05.07.2001 09:47
EZB-Rat tagt - Analysten erwarten keine Leitzinssenkung
' Frankfurt, 05. Jul (Reuters) - Der Rat der Europäischen Zentralbank
(EZB) hat in Frankfurt seine geldpolitischen Beratungen
aufgenommen und wird den meisten Analysten zufolge die
Leitzinsen nicht senken. Darauf deuteten Aussagen von EZB-Chef
Wim Duisenberg hin, der bereits am Dienstag das aktuelle
Zinsniveau als angemessen bezeichnet hatte, sagten die Experten.
An der Sitzung nimmt auch der belgische Finanzminister Didier
Reynders in seiner Funktion als Vorsitzender der Eurogruppe teil. Ein
Stimmrecht im Rat hat er nicht. Die Europäische Zentralbank (EZB)
wird ihren Beschluss am Donnerstag gegen 13.45 Uhr MESZ
bekannt geben und wie nach jeder ersten Sitzung im Monat ab 14.30
Uhr vor der Presse erläutern. Kurz vor Sitzungsbeginn fiel der Euro
auf ein Sieben-Monatstief von unter 0,84 Dollar. Gegen 09.45 Uhr
kostete ein Euro 0,8407/10 Dollar. Wie eine Reuters-Umfrage nach
den Duisenbergs Äußerungen am Dienstag ergab, erwarten 17 von
28 befragten Volkswirten in dieser Woche unveränderte Leitzinsen.
Neun prognostizieren weiter eine Zinssenkung, und zwei sind
unentschieden. Die Währungshüter hatten die Leitzinsen am 10. Mai
erstmals seit mehr als zwei Jahren reduziert, um 25 Basispunkte auf
4,50 Prozent im Schlüsselzins. Duisenberg hatte das derzeitige
Zinsniveau als angemessen bezeichnet, um stabile Preise zu
gewährleisten. "Seit der vergangenen Ratssitzung gab es keine
Informationen, die eine Änderung dieser Haltung rechtfertigen
würden", hatte Duisenberg ergänzt. Analysten halten eine
Zinssenkung nach diesen Äußerungen für sehr unwahrscheinlich,
betonen aber weiterhin die Notwendigkeit niedrigerer Leitzinsen
wegen der schwachen Konjunktur. Wirtschaftsforscher haben ihre
Wachstumsprognosen für die Euro-Zone nach unten revidiert. Der
Internationale Währungsfonds (IWF) soll trotz seiner bisherigen
Prognose von 2,4 Prozent internen Papieren zufolge nur noch zwei
Prozent Wachstum in der Euro-Zone erwarten. EZB-Vizepräsident
Christian Noyer äußerte sich am Dienstag allerdings zuversichtlich.
Die Euro-Zone habe sich bei der weltweiten Abschwächung der
Konjunktur gut behauptet. "Bis jetzt haben wir gut widerstanden",
hatte Noyer in Luxemburg gesagt. Reynders betonte vor Beginn der
Ratssitzung in Frankfurt, er stimme mit der EZB überein, das
Haushaltsdisziplin und Reformen für das Wirtschaftswachstum in
der Euro-Zone entscheidend seien. Er sagte außerdem, er vertraue
der Fähigkeit der Wirtschaft in der Euro-Zone, aus eigener Kraft zu
wachsen. "Mit einer guten Haushaltskonsolidierung und
Strukturreformen ist es uns vielleicht möglich, dieses Vertrauen
aufrecht zu erhalten", sagte Reynders. Die Wachstumsschwäche in
einigen EU-Ländern führte Reynders auf die lahmende Konjunktur in
den USA und Japan sowie auf die hohen Ölpreise zurück. Zur
Diskussion über einen möglichen Nachfolger von EZB-Chef Wim
Duisenberg wollte sich Reynders nicht äußern. bin/mwo '
Quelle: REUTERS
EZB-Rat tagt - Analysten erwarten keine Leitzinssenkung
' Frankfurt, 05. Jul (Reuters) - Der Rat der Europäischen Zentralbank
(EZB) hat in Frankfurt seine geldpolitischen Beratungen
aufgenommen und wird den meisten Analysten zufolge die
Leitzinsen nicht senken. Darauf deuteten Aussagen von EZB-Chef
Wim Duisenberg hin, der bereits am Dienstag das aktuelle
Zinsniveau als angemessen bezeichnet hatte, sagten die Experten.
An der Sitzung nimmt auch der belgische Finanzminister Didier
Reynders in seiner Funktion als Vorsitzender der Eurogruppe teil. Ein
Stimmrecht im Rat hat er nicht. Die Europäische Zentralbank (EZB)
wird ihren Beschluss am Donnerstag gegen 13.45 Uhr MESZ
bekannt geben und wie nach jeder ersten Sitzung im Monat ab 14.30
Uhr vor der Presse erläutern. Kurz vor Sitzungsbeginn fiel der Euro
auf ein Sieben-Monatstief von unter 0,84 Dollar. Gegen 09.45 Uhr
kostete ein Euro 0,8407/10 Dollar. Wie eine Reuters-Umfrage nach
den Duisenbergs Äußerungen am Dienstag ergab, erwarten 17 von
28 befragten Volkswirten in dieser Woche unveränderte Leitzinsen.
Neun prognostizieren weiter eine Zinssenkung, und zwei sind
unentschieden. Die Währungshüter hatten die Leitzinsen am 10. Mai
erstmals seit mehr als zwei Jahren reduziert, um 25 Basispunkte auf
4,50 Prozent im Schlüsselzins. Duisenberg hatte das derzeitige
Zinsniveau als angemessen bezeichnet, um stabile Preise zu
gewährleisten. "Seit der vergangenen Ratssitzung gab es keine
Informationen, die eine Änderung dieser Haltung rechtfertigen
würden", hatte Duisenberg ergänzt. Analysten halten eine
Zinssenkung nach diesen Äußerungen für sehr unwahrscheinlich,
betonen aber weiterhin die Notwendigkeit niedrigerer Leitzinsen
wegen der schwachen Konjunktur. Wirtschaftsforscher haben ihre
Wachstumsprognosen für die Euro-Zone nach unten revidiert. Der
Internationale Währungsfonds (IWF) soll trotz seiner bisherigen
Prognose von 2,4 Prozent internen Papieren zufolge nur noch zwei
Prozent Wachstum in der Euro-Zone erwarten. EZB-Vizepräsident
Christian Noyer äußerte sich am Dienstag allerdings zuversichtlich.
Die Euro-Zone habe sich bei der weltweiten Abschwächung der
Konjunktur gut behauptet. "Bis jetzt haben wir gut widerstanden",
hatte Noyer in Luxemburg gesagt. Reynders betonte vor Beginn der
Ratssitzung in Frankfurt, er stimme mit der EZB überein, das
Haushaltsdisziplin und Reformen für das Wirtschaftswachstum in
der Euro-Zone entscheidend seien. Er sagte außerdem, er vertraue
der Fähigkeit der Wirtschaft in der Euro-Zone, aus eigener Kraft zu
wachsen. "Mit einer guten Haushaltskonsolidierung und
Strukturreformen ist es uns vielleicht möglich, dieses Vertrauen
aufrecht zu erhalten", sagte Reynders. Die Wachstumsschwäche in
einigen EU-Ländern führte Reynders auf die lahmende Konjunktur in
den USA und Japan sowie auf die hohen Ölpreise zurück. Zur
Diskussion über einen möglichen Nachfolger von EZB-Chef Wim
Duisenberg wollte sich Reynders nicht äußern. bin/mwo '
Quelle: REUTERS