Die Antwort auf die Frage, was ein Junggeselle ist, fällt sehr unterschiedlich aus, je nachdem, wen man fragt. "Ein Junggeselle ist ein Mann, der sich immer zuerst nach dem Notausgang erkundigt", lautet eine Definition, die spöttisch und bewundernd zumeist von Ehemännern vorgebracht wird. "Ein Junggeselle ist ein Mann, der einen besonderen Sinn fürs Happy-End hat." Auch da spricht die Trauer über eigene Schicksal, denke ich mir.
Ganz richtige Junggesellen gibt es heute kaum noch, denn die unverheirateten Kerle in den besten Jahren sind geschieden und damit ehegeschädigt, an Frauen nicht interessiert oder mit einer Lebensgefährtin (klingt nach Lebensgefährdung) verbunden. Aber früher gab es sie, die ledigen Herzensbrecher in guter Position, von Frauen umschwärmt, von Männern sowohl gefürchtet wie beneidet und selbst ständig bereit, ihren Zustand zu rechtfertigen. Aber gehen wir der Reihe nach.
Da waren die Ehefrauen. Sie bewunderten den Junggesellen als einen Helden, der noch nie endgültig bezwungen worden war. Wurde er nicht auch ihnen himmlisch gefährlich? Daher sagten die Ehefrauen: "Ein Junggeselle ist ein Mann, der seine Ringe unter den Augen trägt." Ein nachtaktives Sinnentier also. Prickelnd, prickelnd.
Die nicht verheirateten Damen, damals Fräulein genannt, sahen das anders, denn sie hatten schließlich ihre Erfahrungen machen müssen. Für sie war ein Junggeselle ein Mann, der für die Liebe mit Fersengeld zu zahlen pflegt. Oder gar einer, "der kneift, wo er gekniffen hat". So etwas tut man nicht. Am Ende stand der Verdacht, er sei einer, "der sich keiner Frau gönnt". Ein Narziß.
Wieder anders sahen das die Ehemänner. Sie betrachteten den Junggesellen durchaus mit Wehmut. Mein Vater meinte, Ehemänner begrüßten einen Junggesellen, der sich verheiraten will, mit der gleichen Genugtuung in ihrem Kreis, mit der Zirkuslöwen einen Ankömmling aus der freien Wildbahn empfangen. Und während sie ihm zuprosteten, flüsterten sie anerkennend: "Bei so einem Kerl wie ihm endete bislang noch Verlobung glücklich." Denn eins schien klarzusein, so ein Junggeselle verstand sich auf die Kunst, einer Frau in die Arme zu sinken, ohne ihr in die Hände zu fallen.
Bleibt noch nachzutragen, was die Junggesellen über sich selbst zu sagen pflegten. Der Standardspruch lautete: "Warum gleich ein Bergwerk kaufen, wenn man einen Eimer Kohlen braucht?" Oder so eine Bursche sagte, maliziös lächelnd: "Ich gehöre zu denen, die lieber suchen als finden." auch "Warum heiraten, wenn leasen so einfach ist". Man hörte es mit Befriedigung, so ein Junggeselle war wenigstens von dem Zwang geplagt, seine Ehefeindlichkeit zu entschuldigen. Noch ein bißchen aggressiver klingt es, wenn sich zwei Junggesellen untereinander verständigen: "Wir gehören zu denen, die lieber Socken als Mäuler stopfen und die sich lieber besteuern als steuern lassen." Meinetwegen.
Obwohl diese erfahrenen, gefährlichen Herzensbrecher auszusterben drohen, läßt der Gedanke an sie uns Ehemännern doch keine Ruhe. "Vielen Frauen untreu, statt einer Frau treu" - na, wie wäre das, mein alter Junge! Das, alter Schwerenöter , sitzt natürlich. Nein, nein, ich verscheuche den Gedanken sofort. Bloß keine Mißgunst aufkommen lassen! Ich sage mir trotzig: "Ein Junggeselle ist ein Mann, der sich nur noch nicht getraut hat, sich trauen zu lassen."
Ganz richtige Junggesellen gibt es heute kaum noch, denn die unverheirateten Kerle in den besten Jahren sind geschieden und damit ehegeschädigt, an Frauen nicht interessiert oder mit einer Lebensgefährtin (klingt nach Lebensgefährdung) verbunden. Aber früher gab es sie, die ledigen Herzensbrecher in guter Position, von Frauen umschwärmt, von Männern sowohl gefürchtet wie beneidet und selbst ständig bereit, ihren Zustand zu rechtfertigen. Aber gehen wir der Reihe nach.
Da waren die Ehefrauen. Sie bewunderten den Junggesellen als einen Helden, der noch nie endgültig bezwungen worden war. Wurde er nicht auch ihnen himmlisch gefährlich? Daher sagten die Ehefrauen: "Ein Junggeselle ist ein Mann, der seine Ringe unter den Augen trägt." Ein nachtaktives Sinnentier also. Prickelnd, prickelnd.
Die nicht verheirateten Damen, damals Fräulein genannt, sahen das anders, denn sie hatten schließlich ihre Erfahrungen machen müssen. Für sie war ein Junggeselle ein Mann, der für die Liebe mit Fersengeld zu zahlen pflegt. Oder gar einer, "der kneift, wo er gekniffen hat". So etwas tut man nicht. Am Ende stand der Verdacht, er sei einer, "der sich keiner Frau gönnt". Ein Narziß.
Wieder anders sahen das die Ehemänner. Sie betrachteten den Junggesellen durchaus mit Wehmut. Mein Vater meinte, Ehemänner begrüßten einen Junggesellen, der sich verheiraten will, mit der gleichen Genugtuung in ihrem Kreis, mit der Zirkuslöwen einen Ankömmling aus der freien Wildbahn empfangen. Und während sie ihm zuprosteten, flüsterten sie anerkennend: "Bei so einem Kerl wie ihm endete bislang noch Verlobung glücklich." Denn eins schien klarzusein, so ein Junggeselle verstand sich auf die Kunst, einer Frau in die Arme zu sinken, ohne ihr in die Hände zu fallen.
Bleibt noch nachzutragen, was die Junggesellen über sich selbst zu sagen pflegten. Der Standardspruch lautete: "Warum gleich ein Bergwerk kaufen, wenn man einen Eimer Kohlen braucht?" Oder so eine Bursche sagte, maliziös lächelnd: "Ich gehöre zu denen, die lieber suchen als finden." auch "Warum heiraten, wenn leasen so einfach ist". Man hörte es mit Befriedigung, so ein Junggeselle war wenigstens von dem Zwang geplagt, seine Ehefeindlichkeit zu entschuldigen. Noch ein bißchen aggressiver klingt es, wenn sich zwei Junggesellen untereinander verständigen: "Wir gehören zu denen, die lieber Socken als Mäuler stopfen und die sich lieber besteuern als steuern lassen." Meinetwegen.
Obwohl diese erfahrenen, gefährlichen Herzensbrecher auszusterben drohen, läßt der Gedanke an sie uns Ehemännern doch keine Ruhe. "Vielen Frauen untreu, statt einer Frau treu" - na, wie wäre das, mein alter Junge! Das, alter Schwerenöter , sitzt natürlich. Nein, nein, ich verscheuche den Gedanken sofort. Bloß keine Mißgunst aufkommen lassen! Ich sage mir trotzig: "Ein Junggeselle ist ein Mann, der sich nur noch nicht getraut hat, sich trauen zu lassen."