklar ist, wie stark sich die für eine nachhaltige Erholung wichtige Nachfrage der Endverbraucher zunehmen wird.

Um die Transparenz seiner Entscheidungen zu erhöhen beschloss der Offenmarktausschuss, künftig gleich nach der Sitzung bekannt zu geben, wie die einzelnen Mitglieder in der Leitzinsentscheidung abgestimmt haben. Die Gründe der Vertreter der Minderheit sollen jeweils dargelegt werden. Die gestrige Entscheidung, die Leitzinsen konstant zu halten, erfolgte einstimmig.


© 2002 Financial Times Deutschland  
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mothy:

Zinserhöhungen ab Mitte 2002 ???

 
20.03.02 07:36
20.03.2002 04:12  sdz

Fed bereitet Märkte auf Zinserhöhungen ab Mitte 2002 vor  

Washington (Reuters) - Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat am Dienstag wie erwartet die Leitzinsen auf dem niedrigsten Niveau seit 40 Jahren belassen, zugleich aber die Finanzmärkte auf Zinserhöhungen ab Mitte des Jahres vorbereitet.

Die US-Währungshüter warnten in ihrer Erklärung erstmals seit 15 Monaten nicht mehr vor einer weiteren konjunkturellen Abkühlung und sprachen stattdessen von einem bedeutenden Wachstumstempo der weltgrößten Volkswirtschaft. Analysten werteten dies als Signal für ein Ende des Zinssenkungszyklusses und höhere Leitzinsen im Jahresverlauf. Einige Experten halten bereits ab Mai eine Anhebung des entscheidenden Zielsatzes für Tagesgeld von derzeit 1,75 Prozent für möglich. Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die weithin erwartete Entscheidung.

In ihrer Erklärung stellte die Fed fest, dass die Inflationsrisiken und die Gefahren einer weiteren Konjunkturabschwächung inzwischen ausgewogen seien. Sie betonte zudem, dass die Wirtschaft unterstützt vom Lageraufbau mit einem "bedeutenden Tempo" wachse. Sie warnte aber: "Der Grad der Nachfrageerholung als wichtige Voraussetzung für einen nachhaltigen Konjunkturaufschwung wird in den nächsten Monaten weiter ungewiss bleiben."

ANALYSTEN SEHEN ZINSSCHRITT AB DER JAHRESMITTE

Analysten sehen in der Erklärung der Fed den Übergang von einer bislang expansiven zu einer neutralen geldpolitischen Haltung. "Bei einer günstigen Konjunkturentwicklung könnte die Fed nun bereits im Juni eine restriktive Haltung einnehmen und im August oder September die Zinsen anheben", sagte Alan Ruskin vom Forschungsinstitut 4Cast. Ian Morris von HSBC Securities rechnet sogar schon früher mit mit einem Zinsschritt nach oben. "Die Erklärung lässt die Tür offen für ein Drehen an der Zinsschraube im Mai oder Juni."

Einer Reuters-Umfrage zufolge erwarten 14 von 24 Primärhändlern von US-Anleihen eine Erhöhung der Leitzinsen durch die Fed bei deren übernächstem Treffen am 26. Juni.

Analysten zufolge benötigt die Notenbank allerdings weitere Hinweise für eine konjunkturelle Erholung, um sich zu Zinsschritten zu entschließen. "Bevor das Wachstum nicht auch ohne die Entwicklung der Lagerbestände stark ist, werden sie (die Fed) kaum den Alarmknopf drücken", sagte Anthony Chan, Chefökonom von Banc One Investment Advisers. "Die werden sich sehr genau die Konsumnachfrage ansehen."

Insgesamt zeigten sich Experten nicht überrascht von dem Zinsbeschluss und den Äußerungen der Währungshüter, da Fed-Chef Alan Greenspan bereits am 7. März vor dem Bankenausschuss des Senats eine Änderung der geldpolitischen Haltung der Notenbank angedeutet habe. Damals hatte Greenspan gesagt: "Die jüngsten Daten lassen zunehmend darauf schließen, dass die wirtschaftliche Expansion bereits auf gutem Weg ist."

KAUM REAKTION AN DEN FINANZMÄRKTEN

Die Finanzmärkte zeigten keine nennenswerte Reaktion auf den Beschluss der Fed. Der Euro pendelte sich nach vorübergehenden leichten Einbußen wieder bei Kursen nahe 0,8830 Dollar ein. Die US-Aktienbörsen bewegten sich kaum, und die US-Staatsanleihen fielen nach kurzfristigen leichten Kursgewinnen auf das Niveau vor Bekanntgabe der Zinsentscheidung zurück.

Die Fed ließ auch den eher symbolischen Diskontsatz unverändert bei 1,25 Prozent. Zur Unterstützung der seit März 2001 in einer Rezession steckenden US-Wirtschaft hatte die Fed im vergangenen Jahr die Leitzinsen in elf Schritten um insgesamt 475 Basispunkte heruntergeschraubt.

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SchwarzerLor.:

Eher psychologisch.

 
20.03.02 07:44
Ich rechne erst zum Jahresende mit Zinserhöhungen, denn den Fehler, ein 2. Mal die Konjunktur durch Erhöhungen abzuwürgen, wird die FED nicht noch mal machen.
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