NEW YORK (dpa-AFX) - Belastet von der Unsicherheit über die weitere Leitzinsentwicklung haben die US-Börsen am Donnerstag schwach geschlossen. Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt werteten Börsianer als neuerlichen Beleg für ein Abkühlen der US-Konjunktur, während die Verbraucherpreise steigende Inflationstendenzen zeigten. Der Dow Jones ging 1,26 Prozent unter dem Vortag mit 10.070,37 Punkten aus dem Handel. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 1,14 Prozent auf 1.143,22 Zähler. Der Auswahlindex NASDAQ 100 büßte 1,02 Prozent auf 1.409,29 Zähler ein, während der Composite-Index auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Oktober 1,36 Prozent schwächer auf 1.904,18 Zählern schloss. Das US-Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 3,1 Prozent gewachsen. Volkwirte hatten mit einem Plus von 3,7 Prozent gerechnet. Zudem stieg die von der US-Notenbank viel beachtete Kernrate des Verbraucherpreisindex' PCE annualisiert um 2,2 Prozent. Dies entspricht einer Jahreskerninflationsrate von 1,6 Prozent. 'Dieser Bericht ist ein Problem für die Notenbank', sagte Chefstratege Paul Mendelsohn von Windham Financial. 'Die Inflation scheint zuzunehmen, während das Wirtschaftswachstum abnimmt. Setzt sich der Trend fort, wird die Notenbank trotz eines schwächeren Wirtschaftsumfelds zur Leitzinsanhebung gezwungen sein.
Der weltgrößte Software-Konzern Microsoft Corp. gab am Donnerstag nach Börsenschluss die Ergebnisse für sein drittes Fiskalquartal bekannt und konnte den Angaben zufolge den Gewinn auf Jahresicht fast verdoppeln.
Der Nettogewinn belief sich demnach auf 2,56 Mrd. Dollar bzw. 23 Cents pro Aktie nach einem Überschuss von 1,32 Mrd. Dollar bzw. 12 Cents pro Aktie im Vorjahr. Analysten gingen zuvor jedoch von einem Gewinn von 32 Cents pro Aktie aus.
Der Umsatz erreichte im Berichtszeitraum 9,62 Mrd. Dollar, im Vergleich zu 9,175 Mrd. Dollar im Vorjahr. Analysten hatten den Umsatz im Vorfeld auf 9,83 Mrd. Dollar geschätzt.
Für das laufende Quartal rechnet Microsoft mit einem Umsatz von 10,1 bis 10,2 Mrd. Dollar und einem EPS-Ergebnis von 27 bis 28 Cents, während Analysten für das laufende Quartal ein EPS-Ergebnis von 31 Cents und einen Konzernumsatz von 10,07 Mrd. Dollar prognostizieren.
Die Aktie von Microsoft schloss heute an der NASDAQ bei 24,45 Dollar und gewinnt nachbörslich aktuell 1,15 Prozent auf 24,73 Dollar.
Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble teilte heute mit, dass er seinen Gewinn aufgrund eines soliden Umsatzwachstums steigern konnte. Der Nettogewinn lag bei 1,72 Mrd. Dollar bzw. 63 Cents pro Aktie nach 1,53 Mrd. Dollar bzw. 55 Cents pro Aktie im Vorjahr. Analysten hatten einen Gewinn von 61 Cents pro Aktie erwartet. Der Konzern, der im Januar die Übernahme der Gillette Co. für 55 Mrd. Dollar angekündigt hat, wies einen Umsatz von 14,29 Mrd. Dollar nach 13,03 Mrd. Dollar im Vorjahr aus. Analysten waren von einem Erlös von 13,91 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal stellen Analysten einen Gewinn von 55 Cents pro Aktie bei Umsätzen von 13,72 Mrd. Dollar in Aussicht. Procter & Gamble schätzt das EPS hier bei einem hohen einstelligen Umsatzwachstum nach wie vor auf 54-55 Cents. Für das Gesamtjahr erhöhte der Konzern seine EPS-Prognose von 2,61-2,64 Dollar auf 2,64-2,65 Dollar, während die durchschnittliche Markterwartung bei 2,64 Dollar liegt.
Der Ölkonzern Exxon Mobil konnte im ersten Quartal aufgrund der angestiegenen Ölpreisnotierungen beim Gewinn deutlich zulegen. Wie der weltgrößte Ölkonzern am Donnerstag bekannt gab, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 7,86 Mrd. Dollar bzw. 1,22 Dollar je Aktie, nach 5,44 Mrd. Dollar bzw. 0,83 Dollar je Aktie im Vorjahresquartal. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten aus dem Verkauf von Unternehmensteilen lag der Nettogewinn bei 7,4 Mrd. Dollar bzw. 1,15 Dollar je Aktie, was unter der Analystenprognose von 1,20 Dollar je Aktie lag. Der Konzernumsatz erhöhte sich im Vorjahresvergleich von 67,60 Mrd. Dollar auf 82,05 Mrd. Dollar. Für das laufende Quartal erwarten Analysten einen Gewinn von 1,11 Dollar je Aktie.
