Exporte trotzen der US-Schwäche


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EinsamerSam.:

Exporte trotzen der US-Schwäche

 
15.01.07 15:32
BDI: Außenhandel boomt weiter

Exporte trotzen der US-Schwäche

Exporte trotzen der US-Schwäche 3026854bc1.handelsblatt.com/news/ShowImage.aspx?img=1386482&l=1" style="max-width:560px" align="left">Die deutschen Industrieunternehmen rechnen auch in diesem Jahr mit einem kräftigen Wachstum der Exportwirtschaft. Trotz der sich abzeichnenden Abkühlung der US-Konjunktur erwartet der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) einen Zuwachs von mindestens sieben Prozent im Auslandsgeschäft.
 
Deutsche Exporte in jeweiligen Preisen seit 1991

BERLIN/DÜSSELDORF. BDI-Präsident Jürgen Thumann wird den aktuellen Außenhandelsreport, der dem Handelsblatt bereits vorliegt, am kommenden Mittwoch vorstellen. Auch wenn die Exporte im vergangenen Jahr dank des kräftigen Wachstums der Weltkonjunktur noch um mehr als zwölf Prozent zulegten, bleibt das Auslandsgeschäft laut Bericht auch 2007 eine wesentliche Stütze der deutschen Konjunktur.

Dass die deutschen Exporte trotz schwacher Impulse von außen weiter boomen, liegt in erster Linie an der gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Deutliche Kostensenkungen und moderate Lohnabschlüsse machen die Konzerne zunehmend krisenfest. Dazu kommt: Die Produkte der wichtigsten deutschen Exportbranchen Maschinenbau, Automobilindustrie und Chemie sind in aufstrebenden Ländern wie China oder Indien gefragt.

Auch der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) rechnet mit einem soliden Anstieg der Warenexporte von sechs Prozent in diesem Jahr. BGA-Chef Anton Börner: „Der Außenhandel bleibt auch 2007 der Motor der binnenwirtschaftlichen Entwicklung.“ Die seit Dezember 2006 abgegebenen Prognosen der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute gehen von einem realen Exportanstieg zwischen sieben und gut acht Prozent aus.

Wegen des kräftigen Exportgeschäfts, hoher Investitionen und eines stärkeren Konsums erreichte die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,5 Prozent. Auch für dieses Jahr rechnen die Konjunkturexperten der Regierung damit, dass die anhaltende Belebung im Außenhandel das Wachstum deutlich stützt. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat bereits angekündigt, dass die Regierung ihre Wachstumsprognose für 2007 nach oben korrigieren werde. Bisher hatte die große Koalition einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Die exakten Daten legt Glos Ende Januar mit dem Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung vor.

Den leichten Rückgang des Auslandsgeschäfts führt der Industrieverband vor allem auf das schwächere Wachstum der Weltwirtschaft und einen weiteren Anstieg des Euros zurück. „Die größten Unsicherheiten bestehen derzeit mit Blick auf die US-Wirtschaft“, schreiben die BDI-Ökonomen in ihrem Bericht. Demnach sei noch unklar, wann der Tiefstand der Wachstumsraten in den Vereinigten Staaten erreicht sei und ob die Konjunktur nach einer sanften Landung wieder neu durchstarten könne.

Schwer einzuschätzen seien nach Meinung des BDI zudem die weltwirtschaftlichen Konsequenzen der langsameren US-Konjunktur, da sich die asiatischen Volkswirtschaften zunehmend eigenständig entwickeln. Unterm Strich kommt der Industrieverband jedoch zu einem positiven Ergebnis: „Die Entwicklung der deutschen Exporte bleibt auch 2007 sehr lebhaft“, heißt es weiter in dem Außenhandelsreport.

Zusätzliche Impulse für die Weltwirtschaft und damit für die deutschen Exporte erwartet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durch die wieder aufgenommenen Gespräche in der Welthandelsrunde Doha. „Wenn die Doha-Runde zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht wird, ist mit einem Wachstumsschub für die Weltkonjunktur von ein bis zwei Prozentpunkten zu rechnen. Davon profitieren dann natürlich auch die deutschen Exporte“, sagte der OECD-Direktor für Handel und Landwirtschaft, Stefan Tangermann, dem Handelsblatt.

Die ersten Annäherungen zwischen Europa und Amerika beim strittigen Thema Agrarwirtschaft stimmen Tangermann zuversichtlich, dass die Welthandelsrunde zu einem positiven Ergebnis kommen kann. „Für eine Einigung müssen die Amerikaner einige Subventionen für ihre landwirtschaftlichen Produkte reduzieren, und Europa muss Zölle in der Landwirtschaft abbauen“, sagte Tangermann weiter.


Eine deutsche Erfolgsgeschichte

Wachstumsjahr: Nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamts sind die Warenausfuhren 2006 nominal um 14,5 Prozent gestiegen – das beste Ergebnis seit dem Boomjahr 2000. Plus Dienstleistungen stieg der Export um nominal 13,4 Prozent.

Dollarrisiko: Sollte der Wert des Dollars zum Euro weiter sinken, gäbe dies dem deutschen Export einen Dämpfer. Der BDI rechnet mit einem Höchststand von 1,40 Dollar für den Euro.


Quelle: HANDELSBLATT, Montag, 15. Januar 2007, 15:23 Uhr

Euer

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