Die Comcast Corp., der größte Kabelfernsehbetreiber in den USA, meldete am Donnerstag, dass sie ihren Gewinn um 380 Prozent steigern konnte, was das Ergebnis einer erhöhten Zahl an DSL-Kunden und einer starken Nachfrage nach neuen, digitalen Videodiensten ist. Der Nettogewinn kletterte demnach von 65 Mio. Dollar bzw. 3 Cents pro Aktie im Vorjahr auf nun 313 Mio. Dollar bzw. 14 Cents pro Aktie. Der Umsatz nahm um 9,2 Prozent auf 5,36 Mrd. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem EPS von 10 Cents und Erlösen von 5,37 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal rechnen sie mit einem Gewinn von 15 Cents pro Aktie bei einem Erlös von 5,54 Mrd. Dollar. Das EBITDA erhöhte sich im Berichtszeitraum um 17 Prozent auf 2,03 Mrd. Dollar und der Free Cash-Flow um 82 Prozent auf 722 Mio. Dollar. Für das Gesamtjahr prognostiziert der Konzern, der ein Aktienrückkauf-Programm von 2 Mrd. Dollar beschlossen hat, nach wie vor ein Umsatzwachstum von rund 10 Prozent. Die Investitionen sollen dabei um 200-300 Mio. Dollar auf 3,2-3,3 Mrd. Dollar steigen. Analysten stellen dem Medienkonglomerat für 2005 einen Gewinn von 56 Cents pro Aktie sowie Erlöse von 22,18 Mrd. Dollar in Aussicht.
Der Biotechnologiekonzern Biogen Idec konnte im ersten Quartal wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Wie der Konzern am Mittwoch nach Börsenschluss bekannt gab, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 43,5 Mio. Dollar bzw. 12 Cents je Aktie, nach einem Verlust von 41,2 Mio. Dollar bzw. 12 Cents je Aktie im Vorjahresquartal. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten lag der Gewinn im Berichtsquartal bei 30 Cents je Aktie. Analysten waren im Vorfeld von einem EPS von 37 Cents ausgegangen. Der Konzernumsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahresquartal von 541,74 Mio. Dollar auf 587,80 Mio. Dollar, was unterhalb der Analystenschätzung von 586 Mio. Dollar lag. Für das laufende Quartal gehen Analysten von einem EPS von 39 Cents sowie einem Erlös von 596 Mio. Dollar aus.
Die Bristol-Myers Squibb Co. gab am Donnerstag die Zahlen für das erste Quartal 2005 bekannt. Demnach musste der US-Pharmakonzern aufgrund von Meilenstein-Zahlungen einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Das Nettoergebnis ging demnach von 961 Mio. Dollar bzw. 49 Cents je Aktie auf 626 Mio. Dollar bzw. 32 Cents je Aktie zurück. Die Analysten hatten zuvor das EPS bei 34 Cents gesehen. Den Rückgang begründete das Unternehmen mit Meilenstein-Zahlungen, dem Verkauf von Assets und erhöhten Prozesskostenrückstellungen. Die Umsatzerlöse gingen im ersten Quartal um 2 Prozent auf 4,5 Mrd. Dollar zurück. Die Analysten hatten die Umsätze bei 4,66 Mrd. Dollar gesehen. Diesen Rückgang begründete Bristol-Myers Squibb mit dem Verlust der Monopolstellung bei Diabetesmedikamenten aus der Glucophage-Familie. Für das zweite Quartal erwarten die Analysten derzeit ein EPS von 36 Cents bei Umsatzerlösen von 4,83 Mrd. Dollar.
Der Nahrungsmittelkonzern Kellogg konnte den Gewinn im ersten Quartal aufgrund zahlreicher Preiserhöhungen und eines schwachen US-Dollar steigern. Zudem wurde der Jahresausblick nach oben angepasst. Wie der Konzern am Donnerstag bekannt gab, lag der Nettogewinn bei 254,7 Mio. Dollar bzw. 61 Cents pro Aktie nach 219,8 Mio. Dollar bzw. 53 Cents pro Aktie im Vorjahr. Analysten hatten ein EPS von 59 Cents erwartet. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 8 Prozent auf 2,57 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von Erlösen in Höhe von 2,52 Mrd. Dollar ausgegangen. Der Konzern rechnet nun damit, im Gesamtjahr ein EPS am oberen Ende der zuletzt veröffentlichten Spanne von 2,28-2,32 Dollar zu erzielen. Die Markterwartung liegt hier bei einem Wert von 2,37 Dollar.
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